Sport | Fußball 05.12.2011

Bewährungsprobe in einer Bruchbude

Lokalaugenschein: Vor Rapids Gastspiel in Wr. Neustadt macht man sich Sorgen um die Sicherheitsvorkehrungen.

Es ist mehr als nur irgendeines von 180 Bundesliga-Spielen in dieser Saison. Wr. Neustadt - Rapid, die Partie eins nach dem Geisterspiel im Hanappi-Stadion, wird zur Bewährungsprobe. Für die Rapid-Fans, die ihren stillen Protest fortsetzen wollen - und für das notdürftig auf Bundesliga-Niveau gebrachte Neustädter Stadion.

Beim KURIER-Lokalaugenschein sind neben brüchigen Holzsesseln zarte Zäune zu sehen, die beim Versuch eines neuerlichen Platzsturms kein Problem darstellen würden. Die Gastgeber setzen auf eine Security-Firma mit dem Ruf, hart durchzugreifen.

Eng könnte es auch beim Drehkreuz vor dem Zugang zum Fansektor werden.

Die Nerven bei den Funktionären liegen jedenfalls blank. Wr.-Neustadt-Manager Alexander Gruber warf Rapid vor, nicht aktiv gegen die mittlerweile 72 identifizierten Platzstürmer vorzugehen. "Diese Selbstdarstellerei hilft niemandem", schießt Andy Marek zurück. "Genau zwei Fans hatten zwei Tage, bevor die erste Liste mit Platzstürmern fertig war, Tickets gekauft. Sie haben jetzt Hausverbot und am Donnerstag die Karten zurückgegeben. Wir stellen durch unseren Ordnerdienst sicher, dass Fans mit Hausverbot nicht in den Gästesektor kommen", sagt der Klubservice-Leiter. Allerdings gibt es die Chance, sich bei der Haupttribüne, wo es keine Ausweiskontrollen gibt, hineinzuschwindeln.

Wie in U-Haft

Veraltet: Die Stehplatztribüne für die Rapid-Fans erinnert noch an die Wr. Neustädter Landesliga-Zeiten vor dem Einstieg von Magna im Jahr 2008.
© Bild: Stefan Sigwarth

Gruber stellt beim Fan-Thema unterschiedliche Zugänge fest: "Ich sehe das wie bei Tatverdächtigen, die in U-Haft sitzen sollten. Rapid glaubt weiter an die Unschuldsvermutung." Wr. Neustadts Trainer Peter Stöger meint: "Wenn die Maßnahmen bei Rapid jetzt nicht ordentlich exekutiert werden, ändert sich nie etwas."

Jedenfalls endete am Freitag die Einspruchsfrist gegen die beantragten Stadionverbote. Der zuständige Senatsvorsitzende Horst Jäger sagt: "Die angekündigte Aktion scharf von Rapid konnte ich noch nicht erkennen."

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( Kurier ) Erstellt am 05.12.2011