Sport | Formel-1
14.04.2018

Vettel holt China-Pole, Sorgenfalten bei Mercedes

Zwei Ferraris stehen ganz vorne, die zwei Mercedes müssen sich dahinter einreihen.

Ferrari hat am Samstag das Qualifying für den Formel-1-Grand-Prix von China dominiert. Sebastian Vettel erzielte in 1:31,095 Minuten 87 Tausendstel vor seinem Teamkollegen Kimi Räikkönen Bestzeit auf dem Shanghai International Circuit. Die Mercedes-Piloten Valtteri Bottas (+0,530 Sek.) und Lewis Hamilton (0,580) folgten zwar auf den Rängen drei und vier, verloren aber mehr als eine halbe Sekunde.

"Ich weiß nicht, ob wir sie fordern können, wir hatten heute eine halbe Sekunde Rückstand", lautete deshalb die erste Reaktion von Weltmeister Hamilton. Doch nicht nur beim 33-jährigen Engländer, auch bei den Silberpfeil-Bossen herrschte Alarmstufe Rot. "Mir macht der Zeitunterschied Sorgen, eine halbe Sekunde ist sehr viel", betonte etwa der Team-Vorsitzende Niki Lauda im ORF-Interview. "Die Ferraris sind im Moment wirklich besser."

Im Gegensatz zu Mercedes kam Ferrari mit dem überraschend kalten Wetter viel besser zurecht. "Die haben alles richtig hingekriegt bei diesen kalten Bedingungen", meinte Lauda, dem nur die Hoffnung blieb, dass sein Team bei den für den Rennsonntag angekündigten höheren Streckentemperaturen besser in Fahrt kommt.

Die Red-Bull-Piloten Max Verstappen (0,701) und Daniel Ricciardo (0,853) folgten hinter dem Mercedes-Duo auf den Plätzen fünf und sechs. Der Australier Ricciardo hatte aber bis zuletzt um seine Qualifying-Teilnahme zittern müssen, nachdem es ihm im dritten Freien Training den Turbolader in seinem Boliden "zerrissen" hatte, wie Red-Bull-Teamchef Christian Horner bestätigte.

Da man nicht wusste, ob durch diese Explosion auch der Motor Schaden genommen hatte, entschloss man sich sicherheitshalber die ganze Antriebseinheit zu tauschen. Die Bullen-Crew hatte deshalb in den verbleibenden zwei Stunden bis zum Qualifying-Beginn alle Hände voll zu tun und wurde gerade noch rechtzeitig fertig. "Es war eine ganz enge Geschichte", betonte Horner.

Angesäuerter "Iceman"

Während die Konkurrenz mit Problemen zu kämpfen hatte, lief bei Ferrari alles bestens. Nur Räikkönen war etwas angesäuert, denn der 38-jährige "Iceman" hatte im letzten Sektor die 18. Poleposition seiner Karriere hauchdünn verpasst. "Die Runde war okay, aber eben nicht gut genug und deshalb nicht das, was ich wollte", lautete der knappe Kommentar des Finnen.

Sein Teamkollege Vettel hatte dagegen gut lachen, nachdem er die zweite Pole in Serie nach jener zuletzt in Bahrain und die insgesamt 52. seiner Karriere eingefahren hatte. "Das Auto war unglaublich, besser geht es nicht. Ich bin wirklich glücklich", frohlockte der 30-jährige Deutsche, der nach seinen Siegen in Australien und Bahrain die WM mit dem Maximum von 50 Zählern vor Hamilton (33) anführt. In China steht der vierfache Ex-Weltmeister zum vierten Mal auf dem besten Startplatz.

Bottas beklagte vor allem den im Vergleich mit Ferrari fehlenden Grip. Ein noch eklatanteres Set-Up-Problem hatte Toro Rosso. Der Franzose Pierre Gasly, zuletzt in Bahrain sensationell Vierter, kam deshalb nicht über Platz 17 hinaus. Sein neuseeländischer Teamkollege Brendon Hartley schaffte es zwar in den zweiten Quali-Abschnitt, musste sich aber am Ende auch nur mit Rang 15 begnügen.

Vorläufige Startaufstellung für China-Grand-Prix:

   1. Reihe:
 Sebastian Vettel (GER) Ferrari
 Kimi Räikkönen (FIN) Ferrari

   2. Reihe:
 Valtteri Bottas (FIN) Mercedes
 Lewis Hamilton (GBR) Mercedes

   3. Reihe:
 Max Verstappen (NED) Red Bull
 Daniel Ricciardo (AUS) Red Bull

   4. Reihe:
 Nico Hülkenberg (GER) Renault
 Sergio Perez (MEX) Force India

   5. Reihe:
 Carlos Sainz (ESP) Renault
 Romain Grosjean (FRA) Haas

   6. Reihe:
 Kevin Magnussen (DEN) Haas
 Esteban Ocon (FRA) Force India

   7. Reihe:
 Fernando Alonso (ESP) McLaren
 Stoffel Vandoorne (BEL) McLaren

   8. Reihe:
 Brendon Hartley (NZL) Toro Rosso
 Sergej Sirotkin (RUS) Williams

   9. Reihe:
 Pierre Gasly (FRA) Toro Rosso
 Lance Stroll (CAN) Williams

  10. Reihe:
 Charles Leclerc (MON) Sauber
 Marcus Ericsson (SWE) Sauber