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30.01.2018

Bayern-Boss Hoeneß irritiert mit Krim-Aussagen

Der Vereinspräsident von Deutschlands Rekordmeister Bayern München nimmt die Invasion Russlands auf der Krim in Schutz.

Bayern-München-Vereinspräsident Uli Hoeneß ist für seinen Hang zu kontroversen Aussagen durchaus bekannt. Anlässlich einer Publikumsveranstaltung der Rheinischen Post sorgte der 66-Jährige nun aber mit einer kuriosen Meinung über die russische Invasion auf der Krim und die Annexion der Halbinsel im März 2014 samt geographischer Verwirrung für Aufsehen.

"Ich bin nicht der Meinung, dass nur die Russen schuld waren, dass diese Krim-Geschichte passiert ist", wird Hoeneß von Bild.de zitiert. "Wenn die NATO immer näher kommt und an die russische Mittelmeerflotte heranrückt, dann möchte ich mal hören, wie Sie reagieren." Die russische Marine ist im Wesentlichen in fünf Flotten gegliedert - die Nordflotte, die Pazifikflotte, die Baltische Flotte, die Kaspische Flottille und die Schwarzmeerflotte. Den Einsatzort der Letztgenannten im Schwarzen Meer, an dem die Krim liegt, hielt Hoeneß wohl für das Mittelmeer.

Immerhin: Dass der Krieg "passiert" ist, sei "nicht in Ordnung" gewesen, so Hoeneß. Die Sanktionen, die von der Europäischen Union als Reaktion auf die Aggression gegenüber der Ukraine verhängt wurden, hält Hoeneß für "einen Riesenfehler" - und fordert Verständnis für Russlands Präsidenten Wladimir Putin. "Ein Land wie Russland können Sie nicht so führen wie die Demokratie in Deutschland."

Der Konflikt auf der Krim hat laut Berichten der Vereinten Nationen mittlerweile mehr als 10.000 Todesopfer gefordert, darunter mehr als 2000 Zivilisten. Zudem würden unter russischer Besatzung "schwere Menschenrechtsverletzungen wie willkürliche Verhaftungen, Entführungen, Misshandlungen, Folter und zumindest eine außergerichtliche Hinrichtung" stattfinden.

Geringe Chance auf Heynckes-Verbleib

Abseits seiner politischen Erläuterungen äußerte sich Hoeneß auch zu einem möglichen Verbleib von Bayern-Interimstrainer Jupp Heynckes. Trotz des mehrfach betonten Unwillens von Heynckes, über das Saisonende hinaus als Chefcoach beim deutschen Fußball-Rekordmeister zu bleiben, setzt Hoeneß sein Werben um den 72-Jährigen unvermindert fort. Heynckes sei die beste Lösung, weil er den bevorstehenden Umbruch bei den Münchnern perfekt moderiere, sagte Hoeneß.

"Wenn ich einen Trainer malen sollte, dann wäre der sehr ähnlich dem Josef Heynckes aus Schwalmtal", fügte der Bayern-Vereinschef hinzu. Die Chance auf einen Verbleib bezifferte er zwar "im Moment bei zehn Prozent", aber er "gebe nicht auf", sich um Heynckes zu bemühen.