Abgang: Hinterseer ist der begehrteste Tiroler und wird den Gang in die Erste Liga nicht antreten.

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Abgesang
03/27/2014

In Innsbruck denkt man schon an Auf- und Umbauarbeiten

Nach dem matten 0:0 gegen die Admira ist bei Wacker der letzte Optimismus weg.

von Christoph Geiler

Am bitteren Ende pfiffen die Innsbrucker Fans sogar auf das Pfeifkonzert und ließen den groß angekündigten Platzsturm platzen. So desolat und ernüchternd war die Darbietung des FC Wacker bei der Nullnummer gegen die Admira, dass die 3000 letzten Getreuen im Tivolistadion nach dem Schlusspfiff blitzartig und stumm die Flucht ergriffen.

Ein stiller Protest als Ausdruck der Fassungslosigkeit über die Talfahrt des Traditionsklubs. Falls tatsächlich noch irgendwer an ein Wunder geglaubt haben sollte, so wurde er spätestens am Dienstagabend auf den Boden der Tatsachen geholt. Das Spiel der letzten Chance wurde zu einer Innsbrucker Ohnmachtsdemonstration, statt Endspielstimmung herrschte im Tivolistadion Endzeitstimmung.

Der hilflose Tiroler Auftritt gegen eine harmlose Admira war ein einziger Hilfeschrei – und ein Bewerbungsschreiben für die zweite Liga sowieso. Wieso Trainer Michael Streiter in dieser Partie, in der die Innsbrucker gewinnen musste, mit Hinterseer und Wallner lediglich zwei Offensivspieler aufbot, ist genauso rätselhaft wie der energielose Auftritt der gesamten Mannschaft. "Wir sind zu schwach, zu schlecht", stellte Tormann-Routinier Szabolcs Safar fest. "Natürlich spricht jetzt immer weniger für uns, das muss man glasklar sehen. Jetzt braucht es schon ein Wunder", musste Streiter nach der Partie zugeben.

Der Tiroler Rekordspieler war im Winter als Heilsbringer und Retter an den Inn geholt worden. Nach acht Partien im Amt muss festgehalten haben werden: Es hat sich unter Streiter sehr wohl ein Trainer-Effekt eingestellt – die Mannschaft ist noch erfolgloser als zuvor unter Roland Kirchler. Was Streiter vor allem auf die fehlende Qualität im riesigen 30-Mann-Kader zurück führt.

Projekt Wiederaufstieg

Trotzdem soll er kommende Saison das langfristige Projekt Wiederaufstieg in Angriff nehmen. "Wir setzen auf Kontinuität", versichert Präsident Josef Gunsch. Ob ein Trainer mit einer so katastrophalen Bilanz (unter Streiter hat Wacker nie gewonnen) Aufbruchstimmung erzeugen kann, ist freilich dahin gestellt.

Am Absturz von Wacker Innsbruck zeigt sich auch das Dilemma, in dem der österreichische Fußball steckt. In der kommenden Saison werden voraussichtlich nur noch drei von neun Landeshauptstädten in der obersten Spielklasse vertreten sein: Wien, Salzburg und Graz. Dafür drängt mit Altach (6350 Einwohner) der nächste Dorfklub in die Bundesliga.

Beim FC Wacker läuft inzwischen längst alles schon nach Plan B. Schon seit Winter macht sich Sportchef Florian Klausner Gedanken über die zweite Liga. "Alles andere wäre auch unseriös. Wir haben immer zweigleisig geplant." Er sieht im Abstieg eine Chance für einen langfristigen Aufbau. "Dieser Mannschaft fehlt die Struktur", erklärt er und schwört die Fans auf ein längeres Dasein in der Zweitklassigkeit ein. "Wir brauchen eine Mannschaft, die zusammen wächst. Ich glaube nicht, dass es Sinn macht und realistisch ist, den sofortigen Wiederaufstieg anzustreben. "

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