Sport | Fußball
20.12.2011

Alaba: "Einmal Champions League gewinnen"

Der frischgebackene Fußballer des Jahres im Interview.

Was bedeutet die Kür zum Fußballer des Jahres für Sie?
Alaba: "Das ist für mich eine riesige Ehre. Ich bin völlig überrascht, damit habe ich überhaupt nicht gerechnet. Bedanken möchte ich mich bei allen, die mich gewählt haben, bei meiner Familie, meinen Freunden und bei Gott."

Wenn man sich Ihre bisherige Laufbahn anschaut, dürfte diese Auszeichnung nur ein vorläufiger Höhepunkt sein. Welche weiteren Ziele haben Sie sich gesteckt?
"Ich versuche mich immer weiterzuentwickeln und stecke mir kleinere, kurzfristige Ziele. Was in zehn Jahren sein könnte, darüber denke ich nicht nach. Aber natürlich ist es ein Traum, einmal die Champions League zu gewinnen."

Wie sehen die Vorhaben mit der Nationalmannschaft aus?
"Das Team hat sehr hohes Potenzial. Wenn wir so weiterarbeiten wie zuletzt und die Chancen besser nützen, können wir erfolgreich sein. In der WM-Qualifikation haben wir eine schwierige Gruppe, doch wir sind eine gute, junge Mannschaft. Wenn es uns gelingt, unsere Stärken auszuspielen, können wir über eine WM-Teilnahme reden."

Zuletzt haben Sie im Team und bei den Bayern eine eher defensive Rolle im Zentrum gespielt, davor bei den Bayern aber auch schon am Flügel und als Linksverteidiger. Was ist Ihre Lieblingsposition?
"Am liebsten spiele ich im zentralen Mittelfeld als Sechser oder am linken Flügel. Ich kann aber auch als Zehner hinter den Spitzen spielen. Nur als Linksverteidiger habe ich mich nicht wohlgefühlt. Im Endeffekt wissen die Trainer am besten, wo ich der Mannschaft helfen kann."

Inwieweit profitieren Sie vom täglichen Training mit Ribery, Robben und Co.?

"Sehr stark, wobei ich es noch immer nicht ganz glauben kann, dass ich mit solchen Weltklassespielern arbeiten darf. Es macht großen Spaß und ich kann jeden Tag viel lernen, auch was den mentalen Bereich betrifft. Die Spieler reden viel mit mir und ich versuche, das Beste daraus mitzunehmen."

Ist der FC Bayern schon das Ziel aller Wünsche oder gibt es einen Traumverein, für den Sie einmal spielen möchten?
"Der FC Bayern gehört zu den Top-3-Clubs der Welt. Natürlich sind die Premier League und die Primera Division großartige Ligen, aber daran verschwende ich im Moment keine Gedanken, weil ich mich in München sehr wohl fühle."

Wäre Ihre Karriere anders verlaufen, wenn Sie nicht schon als knapp 16-Jähriger Österreich verlassen hätten, sondern länger geblieben wären?
"Das ist schwer zu sagen. Ich habe mich bei der Austria sehr wohl gefühlt und dort viel gelernt. Meine Familie und ich haben uns dann zu dem Schritt entschieden, obwohl das von vielen kritisiert worden ist."

Würden Sie jungen österreichischen Fußballern raten, so früh wie möglich ins Ausland zu wechseln?
"Das muss jeder für sich entscheiden. Das Umfeld muss passen, die Familie muss hundertprozentig dahinter stehen und es muss dem Spieler klar sein, dass er viel aufgeben muss. In Österreich gibt es auf jeden Fall eine sehr gute Nachwuchsarbeit."

Mehr zum Thema

  • Hintergrund

  • Interview

  • Hintergrund

  • Bilder