Last men standing: Gorgon, Grünwald und Rotpuller waren beim Meistertitel 2013 ebenso wie Koch schon mit von der Partie.

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Bundesliga
11/21/2015

Austria: Erinnerungen an das Meisterjahr

Der Tabellenführer empfängt heute die Admira. Salzburg bleibt für Trainer Thorsten Fink Titelfavorit Nr. 1. Dennoch erinnert die Spieler viel an das Meisterjahr unter Peter Stöger.

von Alexander Strecha

Wenn wir zumindest sechs Punkte Vorsprung auf Salzburg in den Winter retten, dann könnte es im Frühjahr interessant werden." Das sagte im November 2012 Peter Stöger, damals Austria-Trainer. Wenige Monate später waren die Veilchen auf dem Höhepunkt ihrer Blüte und Meister.

Thorsten Fink, aktueller Austria-Trainer, hätte bei drei Punkten Vorsprung auf Salzburg und sechs auf Rapid allen Grund, Ähnliches zu behaupten. Der deutsche Realist wird sich jedoch hüten, große Töne zu spucken. Dennoch sind die Parallelen zwischen der laufenden Saison und dem Meisterjahr 2012/ 2013 nicht vom Tisch zu wischen. Im Austria-Kader stehen mit Alexander Gorgon, Alexander Grünwald, Fabian Koch und Lukas Rotpuller vier Spieler, die 2013 auf dem Wiener Rathausplatz ausgelassen den Meistertitel feiern durften.

Erinnerungen

Die aktuelle Situation erinnert die Leistungsträger Gorgon und Grünwald sehr wohl an damals. "Vergleiche kann man vor allem in der Menschenführung ziehen. Der psychologische Zugang ist sehr ähnlich bei Stöger und Fink", meint etwa Gorgon. Beide Trainer setzen auf Gespräche mit ihren Schützlingen und finden auf diese Weise einen guten Draht zu den Spielern.

Ob einst bei der Austria oder jetzt beim 1. FC Köln, Stöger ändert seine Strategie nicht: "Es geht unterm Strich immer um Menschen mit ihren Charakteren und Problemen. Wenn man mit ihnen redet, versteht man sie besser." Im Herbst 2012 eilten die Violetten ähnlich von Sieg zu Sieg wie im Herbst 2015. Auch damals glänzten sie nicht bei jeder Vorstellung, auch damals gab es zwischendurch Kritik von den Fans, auch damals gewann man Spiele, ohne die genauen Gründe dafür zu kennen.

Positiver Lauf

"Wir haben nicht immer gut gespielt", sagt Gorgon, der sich noch ganz genau erinnert. "Durch die Siege ist ein Glaube an uns selbst und dann ein positiver Lauf entstanden." Grünwald muss schmunzeln: "Wir hatten zehn Punkte Vorsprung auf Salzburg. Bei einem Heimspiel stand es zur Pause 0:0, da gab es Pfiffe. Umgekehrt wurden wir nach einem 0:4 mit Standing Ovations verabschiedet. Das war schon lustig und komisch."

Auch die Rolle des Assistenten ist eine ähnliche. Hier Manfred Schmid unter Stöger, da Sebastian Hahn bei Fink. "Beide waren und sind voll akzeptiert von der Mannschaft", weiß Gorgon. Und beide sind bei der Trainingssteuerung mit vielen Kompetenzen ausgestattet. "Das Trainerteam versteht sich extrem gut. Fink, Hahn und Vidovic haben schon beim Hamburger SV und in Nikosia zusammengearbeitet, ihre Familien kommen sehr gut miteinander aus. Sie sind die drei Musketiere, zusammengeschweißt. Das strahlen sie auch aus, das merken wir Spieler."

"Was Stöger und Fink verbindet – beide gehen mit den Spielern sehr menschlich um. Du kannst jederzeit mit Problemen zu ihnen kommen. Und sie beherrschen diese Balance zwischen Zuckerbrot und Peitsche. Sie reden nichts unnötig gut oder schlecht", lautet der Vergleich von Grünwald, der noch eine Parallele sieht: "Beide Trainer wissen, dass sie für den Erfolg alle Kaderspieler benötigen und somit alle bei Laune halten müssen. Das gelingt ihnen ganz gut."

Perfektes Teamwork

Noch besser als der damalige Doppelpass zwischen Sportdirektor Parits und Trainer Stöger funktioniert jetzt jener zwischen Wohlfahrt und Fink. Ruhe ist wieder eingekehrt im Hause Austria. Man spricht mit einer Zunge, vor allem, wenn es die Ziele für die Saison betrifft. Unverändert nehmen die Violetten Platz drei und eine Europacup-Teilnahme für kommende Saison ins Visier. "Wir werden jetzt nicht von anderen Dingen sprechen, weil wir Tabellenführer sind", betont Fink.

Grünwald bestätigt, dass das Wort "Meistertitel" in der Kabine noch nicht gefallen ist. Gorgon: "Gegen zwei Titelanwärter haben wir in den direkten Duellen vier Punkte geholt. Jetzt gilt es, die vermeintlichen Pflichtaufgaben zu erfüllen bis zur Winterpause. Und dann schauen wir, ob wir mit einem Vorsprung Weihnachten feiern oder nicht."

Drei Punkte heute gegen die Admira könnten jedenfalls dazu beitragen.

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