Steffen Hofmann und seine Rapid-Kollegen schleppen seit dem Aus gegen HJK Helsinki ein Handicap mit.

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Grüne Vision
02/10/2015

Rapid und der weite Weg in die "Top 50" Europas

Um diese Vision bis 2019 zu realisieren, benötigen die Wiener vier überragende Europacup-Jahre - mit zum Beispiel mehr als 20 Siegen.

von Stephan Blumenschein

Am Samstag startet Rapid mit dem Heimspiel gegen Ried ins Frühjahr 2015. Das Saisonziel "Europacup-Startplatz" muss einfach erreicht werden, um weiterhin von dem träumen zu dürfen, was Präsident Michael Krammer bei seiner Wahl im November 2013 angekündigt hatte und Ende Jänner der neue Geschäftsführer Christoph Peschek ebenfalls kommunizierte: "Die Vision, bis 2019 in die Top 50 der europäischen Klubrangliste zu kommen, treibt uns an."

Doch was muss Rapid alles erreichen, um in vier Jahren wirklich zum Kreis der sportlich besten 50 Klubs Europas zu gehören?

Der Status Quo

Nach dem Herbst 2014 liegt Rapid in der UEFA-Klubrangliste auf Rang 120. Zum Vergleich: Im Sommer 2014 waren die Wiener noch 98. Das war die beste Platzierung seit 2000. Damals, also vor 15 Jahren, war Rapid immerhin schon einmal auf dem 66. Rang.

Die Basis

Da es sich bei der UEFA-Klubrangliste um eine Fünf-Jahres-Wertung handelt, werden für die Berechnung (siehe unten) die Ergebnisse der vergangenen fünf Europacup-Saisonen berücksichtigt. Um unter die Top 50 zu kommen benötigt ein Verein derzeit insgesamt rund 45 Punkte, jedenfalls war das nach den beiden letzten Saisonen so. Im Sommer 2014 lag der FC Kopenhagen mit 45,260 Zählern auf Rang 50, im Jahr davor Fulham mit 45,592 Punkten.

Die Aufgabe

Um unter die Top 50 zu kommen muss ein Klub im Schnitt pro Saison also zirka neun Punkte für die UEFA-Klubrangliste holen. Rapid hat aber schon ein Handicap. Denn zur Berechnung der Rangliste 2019 wird bereits die aktuelle Saison herangezogen. Wegen des Ausscheidens im Europa-League-Play-off gegen HJK Helsinki hat Rapid derzeit nur 2,325 Punkte. Momentan ist der Klub in der Zwischenrechnung also mehr als 6,5 Punkte im Minus, die in vier Saisonen zusätzlich aufgeholt werden müssen.

Die Bilanz

Zirka elf Punkte wird Rapid in den nächsten vier Jahren im Schnitt pro Europacup-Saison also machen müssen. Um diese zu erreichen benötigt man zum Beispiel mehr als fünf Siege im Hauptbewerb, also hochgerechnet mehr als 20 bis 2019. So viele Punkte haben die Wiener seit der letzten Änderung der Berechnungsmethode 2008 übrigens noch nie in einer Saison geholt. Die 6,56 Punkte 2013/’14 sind Rapids Topwert in den vergangenen sieben Jahren.

Die Vorlage

Rapid wird sportlich vier Saisonen mit Ergebnissen benötigen wie Salzburg im Herbst 2014. Österreichs letzter Europacupstarter hat in dieser Saison bisher 11,825 Punkte geholt – dank fünf Siegen und einem Remis in der Europa-League-Gruppenphase.

Die Berechnung

UEFA-Klubrangliste

Sie ist eine Fünfjahreswertung. Für 2015 werden also die Saisonen 2010/’11 bis 2014/’15 berücksichtigt. Ein Sieg in einem Hauptbewerb bringt zwei Punkte, ein Remis die Hälfte. In der Qualifikation gibt es Fixpunkte gestaffelt nach Runden, aber hingegen keine Punkte für Siege und Remis.

Bonuspunkte gibt es in der Champions League ab der Gruppenphase, in der Europa League ab dem Viertelfinale. Zu der Eigenleistung jedes Klubs kommen noch 20 Prozent jener Punktanzahl, die alle Mannschaften eines Landes für das UEFA-Länderranking in einer Saison holen.

Ein Beispiel: Die 11,825 Punkte, die Salzburg in dieser Saison geholt hat, setzen sich wie folgt zusammen: 10 Punkte gab es für die fünf Siege in der Europa-League-Gruppenphase, einen Punkt für das Heimremis im ersten Gruppenspiel gegen Celtic. Dazu kommen noch 0,825 Punkte aus der Länderwertung. Das sind 20 Prozent der Punkteanzahl Österreichs im Länderranking 2014/'15 (4,125 Punkte).