Zum Haare-Raufen: Dominique Taboga wollte Mitspieler zur Manipulation animieren.

© AGENTUR DIENER /DIENER / Georg Diener

Vor der Anklage
11/14/2013

Causa Taboga ist erst der Anfang

Der Wettsumpf ist in Österreich nicht ausgetrocknet.

Durch die spektakulären Neuigkeiten im aktuellen österreichischen Wettsumpf wurde Sanel Kuljic als zentrale Figur von Dominique Taboga abgelöst. Egal, was in der „Causa Taboga“ noch herauskommt – die umstrittene Vergangenheit von Kuljic bei Wiener Neustadt lässt keine weiteren Konsequenzen für den Ex-Teamstürmer erwarten. Bei den beiden auffälligen Spielen der Niederösterreicher im Oktober 2009 (0:4 gegen Rapid, 0:3 in Ried) konnten nicht genug Beweise für eine Anklage gesammelt werden. „Diese Ermittlungen wurden eingestellt und können nicht mehr mit einem aktuellen Verfahren verbunden werden“, bestätigt Hansjörg Bacher von der Grazer Staatsanwaltschaft.

Ermittelt wird hingegen noch gegen einen weiteren Ex-Kapfenberger: Ein serbischer Stürmer, der für mehrere österreichische Klubs aktiv war, soll sich unter den Beschuldigten befinden.

Ermittlungen

Eng wird es wie vom KURIER berichtet für den Ex-Kapfenberger Mario Majstorovic und den Slowenen Erdzan Beciri, der mit einer Handvoll Vienna-Spielern 2011 drei Partien des Zweitligisten verschoben haben soll. Für alle Verdächtigen gilt die Unschuldsvermutung.

„Anfang 2014 wird klar, in wie vielen Fällen die verdächtigen 15 Partien zwischen 2009 und 2011 zu Anklagen führen“, sagt Bacher. 14 (von ursprünglich 22) Beschuldigten müssen noch zittern, neben Kuljic sind Verfahren gegen sieben weitere Personen aus Mangel an Beweisen eingestellt worden.

Der Sumpf in Österreichs Fußball ist mit Ende 2011 aber keineswegs ausgetrocknet. So meint ein Wett-Experte zur Zweitliga-Partie GrödigKapfenberg (0:1) am 5. April 2013: „Diese Partie war zu 100 Prozent geschoben. Daran lässt die Entwicklung der Einsätze knapp vor Spielbeginn und bei den Live-Odds keinen Zweifel.“ Bei diesem Spiel stand Taboga übrigens als Kapitän von Grödig auf dem Feld.

Keine Wiener involviert

Zur Klarstellung sagt Bacher: „Bei den Untersuchungen stehen nicht die Vereine als solche im Verdacht. Es geht immer um einzelne Personen aus der damaligen Mannschaft oder deren Umfeld.“ Und weiters: „Auch wenn in der Liste der verdächtigen Spiele zwei Mal Rapid und einmal die Austria vorkommen, kann ich ganz klar ausschließen, dass gegen einen aktuellen oder damaligen Spieler der Wiener Klubs ermittelt wird.“

Die verdächtige Liste

Am 22. Juni 2013 erklärte Gerald Fretska (im Bundeskriminalamt der Leiter der Task Force „Matchfixing“) im KURIER, „dass es in Österreich zwischen 2009 und 2011 zumindest 15 manipulierte Partien gab.“ Mittlerweile darf die Staatsanwaltschaft Graz die Liste auch veröffentlichen.

2009

FC LustenauSt. Pölten 2:0
FC LustenauAustria Ama. 3:0
Austria Ama. – Dornbirn 1:1
AdmiraHartberg 0:1
Sportklub – Zwettl (Ostliga)5:0
Zwettl – Hartberg (Cup) 2:4
Salzburg Juniors – Hartberg 7:0
Kapfenberg – Rapid 0:1
Wr. Neustadt – Rapid 0:4
Ried – Wr. Neustadt 3:0
KapfenbergAustria 1:0

2011

A. Lustenau – Vienna 3:2
Wr. Neustadt – Sturm 1:2
HartbergVienna 2:0
BW LinzVienna 4:1

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