Manchesters Danny Welbeck versucht auch heute wieder, Manuel Neuer zu bezwingen.

© APA/EPA/ANDREAS GEBERT

Champions League
04/09/2014

Die Zahlen sprechen gegen Bayern

Die Münchner haben die letzten vier Heimspiele gegen englische Teams nicht gewonnen.

Fußball ist ein einfaches Spiel: 22 Männer jagen 90 Minuten lang einem Ball nach, und am Ende gewinnen immer die Deutschen", hatte Englands Teamstürmer Gary Lineker einst gesagt. Ob das auch heute so ist, wenn die Bayern Manchester United zum Viertelfinal-Rückspiel (20.45 Uhr/ZDF und Sky) empfangen? Zumindest die Statistik spricht klar dagegen.

Denn gegen Mannschaften aus England ist der deutsche Rekordmeister im eigenen Stadion seit vier Partien in der Champions League sieglos. Angefangen mit dem "Finale dahoam" 2012 gegen Chelsea gab es auch gegen Arsenal eine 0:2-Niederlage am 13. März 2013, ein 2:3 gegen Manchester City am 10. Dezember 2013 und zuletzt ein 1:1 gegen Arsenal am 11. März.

Und zu allem Überdruss kommt auch noch die aktuelle Form von Manchester United in fremden Stadien. Platz sieben hin, Krise her: Die Red Devils sind das beste Auswärtsteam der Premier League. In 17 Spielen gab es zehn Siege, drei Remis und nur vier Niederlagen.

Bayern-Trainer Pep Guardiola kann mit all der Statistik nicht viel anfangen. Auch mögliche Rekorde in der Bundesliga sind ihm egal, wie er noch einmal betonte. "I am sorry, die Bundesliga ist vorbei. Wir haben sie gewonnen", sagte der Coach nach der Kritik an seiner Personalrochade, die zur 0:1-Niederlage am Samstag in Augsburg geführt hatte.

Selbstvertrauen

Indes lässt Guardiola keinen Zweifel daran, wer heute auf der großen internationalen Bühne den Aufstieg schaffen soll. "Ich bin mir sicher, ins Halbfinale zu gehen", sagt der Katalane, der vor dem Rückspiel gegen die Briten mit deutlichen Worten nicht sparte und betonte, nach der Meisterschaft auch noch Pokal und Champions League gewinnen zu wollen. "Ich muss in der Lage sein, dieses Triple zu holen."

Aus dem Vollen schöpfen kann Guardiola nicht. Er muss auf Bastian Schweinsteiger und Javi Martinez verzichten. Schweinsteiger hatte im Finish des Hinspiels Gelb-Rot gesehen und ist ebenso gesperrt wie Martinez, der beim 1:1 die dritte Gelbe Karte im laufenden Bewerb erhalten hatte.

Der Ausfall von Schweinsteiger hat statistische Aussagekraft: Seit der Saison 2012/’13 verlor Bayern nur drei Champions-League-Spiele – in allen Partien stand der 29-Jährige nicht in der Startelf.

United-Coach David Moyes muss auf Robin van Persie verzichten und um den Einsatz von Wayne Rooney bangen. Letzterer hatte am Samstag beim 4:0 in Newcastle wegen einer Zehenblessur pausiert, trainierte am Dienstag aber mit der Mannschaft. Zur Not will Moyes auf schmerzstillende Spritzen zurückgreifen lassen. "Ich wette um ein großes Bier, dass Rooney spielt", sagte Guardiola. "Die großen Spieler werden spielen, und Rooney ist einer der besten, die ich je gesehen habe." In dieser Saison hat er bereits 17 Treffer erzielt.

Schnelles Umschalten

Wie er gegen die erneut zu erwartende Defensiv-Taktik der Engländer vorgehen will, verriet Guardiola nicht. "Der Trainer hat aber immer eine Idee", beruhigte Kapitän Philipp Lahm. So soll in den letzten Tagen vor allem das schnelle Umschalten nach Standardsituationen vor dem eigenen Tor verstärkt geübt worden sein. Die Bayern im Konter zum Sieg? Nichts ist auszuschließen. "Wenn sie mal ungeordnet sind, müssen wir die Räume nutzen, die sich ergeben", sagt Mario Götze. Jérôme Boateng fordert mehr Zielstrebigkeit: "Wir müssen schneller spielen, schneller flanken, auch mal aus der zweiten Reihe schießen." Letzteres gab es unter Guardiola bisher kaum.

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