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Analyse
11/04/2019

Aufsteiger WSG Tirol: Ein Zwerg gegen die Kleinen

Im Duell mit den direkten Konkurrenten im Abstiegskampf sehen die Tiroler schlecht aus. Das 0:4 gegen Altach war eine Bankrotterklärung.

von Christoph Geiler

Nach der 0:4-Abfuhr gegen Altach klang Thomas Silberberger fast wie Manuel Neuer. Der Bayern-Goalie hatte am Wochenende nach dem 1:5 in Frankfurt gemeint, dass sich dieses Debakel bereits angekündigt hatte. WSG-Tirol-Coach Silberberger fand ähnliche Worte. „Schon beim Abschlusstraining haben wir keine Spannung aufgebaut, es hat sich abgezeichnet", erklärte der 46-Jährige im Sky-Interview.

Im VIP-Klub des Tivolistadions sorgten diese Aussage von Thomas Silberberger für Irritationen. Auch dass sich immer wieder Spieler von WSG Tirol über den fehlenden Heimvorteil in Innsbruck beklagen, kommt bei den Vorstandsmitgliedern nicht gut an. Zum einen weil dieses Jammern  schlicht nichts bringt, da das Gernot Langes-Stadion in Wattens nicht bundesligatauglich ist; zum anderen weil die Klubverantwortlichen das nicht aus Ausrede gelten lassen wollen.

Zumal der Aufsteiger wahrlich andere Probleme hat als den mangelnden Zuschauerzuspruch. Gegen Altach wurde deutlich, wie limitiert diese Mannschaft doch eigentlich ist. Darüber können und dürfen auch die drei spektakulären Saisonsiege gegen die Austria nicht hinweg täuschen.

Altach hat - übrigens nicht als erstes Team - vorexerziert, wie WSG Tirol am besten beizukommen ist. Indem man dem Liga-Neuling nämlich über weite Strecken den Ball überlässt und jene Taktik anwendet, die auch die Wattener bevorzugen: Den schnellen Gegenstoß.

Es ist kein Zufall, dass die Tiroler acht ihrer zwölf Punkte in Partien geholt haben, in die sie als Außenseiter gehen konnten und ihr Heil im Konter suchten. Beim 3:1 und 3:2 gegen die Austria, beim 1:1 gegen den LASK und beim 2:2 in Wolfsberg. Warten allerdings Teams, mit denen sich die Wattener auf Augenhöhe wähnen, dann klappt diese Strategie nicht mehr und es offenbaren sich die fußballerischen Defizite der Mannschaft. Und weil aktuell auch die Standardsituationen nur Substandard-Niveau haben, fehlt WSG Tirol ein Plan B, um zum Erfolg zu kommen.

Die Bilanz gegen die Tabellennachbarn und potenziellen Gegner im Abstiegskampf ist ausbaufähig, um nicht zu sagen: desaströs. Wattens verlor beide Duelle mit Altach, gegen Admira und Hartberg setzte es ebenfalls Niederlagen und im Heimspiel gegen St.Pölten reichte es nur zu einem Remis. Lediglich gegen Mattersburg war WSG Tirol ein Sieg gelungen.

"Wir müssen schnell wieder in die Spur kommen, sonst schaut es auswärts in St. Pölten schlecht aus. Es hat gegen Altach von A bis Z nicht gepasst", mahnte Trainer Silberberger nach dem 0:4-Heimdebakel. Treue Tivolibesucher fühlten sich angesichts dieses Auftritts an den FC Wacker Innsbruck aus der Vorsaison erinnert. "So steigen wir ab", sagte ein Vorstandsmitglied der WSG.

Zwei neue Spieler im Winter

Den Verantwortlichen sind die Defizite durchaus bewusst. Nach dem Aufstieg hielten Trainer Thomas Silberberger und Sportchef Stefan Köck ganz bewusst jenen Spielern die Treue, die den Titel in der zweiten Liga gewonnen hatten. Jeder sollte in der Bundesliga die Chance bekommen, sein Können unter Beweis zu stellen. Mittlerweile zeigt sich, dass dem einen oder anderen Spieler in den Reihen der WSG die höchste Spielklasse eine Nummer zu groß ist.

Für den Winter sind deshalb bereits personelle Rochaden angedacht. Zwei neue Spieler sollen verpflichtet werden, um für den Kampf gegen den Abstieg gerüstet zu sein.

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