Sport | Fußball
01.10.2015

Bei Rapid stehen wichtige Gespräche an

Die Hütteldorfer versuchen, den mit Saisonende auslaufenden Vertrag von Thanos Petsos zu verlängern.

Sie waren die beiden besten Rapidler beim perfekten Saisonstart. Beide gehen den Hütteldorfern seit der letzten Länderspielpause ab: Robert Beric hat sich vor einem Monat nach St. Etienne verabschiedet, Thanos Petsos nach Griechenland, wo er sich im Teamcamp am Knie verletzte.

Während von Beric nur die Erinnerung bleibt, ist Petsos bei der Reise nach Minsk zum zweiten Gruppenspiel der Europa League wieder zur Mannschaft zurückgekehrt. Bereits am Sonntag könnte der für den Spielaufbau so wichtige defensive Mittelfeldspieler gegen Salzburg wieder im Matchkader aufscheinen.

Danach stehen wichtige Gespräche an. Die Hütteldorfer versuchen, den mit Saisonende auslaufenden Vertrag des früheren Deutschland-Legionärs zu verlängern. Petsos hat sich aus dem Tief vom vergangenen Herbst selbst wieder hochgearbeitet und betont: "Ich fühle mich bei Rapid sehr wohl".

Auch Sportdirektor Andreas Müller ist zuversichtlich. "Die ersten Gespräche waren positiv", erklärt der deutsche Sportdirektor, dem die starken Leistungen des 24-Jährigen aber auch etwas Sorgen machen: "Besonders die Partien gegen Ajax und Donezk sind aufgefallen. Es gibt ein, zwei internationale Klubs, die an Thanos interessiert sind."

Ein ablösefreier Abgang des Schlüsselspielers im kommenden Sommer wäre für Rapid ein herber Rückschlag. "Wir sprechen in der Länderspielpause wieder und da wird sein Management auch schon klarer sagen, wie die Tendenz aussieht." Rapid steht finanziell um Welten besser da, als bei der Verpflichtung von Petsos durch Ex-Sportdirektor Helmut Schulte im Juli 2013 – im internationalen Vergleich sind die möglichen Gehälter aber weiterhin bescheiden.

Mini-Lewandowski

Das musste Rapid auch im Poker um Robert Beric feststellen. Der Slowene benötigte anders als sein Nachfolger bei Rapid, Matej Jelic, in Frankreich keine Anlaufzeit. Gleich die ersten beiden Torschüsse in den ersten beiden Spielen für die "Grünen" verwandelte der 24-Jährige wie aus Wien gewohnt.

Die Fachzeitschrift France Football widmete sich dem Neuzugang des Rekordmeisters in einem Porträt ausführlich. Als "Mini-Lewandowski" wird Beric bereits gefeiert – wegen der technisch ähnlich sauberen Spielweise und der Coolness vor dem Tor.

Auffällig ist ein Zitat: "Wir haben für Beric unser Sparschwein geschlachtet". Laut "France Football" hat Rapid nach dem Verhandlungsmarathon von Müller sogar 6 Millionen Euro Ablöse (statt der kolportierten 5,5) kassiert. Vom KURIER darauf angesprochen grinst Müller und sagt: "Finanziell war es ein sehr gutes Geschäft für uns."