Steffen Hofmann vergab einen Strafstoß.

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Bundesliga
05/24/2015

Rapid fixiert im Schongang Rang zwei

Das glückliche 0:0 lässt Wr. Neustadt weiter im Abstiegskampf hoffen.

von Alexander Huber

Rapid, immerhin die beste Mannschaft der Rückrunde, startete gegen den Tabellenletzten behäbig. Als wäre der zweite Platz schon verfrüht, also direkt nach dem 4:1 im Derby, gefeiert worden.

Oder ging mit den Umstellungen die Sicherheit in den Kombinationen verloren? Neben dem gesperrten Schwab sahen auch die Stammkräfte Schrammel, Sonnleitner und Tormann Maric zu.

Die Neustädter kämpften leidenschaftlich, wurden aber immer weiter nach hinten gedrängt. Mit dem Abschluss klappte es im neuen, durchgehend grünen Heimdress bei den Hütteldorfern nicht.

Fehlschuss

Nach 24 Minuten rückte Schiedsrichter Harkam in den Fokus. Ein Textilvergehen von Prettenthaler an Beric nach einem Hofmann-Eckball wertete er als Elfmeter-Foul. Steffen Hofmann, an sich ein sicherer Schütze, scheiterte mit einem Lattenpendler. Allerdings hätte der Versuch wiederholt werden müssen, weil mehrere Gäste zu früh in den Strafraum gesprintet waren.

Stattdessen ging es mit dem nächsten Eckball weiter. Wieder war Beric knapp dran, Tormann Vollnhofer verfehlte und im Hintergrund drückte Christopher Dibon den Ball über die Linie. Doch Harkam hatte ein Foulvergehen gesehen (25.).

Danach verflachte das Spiel wieder. Sinnbildlich bei all dem ergebnislosen Ballbesitz liefen Stangl und Kainz im gegnerischen Strafraum zusammen (32.). Und Philipp Schobesberger, der mit dem achten Ligator in Folge den historischen Krankl-Rekord auslöschen hätte können, spielte aufreizend lässig, ja sogar lustlos.

Erst nach 50 Minuten wachten die Hausherren vor 15.800 Fans auf. Über die Außenverteidiger wurden gleich mehrere Chancen in wenigen Minuten herausgespielt, die beste vergab Pavelic (54.).

Beide Trainer setzten mit ihren Wechseln auf Offensive. Helgi Kolvidsson mit Dobras, weil Neustadt im Abstiegskampf nach der zwischenzeitlichen Admira-Führung gegen Sturm auf Sieg spielen sollte und wollte. Zoran Barisic mit Schaub und später noch mit Alar sowie Prosenik, weil auch das vierte Saisonduell gegen den Underdog gewonnen werden sollte.

Schaub hatte beim Comeback nach dem in Wiener Neustadt erlittenen Mittelfußknochenbruch in den Zweikämpfen noch große Probleme, legte aber zumindest die beste Möglichkeit auf: Petsos scheiterte an Vollnhofer (69.).

Wichtiger Punkt

In der Rapid-Viertelstunde achteten die Neustädter schließlich nur noch auf die Defensive: Weil die Admira mittlerweile hinten lag, erstrahlte das 0:0 im Prater in viel besserem Licht. Und diesen einen Punkt, der auch in der 36. Runde für Spannung im Kampf gegen den Abstieg sorgt, ließen die umständlich angreifenden Gastgeber den Niederösterreichern.

Immerhin hat Rapid – trotz der enttäuschenden Nullnummer – damit auch endgültig Platz zwei und die Teilnahme an der Qualifikation zur Champions League fixiert.

SK Rapid Wien - SC Wiener Neustadt 0:0

Wien, Happel-Stadion, 15.800 (richtig), SR Harkam.

Rapid: Novota - Pavelic, Dibon, M. Hofmann, Stangl - Behrendt (64. Schaub), Petsos - Schobesberger (74. Alar), S. Hofmann, F. Kainz (86. Prosenik) - Beric

Wr. Neustadt: Vollnhofer - Denner (46. Dobras), Susac, Sereinig, Prettenthaler - Freitag, O'Brien - Ranftl, Rauter (62. M. Koch), Hofbauer - Maderner (87. Wimmer)

Anm.: S. Hofmann traf mit Elfmeter die Latte (24.).

Gelbe Karten: Keine bzw. Freitag, Ranftl, O'Brien

Tabelle

Kolvidsson: "Unsere Chance lebt"

Zoran Barisic (Trainer Rapid): "Dass wir den zweiten Platz erreicht haben, ist ganz wichtig für uns. Natürlich wollten wir uns mit einem Sieg von den Fans verabschieden, aber leider haben wir einige Chancen ausgelassen. Wir haben gegen einen tief stehenden Gegner gespielt, da ist es sehr schwierig, durchzukommen. Ich kann meiner Mannschaft nur vorwerfen, dass sie nicht gewonnen hat."

Helgi Kolvidsson (Trainer Wr. Neustadt): "Natürlich hatten wir heute auch das Quäntchen Glück. Unsere Priorität war, 0:0 zu spielen. Unsere Chance lebt, aber wir haben es immer noch nicht selbst in der Hand. Der Vorteil liegt bei der Admira."