Ümit Korkmaz, Barbara Briegl, Christoph Knasmüllner, Ramazan Özcan

© ANDREAS HEIDENREICH /Privat

Team-Managerin
08/04/2013

Barbara Briegl: Weghören & Kontra geben

Sportmanagerin Barbara Briegl lebt bei den Fußball-Profis in Ingolstadt ihren Traumjob.

von Andreas Heidenreich

Österreicher im deutschen Profi-Fußball sind längst keine Ausnahme mehr. Eine Österreicherin hingegen schon. Barbara Briegl hat den Sprung geschafft. Seit einem Jahr ist die 28-jährige diplomierte Sportmanagerin beim FC Ingolstadt 04 in der 2. Bundesliga engagiert.

Teamkoordination ist die offizielle Job-Description. „Ich bin für alles Organisatorische rund um die Mannschaft verantwortlich“, erklärt die Wienerin. Vor allem bei einem Auswärtsspiel, wie beim gestrigen 4:1 im DFB-Pokal bei den Sportfreunden Baumberg, hat Briegl alle Hände voll zu tun. „Ich plane die komplette Reise, buche Flüge, den Mannschaftsbus, Hotel, Essen und vieles mehr.“ Wenn der Klub neue Spieler verpflichtet, beantragt sie die Spielberechtigung bei der Liga, sucht Wohnungen oder Kindergärten. „Insgesamt sind es 40 Männer, die zum Profikader gehören und mit allem Möglichen zu mir kommen. Auch, wenn sie nur ein Formular ausfüllen müssen.“

Hautnah am Spiel

Richtig spannend wird es beim Anpfiff. Während dem Spiel sitzt sie auf der Bank. Hautnah am Geschehen. Fußball pur. Emotionen, Wortgefechte inklusive. Doch Barbara Briegl kann nichts erschüttern. Mit dem Fußball ist sie seit Kindestagen in Kontakt. Vater Hans war als Spieler, Trainer und Funktionär bei diversen Unterhausklubs engagiert. „Da kam früh der Gedanke, dass irgendjemand alles rund ums Spiel abwickeln muss.“

Einfach war es anfangs nicht, zwischen 40 Männern, zu denen auch die Österreicher Ümit Korkmaz, Ramazan Özcan und Christoph Knasmüllner gehören, die Ellbogen aufzustellen. „Natürlich kommen ab und zu Anspielungen. Ich weiß aber damit umzugehen“, betont Briegl. Ein Mal wird weggehört, beim nächsten Mal Kontra gegeben. „Anfangs haben manche geschaut, wie weit sie bei mir gehen können“, schmunzelt Briegl, die dabei selbst unter Beobachtung steht. „Weil ich eine Frau bin, war Skepsis da. Das Augenmerk auf mein Verhalten ist immer noch groß.“ Unterstützung kam von Sportdirektor Thomas Linke, mit dem sie bereits bei Red Bull Salzburg zusammengearbeitet hatte. Mittlerweile hat sich alles eingespielt. Und Barbara Briegl kann stolz von ihrem Traumjob erzählen. Den größeren Traum, den selben Job eines Tages beim FC Bayern zu erfüllen, will sie noch verwirklichen. „Aus Salzburg waren es 140 Kilometer nach München. Von Ingolstadt sind es nur noch 80. Ich komme dem Ganzen näher.“

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