Bei der Austria ist Feuer auf dem Dach

Tipp3-Bundesliga-Begegnung zwischen Kapfenberger SV 1919 und FK Austria Wien am Samstag, 21. April 2012, in Kapfenberg. Im Bild verhindern Sicherheitskräfte einen Platzsturm.
Foto: apa Die Ordner im Franz-Fekete-Stadion hatten alle Hände voll zu tun.

Nach dem blamablen 0:1 bei Schlusslicht Kapfenberg herrscht in Wien-Favoriten großer Erklärungsbedarf.

Bei der Austria ist Feuer auf dem Dach. Die blamable Leistung am Samstag in der 31. Bundesliga-Runde beim 0:1 gegen das abgeschlagene Tabellenschlusslicht Kapfenberg war das i-Tüpfelchen der fußballerischen Magerkost der Wiener. "Das war eine katastrophale Leistung, die einer Austria nicht würdig war. Das war inakzeptabel. Wir müssen uns bei den Fans entschuldigen", sagte Verteidiger Georg Margreitter.

Der Gegenwind für Trainer Ivica Vastic wird nun wieder stark zunehmen, das Heimspiel am Samstag gegen Innsbruck dürfte für "Ivo" kein Honiglecken werden. Sport-Vorstand Thomas Parits war am Sonntagvormittag für keine Stellungnahme erreichbar. Bei vielen Fans ist Vastic aufgrund der meist sehr vorsichtigen Spielanlage ganz offensichtlich schon länger unten durch. Die "Vastic raus"-Rufe werden nicht erst seit Samstag angestimmt. "Daran habe ich mich schon gewöhnt", meinte der 42-jährige Jung-Trainer mit einem gequälten Lächeln.

Platzsturm verhindert

Die Ordner im Kapfenberger Franz-Fekete-Stadion konnten im Finish der Partie mit großer Mühe einen Platzsturm einiger Austria-Anhänger und somit einen neuerlichen Riesenskandal in der heimischen Liga verhindern. Die Zahlen sprechen nicht gerade für Vastic. In den jüngsten sieben Liga-Spielen gab es bei einem Torverhältnis von 3:5 nur einen Sieg. Im Frühjahr erzielte die Austria in zwölf Partien magere acht Treffer, in gleich sechs Spielen blieb man überhaupt ohne Torerfolg.

Angesichts dieser Zahlen ist es kein Wunder, dass sich die Austria wohl endgültig aus dem Titelrennen verabschiedet hat. Die Chance auf einen Europacup-Startplatz ist aber kurioserweise nach wie vor voll intakt. Denn die Austria mischt weiter im Rennen um Platz drei mit, und im Cup steht man im Halbfinale. Spielt die Austria kommende Saison international, würde sich der Vertrag von Vastic automatisch um eine weitere Saison verlängern.

"Wir haben genug Qualität, um gut Fußball zu spielen. Aber wir zeigen es nicht. Der Tabellenletzte hat uns gezeigt, wie man Fußball spielen muss", ärgerte sich Michael Liendl. Während sich die Akteure über die spielerische Bankrotterklärung ohne eine einzige Torchance größtenteils erschüttert zeigten, gab sich Vastic weniger selbstkritisch.

"Wir haben schlecht gespielt", gestand Vastic, der allerdings Schiedsrichter Markus Hameter für die Niederlage verantwortlich machte. "Eine Fehlentscheidung ist eine Fehlentscheidung. Das war spielentscheidend", sagte Vastic angesichts des fragwürdigen Elfmeterpfiffs in der chaotischen Schlussphase nach "Foul" von Peter Hlinka an Nathan Junior.

Zukunftskonzepte

Kapfenberg, das gegen Lieblingsgegner Austria seit November 2008 daheim ungeschlagen ist, hat den Rückstand auf den Vorletzten Wiener Neustadt auf neun Punkte verringert. "So lange es theoretisch eine Chance gibt, geben wir nicht auf", erklärte Mittelfeldspieler David Sencar fünf Runden vor Schluss. Für Kuljic, der im Austria-Trikot elfmal getroffen hat, war es das erste Liga-Tor seit seinem Vierer-Pack am 21. November 2009 gegen den LASK.

Trainer Thomas von Heesen und das Präsidium werden im Laufe dieser Woche die Zukunftskonzepte vergleichen. Spätestens in zwei Wochen soll dann die Entscheidung fallen, ob Von Heesen auch den Gang in die zweite Leistungsklasse mitmachen würde.

(apa / mod) Erstellt am
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