Austria-Coach Letsch: "Die Leistung war einfach schlecht"

Fußball, Austria Wien - LASK
Während der LASK mit einem "großen Grinser" Wien verließ, waren die Violetten nach dem 0:3 bedient.

Während Oliver Glasner die Heimreise mit einem "großen Grinser" antrat, war Thomas Letsch bedient. Mit einem 0:3 gegen den LASK setzte es für die Austria am Sonntag die erste Liganiederlage in der heimischen Generali Arena. Die Linzer waren zwar nicht in dieser Höhe, aber dennoch deutlich überlegen. Sechs Siege in Folge sind es nun schon, die der LASK in der Meisterschaft eingefahren hat.

"Wenn man gewinnt, schaut man gerne auf die Tabelle", sagte Flügelspieler Reinhold Ranftl, der die Gäste mit seinem sehenswerten Volleytor zum 1:0 (28.) auf die Siegesstraße gebracht hatte. Im Finish erhöhten Dominik Frieser (90.) und Thomas Goiginger (91.). Der LASK scheint weiterhin auf Platz zwei, fünf Zähler hinter dem makellosen Meister Salzburg auf. Die Athletiker zeigten in Wien auch keine Anzeichen, dass sie diese Position abgeben werden. Zu souverän war ihr Auftritt.

Glasner sparte nicht mit Lob für seine Elf, sprach von einer "schönen Momentaufnahme" und einem gefestigten Team. Zittern gebe es beim LASK vor keinem Gegner mehr. "Wir haben eine gemeinsame Mentalität geschaffen, wo wir selbst unser Anspruch sind. Wir fahren hier her und spielen, als ob wir zu Hause spielen. Da bekomme ich Gänsehaut, wenn ich das sage", betonte Glasner.

Nach dem unglücklichen Aus in der Europa-League-Qualifikation gegen Besiktas Istanbul haben die Oberösterreicher national zugelegt. Die darauffolgenden fünf Siege wurden mit einem Torverhältnis von 11:2 erreicht. Rapid wurde ebenso besiegt wie der WAC und nun die Austria. Hinten macht Kapitän Gernot Trauner mit seinen Nebenleuten die Reihen dicht, vorne wirbeln Goiginger und Co. erfolgreich. Gegen Glasners mittlerweile fein abgeschmeckte Mischung fand eine auch körperlich unterlegene Austria kein Rezept.

Gegen den Ausbau der schwarz-weißen Siegesserie spricht im Moment wenig. Nach dem Zweitrunden-Auftritt im ÖFB-Cup am Mittwoch bei Stadl-Paura geht es Sonntag in Pasching gegen Sturm Graz. Glasner wusste: "Wenn wir das so wie heute machen, mit einer solchen Intensität, ist das die Basis. Dann ist es in Österreich für jede Mannschaft gegen uns schwierig."

Ursachenforschung

Anders war das Stimmungsbild bei der Austria. Nach dem umjubelten Erfolg im Derby gegen Rapid setzte es wieder einen Dämpfer. Nur drei Torschüsse verbuchten die Violetten im Gegensatz zu zehn des LASK. "Die Leistung war einfach schlecht, da müssen wir nichts schönreden", erklärte Coach Letsch. Alexander Grünwald war unterschiedlicher Meinung. "Es war ein ausgeglichenes Spiel mit dem Unterschied, dass der LASK das Tor gemacht hat", sagte Austrias Kapitän. Der LASK stehe momentan verdientermaßen auf Rang zwei. "Ich sehe uns aber nicht schlechter."

Letsch dürfte damit wenig anzufangen wissen. Der Deutsche wollte nach der Partie auf Ursachenforschung gehen. "Wir müssen uns genau überlegen, was schief lief nach dem letzten Spiel", meinte er in Rückblick auf den Derbysieg. Man dürfe es sich nicht zu einfach machen, von einem starken Kontrahenten zu sprechen. "Wir müssen Lösungen finden und das haben wir heute nicht. Wir haben eine starke Mannschaft, aber es nicht auf den Platz gebracht." Auch nicht in Spielhälfte zwei, als die Austria vergeblich an der taktischen Ausrichtung schraubte.

Die Möglichkeit auf eine Wende der Gemütslage ergibt sich schnell. Mittwochabend gastiert Titelverteidiger Sturm im Cup-Schlager in Wien-Favoriten. "Jetzt gilt es, es gegen Sturm besser zu machen", betonte Letsch.

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