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Sport Fußball
08/10/2019

Zittersieg: Fountas bescherte Rapid den ersten Saisonerfolg

Ein früher Doppelpack des Griechen sorgte für die Entscheidung. Dennoch erntete Rapid nach dem Schlusspfiff Pfiffe.

Der 20. Mai 2018 bleibt in Hütteldorf als besonders emotionaler Abend in Erinnerung: Steffen Hofmann feierte als Rekordrapidler mit einem Tor beim 4:1 gegen Altach seinen Abschied aus dem Profifußball. Seither hat sich bei Rapid viel getan, Sieg gegen Altach gab es aber in vier Duellen keinen mehr.

Verdient war dieser auch am Samstag nicht, aber Rapid zitterte sich in großer Hitze mit dem 2:1 in Runde 3 zum ersten Erfolg der Saison. „Das Beste am Spiel waren die drei Punkte“, erkannte Rapid-Trainer Didi Kühbauer, der richtig sauer war: „So kann man nicht auftreten. Dieses Spiel gibt mir sehr zu denken.“

Christopher Dibon lief in seinem 150. Spiel für Rapid als Kapitän ein. Stefan Schwab plagen Muskelschmerzen am Adduktorenansatz. Auch bei Altach musste der Kapitän passen: Philipp Netzer verletzte sich beim Aufwärmen, Manuel Thurnwald sprang gegen seinen Stammverein kurzfristig ein. Der Rechtsverteidiger musste also erneut innen aushelfen – und tat das gegen den neuformierten, flinken Rapid-Sturm mit Taxi Fountas und Philipp Schobesberger.

Und der funktionierte gleich beim ersten Angriff. Max Ullmann spielte Christoph Knasmüllner frei, dessen Flanke verpasste Schobesberger, doch der wieder fitte Thorsten Schick brachte den Ball noch zu Fountas. Bei 33 Grad im Schatten zog der Grieche eiskalt ab – 1:0 (4.).

Rapid kontert

Danach dominierte Altach mit einer Spielanlage, die an Rapid in der Zeit mit Zoran Barisic als Trainer erinnerte. Und so wie sich der heutige Sportdirektor damals öfters über Kontertore ärgern musste, passierte es auch Altach-Coach Alex Pastoor: Schick spielte einen perfekten Lochpass auf Thomas Murg. Es folgte ein Querpass, und abermals war Fountas zur Stelle – 2:0 (11.). In der Rapid-Loge jubelte Koya Kitagawa mit den insgesamt 12.800 Fans.

Sicherheit gewannen die Hütteldorfer nicht: Srdjan Grahovac spielte einen fürchterlichen Rückpass, Richard Strebinger rettete bei seinem Comeback gegen den starken Mergim Berisha. Doch die Gäste blieben am Ball. Marco Meilinger flankte, Christian Gebauer verkürzte – 2:1 (27.).

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Rapid reagierte mit dem schönsten Angriff. Nach einer Schobesberger-Flanke parierte Martin Kobras den Volley von Ullmann (34.). Beim folgenden Corner fand Schobesberger fast das Ziel. Zur Pause hatte Rapid nur 39 Prozent Ballbesitz, führte aber bei den Schüssen mit 9:5.

Der zehnte fiel zu schwach aus. Dabei hatte Schick am Fünfer Fountas ideal freigespielt (47.). Danach bettelte Rapid um den Ausgleich. Manfred Fischer bekam zwei Chancen. Die beste hatte Gebauer nach einem Dibon-Patzer, vorbei (55.). Nach dem nächsten Fehler des Kapitäns scheiterte erneut Gebauer, diesmal an Strebinger (64.). Davor hatte Schobesberger ideal auf Fountas durchgesteckt, doch Kobras war im 1:1 der Sieger geblieben (62.).

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Zurück zum 4-2-3-1

Als Strebinger auch noch einen Berisha-Freistoß aus dem Kreuzeck fischen musste, stellte Trainer Didi Kühbauer mit Manuel Martic auf das alte 4-2-3-1 um (68.).

Erst jetzt gewann Rapid etwas an Kontrolle auf das rasante Spiel. Die Nachspielzeit war ein Spektakel: Da zwei Chancen für Joker Aliou Badji (und ein Elfer-Alarm), dort rettete Martic vor dem 2:2 auf der Linie. Und bei der letzten Chance war abermals Matchwinner Strebinger gegen Fischer Sieger. Trotz des Sieges erntete Rapid nach dem Schlusspfiff Pfiffe.

  • Stimmen zum Spiel

Dietmar Kühbauer (Rapid-Trainer): "Es war ein sehr spannendes Spiel. Wir haben es dem Gegner sehr einfach gemacht, der Gegner war sehr gut unterwegs, weil wir ihn wenig gestört haben, sie haben den Ball zirkulieren lassen können. Das Gute von uns war, dass wir innerhalb von elf Minuten zwei Tore geschossen haben. Dann haben wir - warum auch immer - aufgehört, Fußball zu spielen. Deshalb war das Spiel bis zum Schluss immer auf des Messers Schneide. Die Arbeit gegen den Ball hat nicht gepasst, das hat mich maßlos geärgert. Das einzig Positive aus diesem Spiel ist der Sieg. Den muss man in die Kategorie 'dreckiger' Sieg einordnen."

Alex Pastoor (Altach-Trainer): "Wir müssen mit dem Ergebnis leben. Die defensive Ordnung müssen wir schneller im Griff haben, das hat uns zwei Tore gekostet. Im Spiel waren wir in vielen Bereichen besser als der Gegner - abgesehen vom Toreschießen. Kurzfristig ist es scheiße, die Leistung war aber okay. Philipp Netzer hat beim Aufwärmen einen Stich gespürt, es war dann schnell klar, dass er nicht spielen kann."