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Sport Fußball
05/19/2021

Der Debütant am EURO-Ball: Das ist Philipp Mwene

Der 27-jährige Wiener von Mainz ist Spätstarter und die größte Überraschung im vorläufigen 30-Mann-Kader von Franco Foda.

von Andreas Heidenreich

Es gibt sie also doch, die große Überraschung im Teamkader der Österreicher. Gestatten, Philipp Mwene! Der Legionär von Mainz 05, steht erstmals in seiner Karriere im Aufgebot. Und das gleich zum bestmöglichen Zeitpunkt vor einer Europameisterschaft. Philipp wer? Der KURIER stellt den 27-Jährigen vor.

Mwene wurde als Sohn eines Kenianers und einer Österreicherin am 29. Jänner 1994 in Wien geboren und begann im Alter von acht Jahren im Austria-Nachwuchs mit dem Fußballspielen. „Nicht nur ein guter Fußballer, sondern auch wohlerzogen aus einem guten Elternhaus“, erinnert sich Austrias Sportchef Ralf Muhr, damals Leiter des violetten Nachwuchs.

Als 16-Jähriger wechselte der Außenverteidiger zum VfB Stuttgart, über Zweitligist Kaiserslautern schaffte er es 2018 in die Bundesliga nach Mainz. Dort konnte er sich in seinen ersten beiden Jahren aber nicht wirklich durchsetzen. Bis im vergangenen Winter Bo Svensson als Trainer kam. Der Däne setzte von heute auf morgen auf den Wiener, der bis dahin zwischen Ersatzbank und Tribüne zu finden war und sich auch mit Verletzungen herumgeschlagen hat.

Laufstärke

Bemerkenswert ist die Tatsache, dass Mwene als Rechtsfuß auf der linken Seite zum Einsatz kommt, als sogenannter „Wing-back“ im Mittelfeld einer 3-4-1-2-Formation. Eine Position, die extrem viel Laufarbeit erfordert, weil der Spieler alleine eine ganze Seite bearbeiten muss.

Mit zwei Assists und einem Traumtor machte der 1,70 Meter kleine Sprinter von sich Reden. Das Tor am 3. Mai gegen Hertha BSC – sein erster Treffer in der Bundesliga – war ein Weitschuss aus 22 Metern ins Kreuzeck. „Philipp ist seit Monaten gut drauf, schon vor einer Woche war er nah dran, so ein Tor zu machen“, lobte Svensson den Wiener.

Spieler, die im letzten Moment auf einen EM-Zug aufspringen, gibt es immer wieder. 2016 war das bei den Österreichern etwa Alessandro Schöpf. Foda betonte jedoch, Mwene bereits seit zwei Jahren regelmäßig zu beobachten. „Jetzt ist er fit und voller Selbstvertrauen.“

Pikant ist, dass Mwene von seiner Spielweise im Klub im Grunde – wie die meisten Teamspieler – ganz anders agiert als Foda sich das vorstellt. Mainz verteidigt unter dem ehemaligen Red-Bull-Coach Svensson nach Ballverlusten extrem aggressiv nach vorne. Mwene setzt diesen Stil auf seiner Flanke auch entsprechend um.

Dem auf Sicherheit bedachten Foda ist diese Gangart bekanntermaßen aber meist zu riskant. Das wurde erst zuletzt im März gegen die Färöer in Wien augenscheinlich, als Andreas Ulmer nach einem Ballverlust der Österreicher  im Angriffsdrittel umgehend ins Gegenpressing ging und dafür von Foda so laut kritisiert wurde, dass es sogar die TV-Mikrofone einfingen.

Vier verlieren

Allerdings: Noch ist Mwene nicht fix bei der EURO. Bis 1. Juni muss Foda den 30-Mann-Kader auf 26 Spieler reduzieren. „Ich hätte gerne jetzt schon den endgültigen Kader einberufen“, sagte der Teamchef. Weil Arnautovic, Baumgartlinger und Baumgartner angeschlagen sind, sind vorerst mehr dabei. Am 27. Mai rückt das Team in Bad Tatzmannsdorf zusammen. Spätestens da möchte Foda keinen Spieler mehr dabei haben, den er später enttäuschen muss. „Das würde Unruhe bringen.“

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