Auch Brasiliens Hulk spielt in Zukunft in Chinas erster Liga.

© APA/AFP/STR

Fußball
07/13/2016

Chinas neuer Fußball-Boom

Die chinesische Liga mischt den europäischen Transfermarkt im Sommer auf.

von Robert Slovacek

Schon im Winter verblüffte die chinesische Fußball-Liga mit einigen Transfers. Alex Teixeira, Jackson Martinez, Ramires, Gervinho - sie alle wechselten Anfang des Jahres ins Reich der Mitte und auch in diesem Jahr scheint Geld für die chinesischen Klubs keine Rolle zu spielen. Graziano Pelle, bei der EM in Frankreich noch italienischer Torschütze gegen Titelverteidiger Spanien, wechselte ebenso in die "Chinese Super League", wie der Brasilianer Hulk. Letzterer ist mit 55,8 Millionen Euro der bislang teuerste Wechsel des Sommers.

Millionengehälter locken die Stars

Jahresgehälter im zweistelligen Millionenbetrag sorgen dafür, dass die Stars auch in dieser Transferperiode in die chinesische Volksrepublik wechseln. Längst haben dort zahlreiche Investoren den Fußball für sich entdeckt und investieren zig Millionen in neue Spieler. Auch Trainerstars wie der ehemalige brasilianische Nationalcoach Luiz Felipe Scolari, der ehemalige Trainer der "Three Lions" Sven-Göran Eriksson oder der deutsche Meistertrainer Felix Magath sind dem Ruf der chinesischen Investoren gefolgt.

Längst haben chinesische Unternehmer auch den europäischen Fußballmarkt für sich entdeckt. Der chinesische Einzelhandelsriese Suning Commerce sicherte sich 70 Prozent der Anteile an Inter Mailand. Auch Stadtrivale AC Milan steht vor dem Verkauf an eine chinesische Investorengruppe. Manchester City oder Atletico Madrid haben ebenfalls schon finanzstarke Investoren aus dem Reich der Mitte für sich gewonnen.

Auch andere europäische Klubs haben China als neuen Absatzmarkt entdeckt und kommen zur Vorbereitung im Sommer in die Volksrepublik. Zum zweiten Mal nach 2015 wird Ende Juli auch der "International Champions Cup" in China Station machen. Pep Guardiola und Jose Mourinho werden sich mit ihren Teams aus Manchester in Peking erstmals gegenüber stehen. Auch Dortmund ist bei dem Vorbereitungsturnier dabei.

Chinas großes Ziel: Weltmeister werden

Hinter den Investments steckt vor allem das Ziel der Staatsspitze China zur Fußball-Großmacht zu machen. Um dieses ehrgeizige Ziel zu erreichen, muss sich alles dem 50-Punkte-Aktionsplan der chinesischen Führung unterordnen. Tausende Grund- und Mittelschulen sollen schon bis 2017 ihren Schwerpunkt auf die Ausbildung von Fußballtalenten legen um so die Stars von morgen auszubilden. Dafür werden zahlreiche neue Trainer ausgebildet und Fußballplätze errichtet.

So soll schon bald zum zweiten Mal nach 2002 die WM-Qualifikation gelingen. Schon 2026 oder 2030 will das Reich der Mitte dann selbst eine Weltmeisterschaft ausrichten. Es wäre nach den Olympischen Sommerspielen 2008 und den Olympischen Winterspielen 2022 das nächste Großereignis auf chinesischem Boden. Bis 2050 soll Chinas Nationalteam an der Weltspitze stehen. Doch bis dahin ist es noch ein langer Weg, wie die Qualifikation für die WM in zwei Jahren in Russland zeigt. Da qualifizierte sich China hinter dem Team aus Katar für die dritte und letzte Runde, wo man im Kampf um die direkte Qualifikation unter anderen auf den Iran und Südkorea trifft.

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