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Sport Fußball
06/27/2012

Cristiano gegen seine Kumpels von Real

Ronaldo gegen Spaniens Kollektiv der Ballgenies: Portugal gegen Spanien ist ein EM-Halbfinale mit viel Brisanz.

von Alexander Strecha

Als wäre das Duell (Mittwoch, 20.45 Uhr) in Donezk nicht schon würzig genug. Nein, es muss noch ein bissl mehr Salz hinein, in das Supperl. Portugal gegen Spanien im Halbfinale der EM – ein geschmackloses Gericht? Das Match wird allein schon wegen der Protagonisten zum echten Leckerbissen. Ronaldo gegen Casillas, Ronaldo gegen Xabi Alonso, Ronaldo gegen Sergio Ramos. Duelle, die bei Real Madrid alltäglich sind, werden auf der EURO-Bühne zu besonders interessanten Zweikämpfen.

Übrigens: Cristiano Ronaldo hat noch nie getroffen, wenn Iker Casillas im gegnerischen Tor gestanden ist.

Außer freilich in Trainingsspielen bei Real Madrid. Und da wären noch die Barcelona-Spieler, die er aus den Clásicos gut kennt. Barcelona-Verteidiger Gerard Piqué hat in den vergangenen drei Jahren 16 Mal gegen Cristiano Ronaldo gespielt hat. Der Portugiese hat dabei fünf Tore erzielt, eines aus einem Elfmeter. "Die ganze Welt kennt Ronaldo, nicht nur die Real-Spieler", meinte Portugals Mittelfeld-Mann Custodio. "Alle wissen, wie er spielt. Das Problem ist nur, wie man ihn stoppt."

Ronaldo fühlt sich nicht unter Druck. "Solche Spiele sind Teil meines Lebens. Ich erlebe es nun bereits seit zehn Jahren und habe mich daran gewöhnt: Verantwortung ja, Druck nein."

Respektvoll

Vor dem Duell begegnen einander die Stars jedenfalls mit größtem Respekt. Ronaldo spricht von einer harten Schlacht. "Es wird sehr schwer für uns, Spanien hat eine großartige Mannschaft." Auf der einen Seite das eingespielte Kollektiv des Welt- und Europameisters, auf der anderen das Ensemble der Primgeiger.

Neben Ronaldo, mit drei Toren auch ganz oben in der Schützenliste dieser Euro, stehen Nani als bester Flankengeber und Pepe als bester Zweikämpfer des Bewerbes im Rampenlicht.

"Wir werden ihm besondere Aufmerksamkeit widmen", versprach auch Spaniens Trainer Vicente del Bosque. Eine Sonderbewachung wird es für den Superstar aber nicht geben. "Wir kennen sie bestens, sie kennen uns bestens", so Mittelfeldspieler Xabi Alonso vor dem Wiedersehen mit seinem Klubkollegen.

Die direkte Bilanz in den bisherigen 34 Aufeinandertreffen spricht bei 16 Siegen für Spanien und nur sechs für Portugal für die Roten. Von den jüngsten zwölf Partien gewann Portugal jedoch vier, so auch das bisher letzte Duell in einem Freundschaftsspiel im November 2010 in Lissabon mit 4:0. Das war die Revanche für das 0:1 im Achtelfinale der WM in Südafrika, als David Villa aus Abseitsposition traf. Der Stachel sitzt bei den Portugiesen bis heute noch tief.

Daumendrücker

Portugal gibt auch ein auf der Tribüne sitzender Jose Mourinho Mut. Dem Real-Trainer und Teamchef Paulo Bento wird nicht unbedingt ein inniges Verhältnis nachgesagt, da Mourinho häufig erklärt hat, eines Tages Nationaltrainer werden zu wollen.

Außerdem steht er in der Gunst seiner Landsleute höher als der aktuelle Coach des Teams. Statt mit Bento telefoniert Mourinho viel lieber mit Verteidiger Pepe. Die Empfehlung seines Klubtrainers machte dem beinharten Abwehrspieler Mut: "Jose Mourinho hat mir gesagt, dass wir Europameister werden können."

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