Sport | Fußball
05.10.2017

Baumgartlinger: "Wollen uns etwas beweisen"

Österreichs Team versucht die effizienten Serben zu stoppen.

Ja, es wird wird heute auch noch Fußball gespielt. Ab 20.45 Uhr (live in ORFeins) im Happel Stadion gegen Serbien, das sich das WM-Ticket im Prater holen kann. ÖFB-Kapitän Julian Baumgartlinger spricht von einem Nebenschauplatz, da der Fokus in dieser Woche auf anderen Themen gelegen sei: Kollers Ablöse, dem bevorstehenden Abgang von Sportdirektor Ruttensteiner und der Suche nach einem neuen Teamchef. Janko, Arnautovic und Baumgartlinger haben sich verbal für Koller und Ruttensteiner stark gemacht, mit offenem Visier den Verband kritisiert.

Nun doch noch zum Sportlichen: Nach den Absagen von Alaba, Sabitzer, Hinteregger und Harnik, die allesamt wahrscheinlich Fixstarter gewesen wären, ergeben sich für Teamchef Marcel Koller zwangsläufig Änderungen im Personal. Statt Hinteregger, ohnehin nur eine interimistische Lösung, wird Neuling Wöber als linker Außenverteidiger fungieren.

Theorie & Praxis

Rapidler Schaub und Ex-Rapidler Kainz erhalten im offensiven Mittelfeld eine weitere Chance, sich einmal mehr für künftige Aufgaben zu empfehlen. Mit dem gestrigen Abschlusstraining standen Koller lediglich zwei Einheiten mit allen 23 Spielern auf dem Platz zur Verfügung. Daher versuchte er den neuen Spielern vielmehr in der Theorie seine Spielphilosophie zu vermitteln. "Das haben wir im Hotel an der Taktiktafel gemacht." Wöber zum Beispiel erhielt gleich am ersten Tag Anschauungsunterricht, wie er sich als Verteidiger zu verhalten habe. Auch als Linksverteidiger.

Gut möglich, dass auf ihn viel Arbeit zukommen wird. Denn die Serben haben vor allem in der Offensive ihre Stärken. Bisher glänzten sie in der Qualifikation mit ihrer Effizienz vor dem gegnerischen Tor. "Daher stehen sie auch auf Platz eins", meint Arnautovic vor dem für ihn so emotionalen Duell.

Beweis antreten

"Die Serben lassen schon auch Chancen zu, nur ist es bisher keiner Mannschaft in der Qualifikation gelungen, dies entscheidend auszunützen. Auch uns nicht in Belgrad beim 2:3", gesteht der Teamchef, dessen Motto jedoch lautet: "Wir wollen eher ein Tor mehr als der Gegner erzielen als eines weniger kassieren."

Kapitän Baumgartlinger gibt die Richtung vor und das Motto aus: "Wir wollen uns etwas beweisen. Zum Beispiel, dass wir mit solch einem starken Gegner mithalten, dass wir ihn auch schlagen können." Auch wenn es mit bis zu 30.000 serbischen Fans ein Auswärtsspiel wird.

Serben in Wien

Laut Statistik Austria leben offiziell 118.454 serbische Staatsbürger in Österreich, davon fast 76.000 in Wien. Damit stellen Serben die zweitgrößte ausländische Bevölkerungsgruppe nach den Deutschen (181.618). Serben mit österreichischer Staatsbürgerschaft sind noch nicht miteinberechnet.

Im Ernst- Happel-Stadion werden am Freitag bis zu 30.000 serbische Fans erwartet. Vor allem bei einem Sieg Serbiens ist mit einer Feier auf der Ottakringer Straße, die auch „Balkanstraße“ genannt wird, zu rechnen.

Laut Polizei Wien treffe man die gleichen Vorkehrungen wie bei vergleichbaren Ereignissen. In den Sektoren C und D sind serbische Fanartikel verboten. Im Bereich der Ottakringer Straße sollen vermehrt Fahrzeugstreifen patrouillieren.