Bundesliga neu: VAR-Erklärungen, Jänner-Spiele und eine "Lex Vienna"
Liga-Vorstand Ebenbauer
Acht Stunden lang wurde beraten, verhandelt und durchaus intensiv diskutiert. Am Ende einigten sich die Vereine bei ihrer Versammlung auf einige wesentliche Änderungen, Neuerungen und Verschärfungen.
Die Bundesliga selbst nennt die Beschlüsse der Klubkonferenz „ein umfangreiches Maßnahmenpaket“.
Eine besonders kontrovers diskutierte Idee fand keine Mehrheit zur Umsetzung.
VAR via Mikro
Einiges ändern wird sich beim VAR und der Kommunikation der Entscheidungen. Künftig wird die Entstehung der Eckbälle überprüft und falsche Corner revidiert – sofern das „ohne Spielverzögerung“ möglich ist. Es geht also um klare Fehler.
Genauer hingeschaut wird auch bei Gelb-Roten Karten. Künftig darf sich der VAR melden, wenn die zweite Verwarnung falsch war.
Und wie bereits in Deutschland üblich bekommen die Fans im Stadion künftig nicht nur die VAR-Bilder eingespielt, sondern die Entscheidung über das Mikrofon des Schiedsrichters auch erklärt.
Da der neue VAR-Partner Sportec Solutions zusätzliche Bilder zur Verfügung stellt, soll die Fehlerquote der Referees weiter sinken.
Aufstieg im eigenen Stadion
Als „Lex Vienna“ könnte jene Verschärfung zusammengefasst werden, die ab 2029 gilt: In Stadien wie der Hohen Warte in ihrem aktuellen Zustand wird es dann keine Aufsteiger mehr geben.
Wer rauf will, darf nicht ausweichen oder übersiedeln, sondern muss dafür sorgen, dass das eigene Stadion in drei Jahren tauglich für die höchste Spielklasse ist. Oder – im konkreten Fall Vienna oder auch FAC – der Aufstieg gelingt davor.
Die Übergangsfrist wurde aus rechtlichen Gründen gewährt, wie beim Aus für die aktuelle Form des Ö-Topfes, das ab Sommer 2027 gilt.
Zwei Winter-Runden
Der Rückfall in der UEFA-Fünfjahres-Wertung sorgte dafür, dass beim Spielplan stärker auf die Europacupstarter Rücksicht genommen wird. Im September wird eine englische Runde gestrichen, das Cup-Viertelfinale (zuletzt der Auftakt Ende Jänner) wird nach hinten verlegt.
Dafür gibt es künftig aber – bei den Fans nicht so beliebt – zwei Bundesliga-Runden Ende Jänner 2027.
„Nach dem Verlust eines Europacup-Startplatzes müssen unseren Klubs Rahmenbedingungen geboten werden, die den sportlichen Erfolg in den UEFA-Bewerben bestmöglich unterstützen“, erklärt Liga-Boss Christian Ebenbauer.
Zweierteams behalten Heimspiele
Keine Mehrheit gab es für den Plan, den Zweitligisten mit mehr Heimspielen finanziell zu helfen – zulasten der Amateurteams von Austria, Rapid und Sturm. Die Zweierteams hätten auf ihre Heimspiele – die meist ein Minusgeschäft sind – verzichten sollen, die anderen Vereine hätten dadurch drei Partien zu Hause mehr gehabt.
Laut KURIER-Informationen brachte etwa die Austria das Argument ein, nicht auf publikumsträchtige Spiele wie gegen Wacker und Austria Salzburg verzichten zu wollen. Solche Ausnahmeregeln hätten aber die Fairness im Wettbewerb gefährdet.
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