Zum Zusehen verurteilt: Der verletzte Ronaldo herzte Kollege Ramos.

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Real Madrid
04/09/2014

Das Zittern nach dem Zittersieg

Wann wird Cristiano Ronaldo wieder fit? Gegen Dortmund wurde er schmerzlich vermisst.

Die Stimmung bei Real Madrid war am Mittwoch nicht unbedingt rosig. Die Königlichen wollen unbedingt zum zehnten Mal die Königsklasse (sechs Mal Meistercup, drei Mal Champions League) gewinnen. Im Viertelfinale hatte man daheim in Madrid die Borussen aus Dortmund vorgeführt und mit einem 0:3 im Gepäck heimgeschickt. Beim Rückspiel am Dienstag holten die Deutschen auf, gewannen durch zwei Treffer von Reus 2:0, verpassten jedoch zumindest eine Verlängerung um ein Tor.

Luka Modric, der Kroate im Dress von Real Madrid, ärgerte sich noch einen Tag später. "Ich weiß nicht, wie das passiert ist. Vielleicht waren wir mit dem 3:0 im Rücken ein bisschen zu nachlässig. Einige haben sich wohl gedacht, dass das ein Kinderspiel wird." Wurde es aber nicht. Modric weiter: "Wir sagen immer, dass wir uns weiter verbessern wollen, dass wir dazulernen wollen. So aber scheint es, dass wir nichts lernen. Dabei müssen wir gerade aus dieser Partie Lehren ziehen."

Gefeiert

Unterm Strich bleibt, dass Real Madrid aufgestiegen und Vorjahresfinalist Borussia Dortmund ausgeschieden ist. Modric: "Natürlich bin ich erleichtert, dass wir im Semifinale stehen. Aber so, wie wir uns in Dortmund präsentiert haben, speziell vor der Pause, kann man nicht zufrieden sein."

In den spanischen Medien war Iker Casillas einer der Helden. "Heilige Hände" wurden ihm wegen dreier toller Paraden attestiert. Ausgerechnet ihm, der in der Meisterschaft nur die zweite Geige spielt und nur im spanischen Cup und in der Champions League spielen darf.

Dabei sind die Spanier so viel gelaufen wie noch nie in dieser Champions-League-Saison: 114,396 Kilometer wies die Statistik in Summe für die Real-Spieler aus. Superstar Cristiano Ronaldo trug keinen Meter zu dieser Summe bei – der Portugiese zitterte verletzt auf der Bank mit seinen Kollegen mit. Vor einer Woche war er gegen Dortmund ausgetauscht worden, danach hatte Trainer Ancelotti gemeint: "Es ist nur ein kleines Problem mit seinem Knie, wir machen uns keine Sorgen." Auch als er am Montag das Abschlusstraining in Dortmund abbrechen musste, beschwichtigte Ancelotti. "Wir wollen kein Risiko eingehen", sagte der Italiener. War es nicht ein Risiko, Ronaldo beim Stand von 0:2 nicht zu bringen – wenn er doch nur leicht angeschlagen war?

Vermisst

Mittlerweile bangt man um den Stürmer, denn im Wochenrhythmus gibt es nun Schlagerspiele. Schon in einer Wochen wartet im spanischen Cupfinale Barcelona. Die Woche darauf wartet ein großes Kaliber im Champions-League-Semifinale, das nur eine Woche später schon entschieden wird.

Sei dahingestellt, ob Carlo Ancelotti seinem Star eine Ruhepause gegönnt hat. Die Dortmunder bestätigten indes ihren Ruf als eines der laufstärksten Teams in Europa: Sie legten in Summe 124,409 Kilometer zurück.

Fast wären es keine leeren Kilometer gewesen, fast hätten sie die Sensation geschafft. "Die Sache ist durch, oder?" Mit dieser Frage hatte nach dem 0:3 der ZDF-Moderator Jürgen Klopp zur Weißglut gebracht. Nach dem Rückspiel sagte der Dortmunder Trainer: "Das Spiel musst du konservieren, ein Video draus machen und das allen Mannschaften zeigen, die mal 0:3 zurückliegen nach dem ersten Spiel."

Jürgen Klopp hatte sein Personal kräftig durchgemischt: Innenverteidiger Sokratis fand sich ebenso auf der Bank wieder wie Mittelfeldspieler Sahin oder Angreifer Aubameyang – stattdessen standen mit Manuel Friedrich, Milos Jojic und Oliver Kirch gleich drei Akteure überraschend in der Startelf.

Bei Dortmund kümmert man sich um das Personal für die Zukunft. Einen Tag nach dem Real-Spiel gab man bekannt, wer Lewandowski nach dieser Saison ersetzen wird. Es wurde der kolumbianische Teamstürmer Adrian Ramos, 28, von Hertha BSC Berlin verpflichtet.

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