Austria-Trainer Helm: Die Sonne im Gesicht und Rapid schon im Kopf
Der Sonntagmittag gehörte den Schwiegereltern und dem gemeinsamen Mittagessen in Pamhagen. Zumindest geografisch ist Austria-Trainer Stephan Helm ein Grenzgänger.
Von der Terrasse aus blickt er auf den Grenzwall Richtung Ungarn, während sich Wien und Niederösterreich in nebulöses Grau hüllten, genoss Helm im Burgenland die Sonne, ehe er seine Analyse des kommenden Gegners Rapid am Nachmittag fortsetzte.
„Mit dem Kopf bin ich schon zu 100 Prozent bei Rapid, bei allem Verständnis, dass der Sieg in Salzburg sehr schön war.“ Das 348., mittlerweile ausverkaufte, Wiener Derby steht am kommenden Sonntag (17 Uhr) auf dem Programm, auf die Veilchen wartet eine ganz andere Mannschaft als Salzburg. „Bei Rapid ist auch ein klarer Plan ersichtlich, wobei ich auch eine gewisse Flexibilität erkennen kann. Darauf müssen wir uns vorbereiten, um im Spiel reagieren zu können.“
Bei allem Respekt vor dem Gegner komme es allerdings vor allem auf das eigene Spiel an, so Helm. „Wir wollen dem Derby unseren Stempel aufdrücken.“ Zumal die Austria daheim in der Generali Arena den Erzrivalen empfängt – inklusive der Gästefans, die nach vier Derbys mit ausschließlich Heimfans diesmal wieder mit von der Partie sein werden.
Richtige Mischung
Helm sah bei Rapid einige Dinge, die Trainer Hoff Thorup nach dem Cup-Aus gegen Ried beim Liga-Heimspiel gegen Hartberg schon verändert hatte. Der Sieg in Salzburg offenbarte, dass bei der Austria aktuell die Chemie innerhalb des Teams passt. Wenn schon innerhalb des Vereins in diversen Gremien in den vergangenen Wochen und Monaten wenig von einer Einheit zu erkennen war. Aber auch diese Zeiten könnten und sollten schön langsam vorbei sein.
Helm betont die aktuell ideale personelle Mischung zwischen den jungen Wilden und den Routiniers, die die Richtung vorgeben. Aleksandar Dragovic, Kapitän Manfred Fischer oder Reinhold Ranftl geben auf dem Platz jene Kommandos, die von den Talenten erhört werden sollen. „Drago hat mir erzählt, wie er früher neben Jacek Bak gelernt hat. Jetzt gibt er sein Wissen und seine Routine weiter.“
Negativserie
Rapid steckt vor dem Derby weiterhin in der Krise. Nach dem 1:1 gegen Hartberg warten die Hütteldorfer seit elf Pflichtspielen und damit so lange wie noch nie seit der Vereinsgründung 1899. Aus den vergangenen sechs Ligamatches wurden nur drei Punkte geholt. Trainer Johannes Hoff Thorup zeigte sich mit Blick auf das Duell mit dem Stadtrivalen am Sonntag in Wien-Favoriten trotzdem optimistisch.
„Wir werden uns gut auf das Derby vorbereiten und wissen, wie wichtig es für den Verein ist“, erklärte der Däne. Zuversicht schöpft Hoff Thorup vor allem aus der Leistung seiner Mannschaft in der zweiten Hälfte. „Da waren wir besser im Flow, haben schneller gespielt und auch keine Chancen zugelassen.“
Neuverpflichtung Andreas Weimann kam, sah und spielte gleich von Beginn an. Er verriet, „dass ich noch nicht einmal alle Namen der Mitspieler kenne“ und monierte zu Recht: „Dafür war es nicht schlecht. Am Torerfolg bin ich knapp vorbei, das würde dann im Derby passen. Da müssen wir gleich so schnell spielen wie in der zweiten Hälfte“.
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