Salzburgs Alan (li.) gelang ein luprenreiner Hattrick.

© APA/HERBERT PFARRHOFER

Bundesliga
12/06/2014

Salzburg schlägt Austria nach 0:2-Pausenrückstand

Alan gelingt in den ersten Minuten der zweiten Halbzeit ein lupenreiner Hattrick.

von Alexander Strecha

Es geht nicht ohne Omer Damari. Zu dieser Erkenntnis kam am Samstag einmal mehr die Wiener Austria. Und das ist für die Veilchen beunruhigend. Denn bisher hatte die Austria noch keinen Sieg gefeiert, wenn der Israeli nicht stürmte. Im Hit gegen Salzburg fehlte Damari wegen Pfeiffer’schen Drüsenfiebers wieder, und die Austria konnte ihre betriebsinterne Negativserie nicht beenden, weil sie ein 2:0 noch verjuxte.

Kein Stürmer ersetzte Damari, nicht Kienast, nicht Kamara, beide spielen bei Trainer Baumgartner somit gar keine Rolle mehr. Es war vielmehr Flankenspieler Alexander Gorgon, der in die Damari-Rolle schlüpfte und gleich ganz im Stile eines Goalgetters per Kopf zum 1:0 traf (3. Minute). Phrasendrescher hätten wenig später wohl endgültig von einem Auftakt nach Maß gesprochen, als Alex Grünwald mit einem Schuss ins kurze Eck auf 2:0 erhöhte. In beiden Fällen ließen die Salzburger die Austrianer viel zu leicht gewähren.

Die Gäste fanden in ihrem 30. Pflichtspiel in dieser Saison zunächst überhaupt nicht ihren Rhythmus und kaum Chancen vor. Vielleicht auch, weil Torjäger Soriano wegen Krankheit fehlte. Umso mehr Chancen hatte die Austria, Royer und Leitgeb aus einem Bilderbuch-Konter scheiterten aber.

Glück hatten die Wiener gleich nach dem Wechsel, als Shikov den Ball im eigenen Strafraum mit der Hand spielte, was bekanntlich nicht rechtens ist. In der 52. Minute gab Salzburg endlich ein Lebenszeichen: Ulmer passte auf Alan, der zum 1:2 verkürzen konnte, weil Austrias Rotpuller schlief.

Verkehrte Welt

Und plötzlich war alles anders: Salzburg spielte aggressiv, die Austria verunsichert und behäbig, als hätte sie Angst, den Vorsprung zu vergeigen. Was sie auch tat, als Kampl Alan bediente, dieser traf zum 2:2 (58.). Dem nicht genug, Salzburg legte in Person von Alan nach, der mit einem lupenreinen Hattrick innerhalb von nur acht Minuten Salzburg im Alleingang in Führung schoss.

Die Austria verstand die Fußball-Welt nicht mehr und löste sich vor allem in der Defensive auf, weil es ihr einfach an Stabilität fehlt. Das muntere Salzburger Toreschießen fand sogar noch eine Fortsetzung, Sabitzer durfte sich über das 4:2 freuen. Die Austria vergeigte somit einen beinahe sicher scheinenden Sieg nach einer starken ersten, aber einer desolaten zweiten Hälfte.

Ergebnis und Tabelle

FK Austria Wien - Red Bull Salzburg 2:4 (2:0)

Wien, Generali Arena, 9.125, SR Harkam


Torfolge: 1:0 ( 3.) Gorgon
2:0 (21.) A. Grünwald
2:1 (52.) Alan
2:2 (58.) Alan
2:3 (60.) Alan
2:4 (68.) Sabitzer

Austria: Lindner - F. Koch, Sikov, Rotpuller, Suttner - M. Leitgeb, Holland - Meilinger (76. Larsen), A. Grünwald (81. Kamara), Royer - Gorgon

Salzburg: Gulacsi - Schwegler (82. Ankersen), Ramalho, Hinteregger, Ulmer - C. Leitgeb, Ilsanker, Bruno, Kampl - Alan, Sabitzer (87. Schmitz)

Gelbe Karten: Royer bzw. Ilsanker

Tabelle

Hütter: "Haben Revanche genommen"

Gerald Baumgartner (Austria-Trainer): "Ich glaube, wir haben 50 perfekte Minuten gespielt. Wir haben Salzburg in der ersten Hälfte klar dominiert, hatten auch gleich nach der Pause eine Topchance. Nach dem 1:2 waren wir zehn Minuten in Schockzustand, das hat Alan ausgenützt. Es ist unerklärlich, wir waren acht, neun Minuten lang vom Kopf her nicht bereit."

Adi Hütter (Salzburg-Trainer): "Das ist ein wichtiger Sieg. Wir haben Revanche genommen für die Niederlage in Salzburg. Wir waren in der ersten Hälfte sehr schwach, aber ab der 50. Minute sehr stark. Es war ein Wechselbad der Gefühle für einen Trainer. Die Austria hat uns in der ersten Hälfte sehr gefordert und verdient geführt, aber den Sack nicht zugemacht. Meine Mannschaft hat dann richtig darauf reagiert."

Alan (Salzburg-Stürmer/dreifacher Torschütze): "Wir haben in der ersten Hälfte nicht gut gespielt, aber haben dann gekämpft und gezeigt, warum wir Erster sind. Im Fußball kann alles passieren. Man muss immer daran glauben, dass man ein Spiel drehen kann. Der Trainer war zur Pause natürlich nicht zufrieden."

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