Austria-Triumph im Wiener Derby

Das 298. Wiener Derby erfreute nur die Austrianer.
Foto: apa

Barazite, Junuzovic und Linz treffen im Happel-Stadion je einmal gegen überforderte Rapidler. Prokopic sieht Rot.

In einem Wiener Derby auswärts anzutreten, ist die halbe Miete auf den Sieg. Die letzten fünf Duelle der Traditionsklubs gewann stets das Gastteam ohne Gegentor. Am Sonntag durfte wieder die Austria jubeln.

Nach knapp zehn Minuten nahm das Spiel Fahrt auf. Durch einen Fehler von Georg Margreitter kam Deni Alar zum Schuss. Doch der Linksfuß, der mit Atdhe Nuhiu das Sturmduo von Rapid bildete, schoss drüber (9.).

Im Gegenzug machte es Tomas Jun, der mit Nacer Barazite und Zlatko Junuzovic wieder die flexible Kreativabteilung der Austria hinter Solostürmer Roland Linz bildete, schon besser. Der Tscheche traf ebenfalls mit links die Latte. Wieder nur eine Minute später warf sich Manuel Ortlechner erfolgreich in einen Alar-Schuss aus kurzer Distanz.

Auftakt

Nach einer Viertelstunde endete die schönste Aktion mit dem ersten Treffer. Alexander Grünwald wurde von Junuzovic mit einem Gurkerl durch die Beine Mario Sonnleitners freigespielt, behielt die Übersicht und passte quer durch den Strafraum auf Barazite, der mit einem strammen Flachschuss sein erstes Derby-Tor erzielte.

Sollte die Serie von Auswärtssiegen ohne Treffer der Heimteams fortgesetzt werden? Sollten die Violetten auch das fünfte Prater-Derby in Folge gewinnen? Chancen der in den Prater ausgewanderten Hütteldorfer waren jedenfalls vorhanden. In Minute 18 parierte der sichere Austria-Schlussmann Pascal Grünwald gegen Alar. Genauso wie den verunglückten Versuch des freistehenden Boris Prokopic nur Sekunden später.

Je länger das erste Derby im Happel-Stadion seit dem 23. April 2006 dauerte, desto größer wurden jedoch die Probleme der Gastgeber. Denn Peter Schöttel hatte in seinem ersten Derby als Rapid-Trainer mit Stefan Kulovits und dem nach vorne gezogenen Verteidiger Harald Pichler erstmals auf zwei destruktive zentrale Mittelfeldspieler gebaut. Hofmann rückte wieder nach rechts.

Einseitig

Austria-Trainer Karl Daxbacher vertraute nach dem 3:1 gegen Medias hingegen auf den Europacup-Schwung und ersetzte lediglich Michael Liendl durch Alexander Grünwald. In der Pause reagierte Schöttel und brachte Christopher Drazan für Kulovits. Prompt kam Alar zu seiner vierten Chance, traf aber nicht das Tor.

Wie ein effizientes Offensivspiel aussehen kann, zeigten hingegen in der 52. Minute die Gäste vor: Barazite tankte sich gegen Thomas Schrammel durch, sein Zuspiel leitete Linz auf Junuzovic weiter. Der Teamspieler, dessen Treffer am 22. Mai den Platzsturm der Rapid-Fans ausgelöst hatte, konnte sich die Ecke aussuchen. Diesmal blieben nach dem 0:2 alle organisierten Rapid-Fans ruhig - aber auch gegen den Erzrivalen stumm.

In der 66. Minute setzte die Austria gar zur Demütigung der nun konfusen Rapidler an. Im Konter lief der Ball wie in der Halle durch die Reihen. Helge Payer zögerte so lange, dass Junuzovic noch auf Linz ablegen konnte, der zum 3:0 einschob. Im Finish gab's noch Unsportliches: Der völlig inferiore Prokopic sah nach einem brutalen Frustfoul an Margreitter die Rote Karte, Austria-Joker Stankovic stieß Sonnleitner in Goalie Payer und bekam Gelb.

Mehr zum Thema

(kurier / Alexander Huber, Alexander Strecha) Erstellt am
Posts anzeigen
Posts schließen
Melden Sie den Kommentar dem Seitenbetreiber. Sind Sie sicher, dass Sie diesen Kommentar als unangemessen melden möchten?