© Peter Karlik

Sport Fußball
03/22/2020

Corona-Krise: Wie sich ein kleiner Klub um seine Kinder kümmert

Der SC Pötzleinsdorf absolvierte am Sonntag mit 15 Kindern ein Training über eine Video-Plattform.

von Peter Karlik

Sonntag, 10 Uhr. Normalerweise flitzen die Kinder des SC Pötzleinsdorf zu dieser Zeit auf einem Fußballplatz in Wien dem Ball hinterher. Die Stimmung ist meistens großartig. Der Ehrgeiz der Eltern ist so, wie er im Nachwuchssport sein sollte, die Trainer machen einen hervorragenden Job und setzen sehr auf Teamgeist und fördern so die Entwicklung der Mannschaft.

Seit fast zwei Wochen muss der Trainingsbetrieb auf dem Fortuna-Platz in der Krottenbachstraße wegen der Ausgangsbeschränkung in der Corona-Krise ruhen. Die sozialen Kontakte, die beim SCP so wichtig sind, wurden auf null reduziert.

Bis Sonntag. Denn da fand das erste Training der Unter-11-Mannschaft über eine Video-Plattform statt. 15 Kinder waren mittels Computer, Handy oder Tablet zugeschaltet und konnten sich so in der Gruppe auch erstmals nach fast zwei Wochen wieder sehen.

Nachwuchsleiter Bernhard Leeb, der wie seine Frau Marion auch im Trainerteam des SCP ist, erklärt: "Dinge die für uns selbstverständlich waren, sind heute nicht mehr möglich. Diese Veränderung hat leider auch vor dem Sport nicht halt gemacht. Für viele von uns ist jedoch der Sport - gerade in schwierigen Zeiten - enorm wichtig für Körper und Geist. Unsere Kinder, die es noch bis vor Kurzem gewohnt waren, drei Mal die Woche auf dem Fußballplatz zu stehen, dürfen nun die Wohnung nicht mehr verlassen."

Daher haben die beiden nach einer Lösung gesucht und sind schnell fündig geworden. "In unserem Trainerstab wurde die Idee des gemeinsamen virtuellen Trainings geboren. Per Videokonferenz finden nun mehrere Einheiten die Woche zum Training von Technik, Stabilisation und Balance statt - möglichst alles mit Ball." Außer natürlich Schusstraining im Kinderzimmer.

Den SCP-Trainern geht es auch um Pflege der sozialen Kontakte. Wenn es sein muss, auch über das Internet. "Darüber hinaus bleiben unsere Kinder in persönlichem Kontakt miteinander, können sich austauschen und ihre Erfahrungen teilen. Nach dem fußballspezifischen Teil bleiben also auch immer noch ein paar Minuten für gemeinsame Quizzes, Geschichten oder sonstige Aktivitäten, die das Teamgefühl stärken. Fast so, als stünde man am Fußballplatz ...", sagt Bernhard Leeb.

Die Kinder nahmen es dankbar an. So mancher soll nach den 90 Minuten müder gewesen sein als nach einem Training auf dem Fußballplatz.

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