Ungläubig: Soriano und Salzburg machen es sich wieder schwerer. 

© Georg Diener Agentur Diener/DIENER / Alex Domanski

Champions League
08/20/2014

Ein Gegentor deckt einen Mangel auf

Malmös später Treffer offenbart Personalsorgen in der Salzburger Verteidigung.

von Stephan Blumenschein

Am Dienstag ist es schon wieder passiert: Zum dritten Mal in Serie kassierte Salzburg in einem Hinspiel der Champions-League-Qualifikation ein Gegentor in den letzten Minuten – vor einem Jahr gegen Fenerbahce, Ende Juli gegen Agdam in Baku und nun auch gegen Malmö.

Die Salzburger führten komfortabel 2:0, dann fiel in der 90. Minute noch jenes Gegentor, das dem Play-off-Rückspiel am Mittwoch unnötige Spannung verleiht: Soriano ließ Helander ungehindert abschlagen, Schiemer (in der Rückwärtsbewegung) und Keeper Gulacsi (in der Vorwärtsbewegung) behinderten einander. Der Ball, der ins Niemandsland gegangen wäre, fiel Forsberg vor die Füße, der einschoss.

Dem Tor ging ein Kommunikationsproblem voraus. "Ich habe ihn nicht gehört", meinte Schiemer. "Ich habe geschrien und nicht damit gerechnet, dass er zum Ball geht", sagte Salzburgs Keeper. "Es war ein unnötiges Tor. Schuldzuweisungen gibt es bei mir nicht. Wir werden uns das gemeinsam anschauen", erklärte Trainer Hütter.

Aus dem Nichts kam Malmös Tor aber nicht. Schon davor hatten die Schweden Chancen – zwei sehr und eine gute. Allen drei vereitelte Keeper Gulacsi glänzend. Sein Trainer hatte zuletzt moniert, dass Salzburg zu viele Chancen zulassen würde. Dienstag sollte sich dies rächen. Doch Hütter relativierte: "Wir reden über das Champions-League-Play-off und nicht über irgendein Bundesliga-Spiel. Dass ein schwedischer Meister Chancen vorfindet, ist normal."

Warnsignal

Aber: Ein schwedischer Meister spielte vor 14 Jahren letztmals für die Champions League, Malmö überhaupt noch nie. Salzburg will sich aber nicht nur für Europas Eliteliga qualifizieren, sondern dort auch mitspielen – wie die Verantwortlichen mehrmals erklärten. Doch in dieser warten Stürmer anderer Qualität wie jene, die sich Malmö leisten kann, die solche Chancen nützen werden.

Das Play-off-Spiel deckte auch eine latente Kaderschwäche auf: Auf der Bank saß kein Innenverteidiger. Schiemer musste den nicht fitten Hinteregger ersetzen, die Alternativen Rodnei und Vorsah sind Dauerpatienten. Trotzdem reagierte Sportchef Rangnick nicht, verstärkte im Sommer lieber andere Positionen.

Der Deutsche setzte sich Dienstag – entgegen seiner Ankündigung – wie in Baku in der zweiten Hälfte auf die Trainerbank. Glück brachte Rangnick wieder keines, wieder gab es ein spätes Gegentor. Vielleicht sollte er künftig auf der Tribüne bleiben.

Malmös Hoffnung lebt nach Supermärchentor

Expressen: "Genau vor dem Schluss kam ein Geschenk des Himmels. Ein ganzes Stadion (in Malmö, Anm.) ist jetzt ausverkauft, und niemand zweifelt daran, dass sie wissen, dass sie es schaffen können. (...) Es ist nicht unmöglich. Für Malmö reicht es oft weit."

Sydsvenskan: "Ein Tor, das etliche Millionen wert sein kann. Die Verlierer in Salzburg sahen wie die Sieger aus, als der Schlusspfiff fiel. Jetzt gibt es eine echte Chance, die Wende im Rückspiel am nächsten Mittwoch in Malmö herbeizuführen."

Aftonbladet: "Spätes Tor gibt Malmö Hoffnung. Emil Forsberg setzte einen Roller zum 1:2, feierte sein Tor aber nicht - er wollte noch das 2:2 machen."

Göteborgs-Posten: "Malmös Hoffnung lebt nach Supermärchentor. Unglaublich, was ein Tor bedeuten kann."

Svenska Dagbladet: "Forsberg hält CL-Traum am Leben. Malmö's Emil Forsberg hat schönere Tore in seinem Leben gemacht, aber kein wichtigeres."

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