Sport | Fußball
20.07.2017

Kayode hofft weiter auf Wechsel nach Spanien

Die Verhandlungen mit einem spanischen Klub um Larry Kayode gehen in die nächste Runde. Trainer Fink bleibt gelassen.

Thorsten Fink sitzt entspannt auf einer Bank und sieht seiner Mannschaft in Steinbrunn beim Training zu. Er beobachtet Larry Kayode beim Versuch, den Ball per Kopf oder Fuß in einen Basketball-Korb zu befördern. Noch rechnet Fink mit dem Stürmer für die kommende Saison, der von einem spanischen Erstliga-Klub umworben wird, es könnte sich um Málaga handeln.

In dieser Woche soll es nicht nur weitere Gespräche geben, es soll im besten Fall auch eine Entscheidung fallen. "Wir wissen, wie schnell es im Fußball gehen kann", sinniert Fink mit neuem "Denker-Bart". Die Austria hat für den Fall eines Kayode-Abgangs vorgebaut und mit Friesenbichler und Monschein zwei Mittelstürmer, die um den einen begehrten Platz rittern.

Ein System mit einer Doppelspitze hat in den Fink’schen Überlegungen keinen Platz. "Unsere Grundausrichtung bleibt das 4-3-3 mit einem Mittelstürmer. Beide kann man bei einem Rückstand bringen." Situationselastisch eben. Bleibt Kayode, wird der Konkurrenzkampf an vorderster Front noch größer, wobei Fink auch noch eine Alternative parat hat: "Larry kann auch über die Seite spielen. Dort fällt Venuto ohnehin noch länger aus."

Europa ist das Ziel

Vielleicht schon in der Europa-League-Qualifikation, wo höchstwahrscheinlich AEL Limassol der Gegner sein wird. Für Fink, der selbst auf Zypern Trainer war, keine unbekannte Größe. "Das Team ist dennoch eine Wundertüte. Grundsätzlich haben sie Spieler mit Qualität."

Das Erreichen der Gruppenphase ist das große violette Ziel und würde Finks Arbeit im Herbst trotz der Mehrfachbelastung durchaus erleichtern. "Weil wir dann mehr rotieren können, wodurch die meisten Spieler im Kader auf ihre Einsätze kommen würden." Und das wiederum bedeutet mehr Ruhe für den Trainer.

Ruhig und gelassen wirkt auch der Kapitän. Alexander Grünwald hat endlich einmal in einer Transferperiode keinen Stress. Der Kärntner hat sich nach langem Überlegen im Winter langfristig für die Austria entschieden, er möchte als Violetter in die Kicker-Pension gehen. So sein Plan. "Diesmal habe ich deutlich weniger Druck. In den letzten Jahren war immer die Möglichkeit eines Wechsels ins Ausland im Hinterkopf. Ich habe meine Entscheidung getroffen", sagt der 28-Jährige. Als Vorzeige-Veilchen hat Grünwald mit der Austria in dieser Saison einiges vor, "weil der Kader fast identisch geblieben ist. Diese Konstanz könnte von Vorteil sein im Vergleich zu den Konkurrenten."

Sportdirektor Franz Wohlfahrt spricht nicht wie manch andere von einem möglichen Titel oder dem zweiten Platz, der die (extrem schwierige) Champions-League-Quali mit sich bringt. "Ein Jahresziel ist schön und gut. Es ist aber besser, wenn wir die kurzfristigen Ziele verfolgen." Dazu zählt auch ein möglicher Verkauf von Stürmer Kayode.