Brazil's Neymar, left, holds the trophy as he celebrates with his teammates Marcelo and Thiago Silva, right, after winning the soccer Confederations Cup final between Brazil and Spain at the Maracana stadium in Rio de Janeiro, Brazil, Sunday, June 30, 2013. (AP Photo/Victor R. Caivano)

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Fußball
07/01/2013

Brasilien träumt vom WM-Titel

Nach dem Triumph im Confederations Cup ist die Zuversicht im WM-Gastgeberland grenzenlos.

Der schlafende Riese ist erwacht und ganz Brasilien träumt vom WM-Triumph im nächsten Jahr. 73.581 euphorische Zuschauer erlebten magische Momente im Maracana, als die "Selecao" beim 3:0 im Confed-Cup-Finale Weltmeister Spanien entzauberte. Der Gastgeber beendete am Sonntagabend die Serie von 29 ungeschlagenen Pflichtspielen der Spanier und gewann zum dritten Mal in Serie die WM-Generalprobe.

"Brasilien hat bewiesen, dass wir es schaffen können. Der Sieg weist uns einen Weg. Die Mannschaft kann nun daran glauben, 2014 den Titel zu holen", meinte Luiz Felipe Scolari am Tag genau elf Jahre nachdem der Erfolgscoach 2002 in Yokohama gegen Deutschland das letzte Mal den WM-Pokal mit Brasilien geholt hatte. Der 64-Jährige hat Brasilien den Glauben an die "Hexa", den möglichen sechsten WM-Erfolg, wieder zurückgegeben.

378 Tage vor dem kommenden WM-Finale im Maracana setzte Brasilien ein Zeichen. Stürmer Fred kickte den Ball im Liegen nach nur 95 Sekunden ins Tor des Weltmeisters. Da erbebte die Arena zum ersten Mal und man konnte erahnen, was hier nächstes Jahr los sein würde, wenn Brasilien im WM-Endspiel stehen sollte. Neymar, der 57-Millionen-Einkauf des FC Barcelona, knallte den Ball in der 44. Minute wie im Lehrbuch ins Kreuzeck. Erneut Fred (47.) erhöhte auf 3:0.

Schaulaufen

Gegen geknickte Spanier geriet das Ende der Partie zu einem Schaulaufen. Vergessen waren die Unstimmigkeiten vor dem Turnier. Lange hatte Brasilien auf einen Sieg gegen einen "großen" Gegner warten müssen, Scolari galt als nicht unumstritten. Ein 3:0 gegen Frankreich wenige Tage vor Turnierstart brachte aber die Wende - spätestens seit Sonntag sind die Kritiker restlos verstummt.

"Ich bin glücklich über alles, was in diesem Turnier passiert ist", meinte Neymar nach dem steilen Aufstieg - der auch seine Person betraf. Der im Sommer nach Europa wechselnde Superstar seines Teams wurde als "Spieler des Turniers" ausgezeichnet. Der 21-Jährige wurde den Vorschusslorbeeren schlussendlich gerecht. "Brasilien hat der Welt gezeigt, dass man es respektieren muss. Das war ein großartiger Sieg gegen die beste Mannschaft der Welt, der zeigt, was für ein tolles Team wir sind", betonte Neymar.

"Sind auf dem richtigen Weg"

Wie andere Brasilianer warnte aber auch er, nicht in allzu große Euphorie zu verfallen. "Bleiben wir mit den Füßen am Boden. Wir sind auf dem richtigen Weg", sagte der Angreifer, der sich nun einer Halsoperation unterziehen wird. Mit dem Eingriff am Freitag sollen seine immer wiederkehrende Probleme im Rachen behoben werden. Der Arbeitsantritt in Barcelona soll durch die Operation nicht verschoben werden.

Scolari bedankte sich wie nach jedem Sieg mit herzlichen Worten beim Publikum. Der Trainerfuchs rief aber in Erinnerung, dass bis zur WM auch sportlich noch viel zu tun sein wird. "Wir sind weiterhin eine Mannschaft, die noch wachsen muss. Aber dieser Sieg macht uns besser und gibt uns mehr Vertrauen", meinte Scolari - was fast wie eine Warnung an die Konkurrenz klang. Er hoffe "aus offensichtlichen Gründen" auch, dass der Erfolg das Land einen könne.

Auf den Straßen herrschte dann auch Party- statt Proteststimmung. Vor dem massiv gesicherten Maracana-Stadion demonstrierten nur einige Tausend Menschen friedlich gegen Korruption und Misswirtschaft. In etwa 500 Meter Entfernung kam es an einer Straßenkreuzung zu Zusammenstößen zwischen Randalierern und der Polizei. Brasiliens beim Eröffnungsspiel ausgebuhte Präsidentin Dilma Rousseff blieb dem Finale fern, gratulierte aber zum Titelgewinn. Sie sprach von einem "historischen Tag für den brasilianischen Fußball". Die Spieler hätten "Freude, Kreativität, Teamgeist und Einigkeit" gezeigt. Den Siegerpokal überreichten FIFA-Chef Joseph Blatter und Sportminister Aldo Rebelo.

