Der letzte Wurf? Gager weiß nicht, ob er Austria-Trainer bleiben darf.

© APA/HERBERT NEUBAUER

Bundesliga
05/10/2014

Die Austria und das blaue Auge

Die Austria steht vor wichtigen Entscheidungen - sportlich muss man in den Europacup.

von Alexander Strecha

Irgendwie wirkte er, als ob er nicht dazugehören würde. Nach zehn Minuten, in denen über das bevorstehende Spiel gegen Sturm am Sonntag gesprochen wurde, das die Austria gewinnen muss, um den Europacup-Startplatz zu sichern, war Austria-Trainer Herbert Gager nur noch Passagier in der Pressekonferenz.

Denn thematisch ging es um die Zukunft der Austria, zu Wort kamen diesbezüglich die Vorstände Markus Kraetschmer und Thomas Parits. Dessen Vertragsverlängerung ist ebenso ausständig und vom Aufsichtsrat abhängig wie jene von Trainer Gager. Am Montag werden Kraetschmer und Parits die Saison analysieren und dann Gager zum Gespräch bitten. Am Montagabend tagt der zwölfköpfige Aufsichtsrat unter dem Vorsitz von Präsident Wolfgang Katzian in der Generali-Arena.

Viele Fragezeichen

In der kommenden Woche sollen auf die Personalfragen Antworten gefunden werden. Parits hat in der vergangenen Woche schon ein positives Gespräch mit Katzian geführt, die Vertragsverlängerung scheint Formsache zu sein – auch, weil es an Alternativen fehlt. In der Trainerfrage ist dies anders, immer wieder werden die Namen Franco Foda und Manfred Schmid genannt. Interessant: "Gagers Verbleib ist nicht vom Erreichen des Europacups abhängig, das hat damit nichts zu tun", meint Parits.

Das Ziel der nächsten Saison ist Platz eins oder zwei, jeder bedeutet die Teilnahme an der Champions-League-Qualifikation. Ob man dies Gager zutraut? "Ich traue ihm alles zu", sagt Parits nach sekundenlangem Schweigen. Die Austria ist um Souveränität bemüht, nur auszustrahlen vermag sie diese nicht. Vor allem in der Trainerfrage.

Es zerrt auch an den Nerven, dass man trotz des zweitbesten Kaders der Liga noch immer nicht den Europacup-Startplatz fixiert hat. Ein Kunststück. Zu hinterfragen ist auch, wieso man die Qualität nicht umsetzen kann. Kraetschmer: "Wir wissen, dass hier keiner zufrieden ist." In den letzten elf Jahren nahm die Austria zehn Mal am Europacup teil. Die violette Psyche würde leiden, käme es nach dem Höhenflug in der Champions League zu einer Bruchlandung.

Die Austria hat in den letzten Jahren wieder einige Trainer verbraucht, weist die Kritik aber von sich. "Stöger wurde uns weggekauft, bei Bjelica und Vastic haben wir eben reagieren müssen", verteidigt sich Kraetschmer. Der Abgang von Daxbacher war nicht die feine englische Art, der Trainer erfuhr beim Skifahren von seinem erzwungenen Einkehrschwung.

Am Sonntag hat die Austria ein unerwünschtes Finale gegen Sturm. Mit einem Sieg kann man das Saison-Minimalziel erreichen. Und ab Montag geht es trotzdem wieder rund am Verteilerkreis zu Wien-Favoriten.

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