© REUTERS/Lisi Niesner

Sport
04/09/2020

Fünf Meilensteine verteilt auf eine Marathon-Distanz

Um keine andere Leichtathletik-Disziplin ranken sich so viele Geschichten wie um den Marathonlauf. Fünf (subjektive) Höhepunkte.

von Florian Plavec

1.) Der Grieche Pheidippides soll vor mehr als 2.500 Jahren von Marathon nach Athen gelaufen sein, um den Sieg der Griechen über die Perser zu melden. Dass der Läufer die etwa 35 Kilometer in voller Rüstung zurückgelegt hatte und nach seiner Ankunft tot zusammenbrach, ist allerdings eine Mär, die erst 500 Jahre später von griechischen Geschichtsschreibern erdichtet wurde.

2.) Erst im Jahr 1908 bei den Olympischen Spielen in London führte der Marathon erstmals über die Distanz von 42,195 Kilometern. So konnte sich das Ziel direkt unter der königlichen Loge von Schloss Windsor befinden. Dramatisch war der Zieleinlauf: Der völlig geschwächte, führende Italiener Dorando Pietri wurde von Ordnern ins Ziel geschoben und danach disqualifiziert. Als Entschädigung bekam er von der englischen Königin einen Pokal.

3.) 1960 ist der Äthiopier Abebe Bikila der erste Olympiasieger aus einem schwarzafrikanischen Staat. Er gewann den Marathonlauf in Rom barfuß in 2:15:16 Stunden. Vier Jahre später siegte er in Tokio erneut – allerdings mit Schuhen. Nach einem Autounfall 1968 war Bikela querschnittsgelähmt, er starb 41-jährig.

4.) Frauen war es bis 1967 verboten, an Marathonläufen teilzunehmen. Am 19. April 1967 schummelte sich Kathrine Switzer, die sich mit ihren Initialen angemeldet hatte, in Boston in das Starterfeld. Nach zwei Kilometern stürzte sich der Co-Renndirektor auf sie und brüllte sie an, das Rennen zu verlassen. Doch neben Switzer lief ihr Freund, ein Footballspieler, der den Mann wegschubste. Die Bilder des Eklats gingen um die Welt – bald wurden auch Frauen zugelassen. Die heute 73-jährige Switzer sagte einmal: „Ein Tag ohne Laufen kann ein schöner Tag sein, aber nicht der beste.“

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5.) Am 12. Oktober 2019 schrieb der 34-jährige Eliud Kipchoge in Wien Marathon-Geschichte. Als erster Mensch lief der Kenianer die 42,195 Kilometer unter 2 Stunden (1:59:40). Als offizieller Weltrekord wurde die Zeit aber nicht gewertet, da sie unter "Laborbedingungen" erzielt wurde. Kipchoge wurde von ständig wechselnden Pacemakern begleitet, und ein Auto gab das exakte Tempo vor. Der Weltrekord liegt deshalb weiterhin bei 2:01:39 Stunden. Aufgestellt beim Marathon in Berlin 2018 von ... Eliud Kipchoge.

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