Sport | Fußball
27.08.2018

Anzeige: Droht Steffen Hofmann Stadionverbot?

Der Rapid-Ehrenkapitän entzündete bei seinem Abschiedsspiel eine Fackel und wurde von der Polizei deshalb angezeigt.

Das emotionale Abschiedsspiel von Steffen Hofmann hat ein kurioses Nachspiel: Während rund 25.000 Fans den Ehrenkapitän feierten und viele davon sogar Tränen in den Augen hatten, kam der Rapid-Rekordspieler am Abend des 22. Juli mit dem Gesetz in Konflikt.

Was ist passiert? Steffen Hofmann wurde beim 4:2 wie vereinbart ausgewechselt, während der Ehrenrunde gingen die Lichter im vollen Stadion aus. Der 37-Jährige bekam eine Fackel gereicht und  lieferte mit dem grünen Fackel-Schein im dunklen Stadion die letzten eindrucksvollen Bilder seiner langen Spielerkarriere.

Die Polizei sah aber auch noch etwas anderes: Ein Vergehen gegen die Pyrotechnik-Gesetze. Pyrotechnische Gegenstände auf dem Rasen? Das geht nicht, auch nicht bei einer Inszenierung im Rahmen eines Abschiedsspiels.

Anwälte am Ball

„Ich habe einen Bescheid bekommen. Ich wurde wegen der Fackel angezeigt und aus Sicht der Polizei wurde die nötige Arbeit getan. Das will ich gar nicht kritisieren“, sagt Hofmann im KURIER-Gespräch. Der Deutsche nimmt seinen ersten Konflikt mit dem Gesetz ernst: „Ich habe den Fall an meinen Anwalt und an einen Anwalt von der Rechtshilfe Rapid weitergegeben.“

Hofmann will sich über seine Facebook-Seite noch an die Rapid-Fans wenden, die Rechtshilfe Rapid hat eine offizielle Stellungnahme abgegeben. Kooperationsanwalt Christian Podoschek meint: „Eine Gefährdung durch die Fackel, wie sie der Gesetzgeber vor Augen hat, war im konkreten Fall auszuschließen. Außerdem sieht das Gesetz für die Verwendung von Pyrotechnik auf Bühnen, etwa in Theatern, Ausnahmen vor. Das könnte man hier ähnlich sehen." Podoschek kündigt Einspruch an: "Wir werden jedenfalls ein umfassendes Rechtsmittel gegen dieses Straferkenntnis ergreifen.“

Auch wenn es kurios klingt: Theoretisch könnte sogar ein Stadionverbot gefordert werden. Und das wäre für den neuen Talente-Manager von Rapid ein echtes Problem: „Wenn es so weit kommen sollte, dass sie mich nicht mehr ins Stadion lassen wollen, wäre das für meinen Job alles andere als hilfreich.“

Da Hofmann "Ersttäter" ist und auch keine Wiederholungsgefahr besteht, ist eine Geldstrafe aber die viel wahrscheinlichere Sanktion.