„Das schaue ich mir nicht mehr an", schimpfte Bjelica nach dem 0:1 gegen Rapid.

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Rundumschlag
10/27/2013

Bjelica platzt der Kragen

Austrias Trainer wird nach Derby-Pleite martialisch: "Bevor mein Kopf rollt, rollen drei, vier andere."

von Alexander Strecha

Während die Rapidler in der Kabine Musik machten und sangen, gab Austrias Nenad Bjelica bei der Pressekonferenz den Ton an. Und wie. Nach zwölf Spielen mit nur einem Sieg platzte ihm der Kragen: „Das schaue ich mir nicht mehr an. Ich schaue es mir ohnehin schon seit zwei Monaten an. Wir haben in zwei Monaten alles kaputt gemacht.“

Wie er die Talfahrt stoppen will? „Mit radikalen Entscheidungen. Die Spieler sollen sich warm anziehen. Bevor mein Kopf rollt, rollen drei, vier andere Köpfe. Dann sterbe ich mit den Willigen. Das ist viel zu wenig. Das sind gut bezahlte Profis. Das entspricht nicht dem Anspruch der Austria.“

Lange Zeit hat sich der Trainer immer wieder schützend vor die Mannschaft gestellt. Damit ist seit Sonntag Schluss. „Ich habe die Ausreden satt. Das Gerede mit der der Champions League und dem Meistertitel geht mir auf die Nerven. Die Erfolge der Vergangenheit interessieren mich nicht mehr.“ Es geht rund am Verteilerkreis.

Bjelica nannte zwar keine Namen, aber es wurde in seinen Aussagen schon klar und deutlich, dass Spieler wie Hosiner, Jun, Holland oder auch Suttner gemeint waren.

Unmittelbar nach Spielschluss diskutierten Manager Markus Kraetschmer, Sportvorstand Thomas Parits und Vize-Präsident Rudi Reisner hitzig im Kabinengang. Es rauchten die Köpfe bei den Austrianern. Kraetschmer beschwichtigte und mahnte zur Ruhe: „Wie schon in der Vergangenheit wird es keinen Schnellschuss von uns geben. Wir schlafen eine Nacht darüber, dann werden wir alles analysieren.“

Im Kreuzfeuer

Ob sich Bjelica mit diesen deutlichen Aussagen selbst ins Kreuzfeuer geredet hat? Kraetschmer verteidigte Bjelica. „Der Trainer hat schon Recht, dass sich einige Spieler einmal hinterfragen müssen. Er hat sich oft unverständlicherweise vor die Mannschaft gestellt in der Vergangenheit. Wir sind alle frustriert nach dieser Leistung.“

Es scheint, als wolle man den Rest des Herbstes abwarten, bevor man zu einer möglichen Handlung übergeht. „Wir pflegen generell in Halbsaisonen Bilanz zu ziehen. Im Winter gibt es dann ein Transfer-Fenster. Es gibt auch Verträge, die auslaufen.“

Eine klare Ansage.

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