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Sport Fußball
09/11/2020

Peter Stöger: "Habe keine Angst, einen guten Namen zu verlieren"

Der Austria-Trainer spricht über Entzugserscheinungen, die Saisonziele und seine Lehren aus der Corona-Krise.

von Alexander Strecha

Nach einer verkorksten Saison versucht die Wiener Austria den x-ten Neustart. Mit Peter Stöger als neuem, altbekannten Mann in der Coaching-Zone. Der Wiener ist sich bewusst, dass eine Herbstsaison voller Ungewissheiten auf die Veilchen zukommt.

KURIER: Warum der Schritt zurück in die Coaching-Zone?

Peter Stöger: Ich bin ja für den ganzen sportlichen Bereich noch zuständig. Die Arbeit wird nicht weniger werden. Wir haben uns das lange überlegt vor einer Saison, wo man vieles nicht vorhersehen kann. Wir hatten Gespräche mit vielen Trainern, denen wir viele Dinge noch nicht konkret sagen konnten. Jetzt mache ich das mit mir selbst aus. Aber es macht mir Spaß.

Wenn man sich die Leistungen der Austria in der vergangenen Saison ansieht, fragt man sich: Warum tun Sie sich das an? Sie haben ja ein Image zu verlieren.

Ich habe nicht die Angst, einen guten Namen zu verlieren. Wenn das wer so sehen sollte, dann wäre es mir egal. Ich bewerte meine Arbeit nicht, ob ich in Köln, Dortmund oder bei der Vienna bin. Wie das andere interpretieren, kann man ja eh nicht beeinflussen.

Hatte der Trainer Peter Stöger Entzugsentscheidungen?

Es ist mir schon etwas abgegangen. Ich habe es aber nicht angestrebt, der Plan war, die zwei Jahre als Sportvorstand zu arbeiten. Jetzt merke ich nach drei, vier Wochen, dass mir das gefehlt hat, weil es mir richtig Spaß macht.

Der Kader ist verändert worden. Welches Versprechen können Sie den Fans geben?

Wir werden eine Mannschaft sehen, die sich ihrer Verantwortung bewusst ist und alles unternehmen wird, dass die Ergebnisse besser werden. Man soll merken und fühlen, dass eine Einheit am Werk ist. Wir haben sieben Spieler verloren und mit Suttner und Teigl Spieler mit Erfahrung in der deutschen Bundesliga geholt.

Bleibt das Ziel ein Europacupstartplatz?

Wenn von zwölf Klubs fünf in den Europacup kommen können, dann wird das bei der Austria mit ihrer Tradition immer im Raum stehen. Wir haben in den letzten Jahren aber gesehen, dass Erfolge der Vergangenheit keine Garantie sind. Man muss sich orientieren an dem, was du aktuell umsetzen kannst.

Wie steht es um die Finanzen der Austria und wie um die Gespräche mit einem möglichen Investor?

Die laufen nach wie vor, es gibt mehrere Anfragen, mit einem sind wir schon länger in Gesprächen. Es dauert seine Zeit. Wir wollen jemanden haben, der im Sport daheim ist.

Könnte die Austria ohne einen Investor überleben?

Es gibt in einigen Bereichen Potenzial zum Einsparen, es muss auch nicht zwingend ein Investor sein. Aber mit einem strategischen Partner hätte man einen sportlichen Mehrwert.

Welche Lehren haben Sie für sich aus Corona gezogen?

Mit dem Spruch „In der Krise ist eine Chance“ kann ich nichts anfangen. Das habe ich in meinem Umfeld nicht erlebt, wo viele in der Kulturbranche oder der Gastronomie arbeiten.

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