6:0-Sieg in Deutschland

So kann’s laufen: Der Deutsche Friedrich (re.) schlug sich den Ball zum Ausgleich ins eigene Tor, Harnik musste nicht mehr eingreifen. Am Ende siegte Deutschland im Juni 2:1.
Foto: ap

80 Jahre sind vergangen, seit die österreichische Fußball-Nationalmannschaft in Deutschland gewonnen hat.

Wenn die Lage aussichtslos erscheint, dann werden sie heraufbeschworen: Jene Wunder im Fußball, die in regelmäßigen Abständen geschehen. Um den letzten Auswärtssieg der Österreicher in Deutschland zu finden, muss im Sportgeschichtsbuch allerdings sehr weit zurückgeblättert werden. 1931 war's, in Berlin. 6:0 gewannen damals die wunderbaren Fußballer Sindelar, Zischek, Schall und Kollegen.

Aus Sicht der österreichischen Mannschaft wäre es am Freitag (20.45 Uhr/live ORF eins, ZDF, KURIER.at-Ticker) in Gelsenkirchen gegen Deutschland wieder einmal Zeit für eine Sternstunde.

Denn nur so kann die ohnehin kaum existente Chance auf eine erfolgreiche EM-Qualifikation gewahrt werden, nur so besteht die Minimalchance, dass der im Dezember auslaufende Vertrag von Teamchef Dietmar Constantini doch noch eine Verlängerung erfährt.

So kann’s laufen: Der Deutsche Friedrich (re.) schlug sich den Ball zum Ausgleich ins eigene Tor, Harnik musste nicht mehr eingreifen. Am Ende siegte Deutschland im Juni 2:1. Foto: ap So kann’s laufen: Der Deutsche Friedrich (re.) schlug sich den Ball zum Ausgleich ins eigene Tor, Harnik musste nicht mehr eingreifen. Am Ende siegte Deutschland im Juni 2:1.

- Schnell ermittelt Österreichs Antwort auf das deutsche Kollektiv lautet: Hoffer, Harnik, Arnautovic. Schnelle Spieler sollen den deutschen Innenverteidigern entwischen, von den Flanken sollen die Bälle in die Räume hinter der Abwehr gespielt werden.

- Manndeckung Julian Baumgartlinger bekommt es im zentralen Mittelfeld gemeinsam mit David Alaba mit Mesut Özil zu tun: "Wir müssen aggressiv verteidigen, den Deutschen auf die Zehen treten. Das mögen sie absolut nicht." Das hat in Wien gut geklappt, wo der Rapidler Stefan Kulovits den Real-Madrid-Star entschärfen konnte.

- Verdichtung Die einzelnen Formationen müssen kompakt stehen, dürfen den Deutschen keine Räume zur Entfaltung geben. "Wenn sie die bekommen, sind sie nicht leicht zu stoppen. Das hat man schon beim Sieg über Brasilien gesehen", weiß Stuttgart-Legionär Martin Harnik.

- Frechheit Wer nichts mehr zu verlieren hat, der kann eigentlich unbekümmert aufspielen, wie Abwehrchef Emanuel Pogatetz bestätigt: "Wir müssen frech auftreten. Für die jungen Spieler ist das Match eine tolle Plattform." Zlatko Junuzovic findet noch deutlichere Worte: "Wir dürfen uns nichts sch... Wenn wir nur hinten drinnen stehen, werden wir sicher irgendwann ein Tor bekommen."

Ähnlich sieht es Martin Harnik: "Haben alle schon das Spiel in Wien vergessen? Wir müssen auch in Gelsenkirchen so auftreten."

So kann’s laufen: Der Deutsche Friedrich (re.) schlug sich den Ball zum Ausgleich ins eigene Tor, Harnik musste nicht mehr eingreifen. Am Ende siegte Deutschland im Juni 2:1. Foto: ap So kann’s laufen: Der Deutsche Friedrich (re.) schlug sich den Ball zum Ausgleich ins eigene Tor, Harnik musste nicht mehr eingreifen. Am Ende siegte Deutschland im Juni 2:1.

- Prinzip Hoffnung Für Franz Schiemer, der nach fast fünf Monaten Verletzungspause ein Team-Comeback in der Innenverteidigung gibt und sein Debüt gegen Deutschland feiert, ist ein Erfolg über den großen Bruder nur eine Frage der Zeit: "Wir haben schon lange nichts mehr gegen Deutschland gewonnen. Irgendwann muss es ja wieder passieren."

Im Teamcamp zu Bad Tatzmannsdorf machte sich in den letzten Tagen eine Art Endzeit-Stimmung breit. Konzentriert und engagiert waren die Spieler bei der Sache, doch von großem Druck war nichts zu spüren.

Auch der Teamchef bestach durch eine zuletzt nicht immer gezeigte Lockerheit - vielleicht, weil er sich mit seiner prekären persönlichen Situation abgefunden hat. Ausgerechnet diese Lässigkeit könnte nun der Schlüssel zum Erfolg werden.

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(kurier) Erstellt am
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