Sport | Fußball 05.12.2011

Borisows Erfolge dank BATE-Power

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"Borisow Auto- und Traktor-Elektronik" macht die Erfolge von Sturms Gegner möglich. Der Klub setzt dennoch auf Einheimische.

Dynamo Minsk ist der einzige Club aus Weißrussland, der die sowjetische Fußball-Meisterschaft (1982) gewonnen hat. Auch nach der Unabhängigkeit Weißrusslands 1991 gab der Klub aus der Hauptstadt zunächst den Ton an. In den vergangenen Jahren allerdings wurde Dynamo Minsk von BATE Borisow als Nummer eins des Landes abgelöst.

Der Verein aus der 150.000 Einwohner zählenden Stadt rund 70 Kilometer nordöstlich von Minsk hat zuletzt fünfmal in Folge den Titel geholt und will nun gegen Sturm Graz zum zweiten Mal nach 2008/09 die Gruppenphase der Champions League erreichen.

Das Play-off-Hinspiel steigt am Dienstag (20.45 MESZ) in Minsk, das Rückspiel am 24. August in Graz. BATE weicht für wichtige Partien meist ins 40.000 Zuschauer fassende Dinamo-Stadion aus, da das eigene Gorodskoi-Stadion in Borisow nur 5.500 Fans Platz bietet.

Auto- und Traktor-Elektronik

Möglich gemacht hat den Erfolg die Power von BATE. Das Unternehmen "Borisow Auto- und Traktor-Elektronik", das rund 4.000 Mitarbeiter beschäftigt, ist 1996 beim Verein als Hauptsponsor eingestiegen und hat damit den Aufstieg des Klubs eingeleitet. BATE Borisow marschierte von der dritten Liga durch und gewann 1999 erstmals den Titel. 2002 gelang neuerlich der Titel, seit 2006 ist Borisow stets die Nummer eins im Land.

Auch in der laufenden Meisterschaft führt der Verein, dem BATE-Boss Anatolij Kapsky als Präsident vorsteht, mit 47 Punkten aus 21 Spielen die Tabelle klar vor Schachtjor Soligorsk (39/20) an. Zuletzt kassierte die Truppe von Coach Wiktor Gontscharenko allerdings mit dem 0:1 beim Tabellenachten FK Minsk die zweite Saisonniederlage.

Auch international hat BATE Borisow schon für Schlagzeilen gesorgt. 2008 schafften die Weißrussen unter dem damals erst 31-jährigen Gontscharenko den Sprung in die Gruppenphase der Champions League, in der sie zweimal gegen Juventus Turin und einmal gegen Zenit St. Petersburg ein Remis erreichten. In der vergangenen Saison überstanden die Gelb-Blauen die Gruppenphase der Europa League und schieden in der Runde der besten 32 gegen Paris St. Germain nur aufgrund der Auswärtstorregel aus.

Nur drei Legionäre

Mit Erfolgen über Linfield Belfast (1:1/a und 2:0/h) sowie Ekranas aus Litauen (0:0/a und 3:1/h) qualifizierte sich BATE für das Play-off-Duell mit Sturm. Gelungen ist das mit einer weitgehend aus einheimischen Spielern bestehenden Mannschaft, darunter sechs Talente, die im vergangenen Juni bei der U21-EM überraschend die Bronzemedaille gewonnen und sich für die Olympischen Spiele 2012 in London qualifiziert haben.

Gontscharenko hat nur drei Legionäre zur Verfügung: den serbischen Verteidiger Marko Simic sowie mit Spielmacher Renan Bressan und Stürmer Alex Porfirio zwei Brasilianer. Bressan, der Torschützenkönig der nationalen Liga, fehlt allerdings im Hinspiel. Der 22-Jährige holte sich im Rückspiel gegen Ekranas eine unnötige Sperre. Beim Torjubel nach seinem Treffer zur 2:1 Führung kickte er die Cornerfahne und kassierte dafür Gelb. Drei Minute später musste er nach einem Foul im Mittelfeld mit Gelb-Rot vom Platz.

BATE Borisow hat im Februar 2010 bei einem Vorbereitungsturnier gegen die Wiener Austria 1:1 gespielt. Trainer Gontscharenko schätzt Sturm ähnlich ein. "Die Austria war gut organisiert und hat körperbetont gespielt. Sturm wird wahrscheinlich auch so spielen. Ich glaube, Sturm und wir sind auf einem ähnlichen Niveau", sagte der Trainer.

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Erstellt am 05.12.2011