Gefragter Mann: Verteidiger Emir Dilaver (re.) ist Stammspieler.

© APA/EPA/FEHIM DEMIR

Emir Dilaver
12/15/2015

"In Ungarn wird viel Geld in den Fußball gesteckt"

Der ehemalige Austrianer spielt bei Ferencváros.

von Andreas Heidenreich

Im Austria-Nachwuchs hat Emir Dilaver mit David Alaba und Aleksandar Dragovic zusammen gespielt. Heute ist er Legionär bei Ferencváros Budapest und zählt sieben ungarische Teamspieler zu seinen Kollegen. Der 24-Jährige weiß, was Österreich bei der EM in Frankreich erwartet.

KURIER: Sie sind seit Sommer 2014 bei Ferencváros. Wie geht es Ihnen in Ungarn?Emir Dilaver: Perfekt, wir überwintern mit 18 Punkten Vorsprung auf Platz eins, 14 Spiele sind ausständig. Da sollte nichts anbrennen.

Hat das 0:1 am Samstag im Stadt-Derby gegen Újpest die Stimmung gedrückt?

Das war bitter, vielleicht war bei uns ein bisserl die Luft draußen. Aber das erste Derby auswärts haben wir gewonnen. Bei Ferencváros herrscht trotzdem große Euphorie. Wir haben letztes Jahr mit einem Spiel gegen Chelsea unser neues Stadion eröffnet. Gegen Újpest hatten wir 17.000 Fans. Es ist wunderschön, hier zu spielen.

Welchen Stellenwert genießt der Fußball in Ungarn?

Die Ungarn sind richtig fußballverrückt. Die Stimmung im Land ist spätestens seit der Qualifikation für die EM super. Das gibt einen zusätzlichen Schub. Es wurde schon in den letzten Jahren viel Geld in den Fußball gesteckt. Es wurden neue Stadien gebaut, nicht nur bei uns sondern auch in Debrecen und beim FC Puskás in Felcsút. MTK Budapest bekommt ein neues und auch ein Nationalstadion für 68.000 Fans wird gebaut. Ungarn ist im Kommen.

Wie ist es um die Nachwuchs-Arbeit bestellt?

Es gibt gute Nachwuchs-Spieler mit Qualität. Bei uns gibt es auch eine Akademie. Ádám Nagy, einer meiner Mitspieler von Ferencváros, ist erst 20 und hat zuletzt im Nationalteam im Play-off gegen Norwegen richtig gut gespielt. Sieben Teamspieler sind von meinem Klub, die spielen mit sehr viel Selbstvertrauen Fußball.

Wie sieht man in Ungarn den österreichischen Fußball?

Man hat verfolgt, wie Österreich in der Qualifikation durchmarschiert ist. Aber weder die Ungarn, noch ein anderes Land spielt derzeit gerne gegen Österreich. Anerkennung ist da, aber bei der EM in 90 Minuten schert sich keiner darum. Das wird ein heißer Tanz.

Wie beurteilen die Ungarn das Los in Gruppe F?

Sie freuen sich auch, dass sie nicht das übertrieben schwierige Los gezogen haben. Und sie rechnen sich durchaus Chancen aus.

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