Brasilien holt den Confed-Cup

Brasiliens Nationalmannschaft hat zum dritten Mal in Serie den Confederations Cup gewonnen. Beim 3:0 im Maracana hat Spanien keine Chance. Der Weltmeister muss die erste Niederlage nach 29 Pflichtspielen einstecken. Mit diesem Sieg ein Jahr vor der Heim-WM ist die Selecao Favorit für die Weltmeisterschaft.

Mit Traumfußball im Maracana haben Brasiliens neue Helden Weltmeister Spanien entzaubert. Fred (2./47. Minute) mit einem Doppelpack und der umjubelte Jungstar Neymar (44.) machten den Sieg vor 73.581 begeisterten Zuschauern perfekt und sorgten für die erste spanische Niederlage nach 29 Pflichtspielen.

Für die nach der Halbfinalstrapaze gegen Italien müden Spanier verschoss Sergio Ramos in der 54. Minute einen Foulelfmeter. Gerard Pique (68.) sah nach einem Foul an Neymar die Rote Karte. Die Niederlage war da schon besiegelt und Brasiliens heiliger Fußball-Ort die größte gelbe Party-Location der Fußball-Welt - und das auf den Tag genau elf Jahre nach dem letzten WM-Triumph im Finale von Yokohama gegen Deutschland. Die schwarze Serie von europäischen Mannschaften setzte sich fort: Noch nie konnten sie ein großes Turnier in Südamerika gewinnen.

Fred holt Torres ein

Doppeltorschütze Fred sicherte sich noch eine persönliche Auszeichnung. Mit seinem fünften Treffer zog er mit dem Spanier Fernando Torres an der Spitze der Torjägerliste des Confed Cups gleich.

Weltmeister-Coach Vicente del Bosque hatte trotz der Anstrengungen beim Halbfinalsieg im Elfmeterschießen gegen Italien drei Tage zuvor nur einen Wechsel in der Startelf vorgenommen. Für David Silva spielte Juan Mata.

Luiz Felipe Scolari vertraute seiner Stammformation - und die erwischte einen Traumstart. Nach 95 Sekunden bugsierte Fred den Ball im Liegen nach Vorarbeit von Neymar zum zweitschnellsten Treffer der Confed-Cup-Geschichte ins Tor. Das Maracana bebte. Die überrumpelten Spanier mussten sich neu sortieren. Erstmals seit zehn Turnierspielen war "La Roja" überhaupt wieder in Rückstand geraten.

Feuerwerk

Brasilien erkannte die Verwirrung und hätte durch Oscar (8.) fast schon erhöht. Knapp strich dessen Schuss am Tor vorbei, und das Feuerwerk der Selecao ging weiter. Paulinho (13.) wollte Iker Casillas mit einem Lupfer überlisten. Alvaro Arbeloa (15.) hatte Glück, dass ihm Schiedsrichter Björn Kuipers aus den Niederlanden für eine Notbremse an Neymar nicht Rot zeigte.

Nichts war's mit Tiki Taka. Ein Schuss von Iniesta (20.) war ein erstes kleines Zeichen spanischen Widerstands. Die beste Chance vergab Pedro (41.). David Luiz klärte mit einer spektakulären Grätsche kurz vor der Torlinie. Auf der Gegenseite war Fred (32.) zuvor am hervorragend parierenden Casillas gescheitert. Dann kam der Moment von Neymar: Intelligent ließ er sich auf links anspielen. Mit Vehemenz drosch er den Ball ins Netz. Das war ein Rufzeichen auch in Richtung seiner künftigen Kollegen vom FC Barcelona.

Für Spanien geriet die zweite Halbzeit zu einem Fußball-Albtraum. Freds zweites Tor gleich nach dem Seitenwechsel sorgte schon für die Entscheidung. Ramos schoss den Elfmeter nach Foul von Marcelo an Jesus Navas klar neben das Tor. Als Pique Neymar zu Fall brachte, zeigte Kuipers glatt Rot. Im Maracana wurde längst gefeiert. Der Schlusspfiff ging im ohrenbetäubenden Jubel der Selecao-Fans unter.

Ergebnis

Brasilien - Spanien 3:0 (2:0)
Rio de Janeiro, Maracana-Stadion, 73.531
Tore: Fred (2., 47.), Neymar (44.). Rote Karte: Pique (Spanien/68.)
Anm.: Ramos (Spanien) verschoss Foulelfmeter (55.).

Brasilien: Julio Cesar - Dani Alves, Thiago Silva, David Luiz, Marcelo - Paulinho (88. Hernanes), Luiz Gustavo - Hulk (73. Jadson), Oscar, Neymar - Fred (80. Jo)

Spanien: Casillas - Arbeloa (46. Azpilicueta), Pique, Ramos, Alba - Xavi, Busquets, Iniesta - Pedro, Torres (59. Villa), Mata (52. Navas)

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