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Sport Fußball
10/20/2019

1:1 gegen den WAC: Rapid vergibt die Chance auf Platz drei

Die Wiener müssen sich nach einer Härteschlacht gegen den Wolfsberger AC mit einem Remis begnügen und bleiben Vierter.

von Alexander Huber

Es bleibt dabei: Rapid ist noch kein Sieg gegen einen Starter der Europacup-Gruppenphasen gelungen. So knapp wie beim 1:1 gegen den WAC waren die Hütteldorfer bei den Heimspielen gegen Salzburg und den LASK aber nicht dran.

Trainer Didi Kühbauer hatte auf die Startelf vom 3:2 in Mattersburg und wieder auf eine Dreierkette gesetzt. Das war nach den Hinweisen auf den "Salzburg-Stil" der Wolfsberger keine Überraschung mehr. Die Bauchmuskelzerrung von Philipp Schobesberger konnte hingegen geheim gehalten werden.

Der WAC war in der bestens eingespielten Stammformation eingelaufen.

Rapid startete nach vier Siegen in fünf Spielen mit der gewohnten Ballsicherheit, aber auch mit viel Zug ins rasante Spiel. Bei den ersten beiden Chancen wurde die Taktik klar: Die WAC-Raute im Mittelfeld sollte über den anfangs überragenden Stefan Schwab mit weiten Bällen auf die Außenspieler auseinandergezogen werden. Bei den folgenden Flanken gab es jeweils Eins-gegen-Eins-Duelle der Innenverteidiger mit der Doppelspitze Aliou Badji und Taxi Fountas, der zwei Mal verfehlte (3., 10.).

Durch die Mitte ging es meist mit Doppelpässen, so wie zwischen Filip Stojkovic und Dejan Ljubicic. Der Montenegriner schoss drüber. Bei der besten Chance spielte Christoph Knasmüllner erneut Fountas frei, der auch Alex Kofler stehen ließ, aber der unsichere WAC-Tormann konnte noch auf der Linie retten. Fountas knallte danach an die Bande und musste verarztet werden (23.).

Umstrittene Pfiffe

Genau in dieser Phase entglitt Schiedsrichter Alex Harkam die Partie. Die Rapidler wurden immer aggressiver. Fountas, eben erst wieder ins Spiel gekommen, war bei einem Befreiungsschlag von Nemanja Rnic zu spät dran. Da der Grieche wegen einer Unsportlichkeit bereits verwarnt war, wäre Gelb-Rot möglich gewesen – Harkam verzichtete.

Rot sah dafür WAC-Co-Trainer Sahli wegen Kritik. Denn ausgerechnet Fountas traf beim nächsten Angriff zum 1:0. Vorausgegangen waren eine schöne Kombination und ein Stangenschuss von Knasmüllner. Der Rapid-Goalgetter staubte ab (31.).

Fu§ball, SK Rapid Wien - RZ Pellets WAC

Und der WAC? Vom Selbstvertrauen nach sechs Siegen in sieben Ligaspielen war durch das forsche Auftreten der Hütteldorfer nichts mehr zu sehen. Einzig ein Liendl-Freistoß landete bei Mario Leitgeb (wem sonst?), Richard Strebinger hielt (18.).

Nach der Pause war es ausgeglichener. Stojkovic suchte allzu offensichtlich den Kontakt für einen Elfmeter – kein Pfiff, die 21.200 Zuschauer tobten.

WAC kommt zurück

Badji und Fountas vergaben auf der einen Seite, Anderson Niangbo auf der anderen. Der Ausgleich fiel fast logischerweise aus einem Liendl-Freistoß, den Mario Leitgeb aus kurzer Distanz per Kopf verwertete (64.). Strebinger und Hofmann standen nicht gut.

Rapid legte sofort zu, Fountas vergab die Topchance auf das 2:1 (65.). Aber auch der technisch starke WAC wurde mit viel Ballbesitz gefährlicher. Harkams Pfiffe blieben umstritten, WAC-Trainer Gerhard Struber sah ebenfalls Gelb.

Den Matchball für Rapid in einem intensiven Fight vergab Christopher Dibon per Kopf in Minute 87.

Stimmen zum Spiel

  • Dietmar Kühbauer (Rapid-Trainer): „Es war für mich heute ein ähnliches Spiel wie gegen Hartberg, das wir auch früher entscheiden hätten müssen. Das Einzige, das ich der Mannschaft vorwerfen muss, ist, dass wir nicht das zweite Tor gemacht haben. So hat man immer gewusst, dass der WAC Qualität hat. Natürlich war da das Elfmeterfoul an Filip (Stojkovic; Anm.), das man einfach geben muss. Dann hätten wir es vielleicht via Elfmeter geschafft. So muss ich sagen, es sind für mich zwei verlorene Punkte.“
  • Gerhard Struber (WAC-Trainer): „Es war ein unglaublich hohe Intensität in dem Spiel über die gesamte Dauer. Ein richtiger Abnützungskampf. Aus meiner Sicht hätte hier Schiedsrichter Harkam das eine oder andere Mal seiner Rolle gerecht werden müssen - das ist nicht passiert. Deswegen haben wir ein Spiel gesehen, das an der Grenze war und teilweise auch ein Stück weit drüber. Wir haben uns in der ersten Hälfte spielerisch schon beeinflussen lassen von der Gangart. Wir haben nicht immer den Zugriff geschafft. Wir haben dann aber ein bisschen was verändert in unserer Positionierung, sind schlagkräftiger geworden und dann auch verdient zu dem 1:1 gekommen und zu dem Punkt.“