Unantastbar: Hamilton herrscht über Silverstone

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Foto: APA/AFP/BEN STANSALL Die Fans lieben ihren König: Hamilton siegt zum fünften Mal in England.

Der Brite gewann zum fünften Mal sein Heimrennen. Nur noch ein Punkt fehlt auf WM-Leader Vettel.

Scharf wurde Lewis Hamilton kritisiert, als er am Mittwoch als einziger Fahrer das Show-Event der Formel 1 in London ausgelassen hat. Doch gestern hatten die Briten ihren Star wieder lieb. Der 32-Jährige gewann überlegen den Grand Prix von Großbritannien. In der WM-Wertung fehlt Hamilton nur noch ein Punkt auf Sebastian Vettel, der in der dramatischen Schlussphase viel Pech hatte. Das waren die Sieger und die Verlierer des Wochenendes in Silverstone.

Die Sieger

Lewis Hamilton
Eindrucksvoller kann man ein Rennen nicht gestalten. Poleposition, jede Runde in Führung, schnellste Rennrunde, Sieg. Lewis Hamilton war der Mann des Wochenendes und ließ sich nach seinem fünften Heimsieg von den Fans feiern. Der Zweite Bottas und der Dritte Räikkönen saßen schon minutenlang bei der Pressekonferenz, als sich Hamilton als Crowdsurfer noch über die Köpfe der Fans tragen ließ. "Das ist unglaublich hier, die besten Fans, Gott segne euch", rief der Sieger seinem Publikum zu. "Ich bin sehr stolz. Mein Plan ist natürlich, die WM zu gewinnen, aber der Weg ist noch weit."

Mercedes
Mit harten Reifen ging der strafversetzte Valtteri Bottas von Platz neun ins Rennen. Kontinuierlich holte er auf. 2,1 Sekunden dauerte sein Boxenstopp, 2,3 jener von Hamilton – Spitzenwerte. Mercedes baute seine Spitzenposition in der WM aus und Motorsportchef Toto Wolff strahlte: "Man darf sich jetzt nicht komplett in Freude verlieren, wenn das Resultat so super ist. Aber was wir heute geleistet haben, war wirklich ein super Teamwork."

Dramatik
Lange Zeit war das Rennen wenig aufregend. Doch in den letzten Runden überschlugen sich die Ereignisse. Zuerst löste sich der linke Vorderreifen von Kimi Räikkönen auf, der Finne verlor Platz zwei. Kurz darauf passierte Sebastian Vettel das gleiche Malheur. Statt Rang drei blieb dem Deutschen nur der siebente Platz. "Das kam wie aus dem Nichts", sagte der Deutsche. "Jetzt müssen wir den Fetzen analysieren, der übergeblieben ist." Ob die knapp gerettete WM-Führung ein Trost sei? "Heute finde ich nicht viel Trost." Spannend wird jedenfalls auch das WM-Duell. "Der WM-Kampf zwischen Hamilton und Vettel, beziehungsweise Mercedes und Ferrari geht in Budapest in die nächste Runde", sagte Niki Lauda.

Die Fans
Zirka 135.000 enthusiastische, aber disziplinierte Zuschauer machten am Sonntag das Rennen zu einer Party und traten den Beweis an, dass die Königsklasse immer noch die Mengen fasziniert.

Verstappen vs. Vettel
Rundenlang lieferten einander Verstappen und Vettel ein beinhartes Duell. "Dieser Zweikampf hat Spaß gemacht", sagte der Niederländer, der Vierter wurde.

Die Verlierer

Pirelli & Vettel
Es machte das Rennen zwar spannend, sollte aber trotzdem nicht passieren: Zwei Reifenschäden zerstörten die Rennen der Ferrari-Piloten. Besonders dramatisch war das natürlich für den WM-Führenden Vettel.

Toro Rosso
Wieder einmal war Daniil Kwjat zu ungestüm. Diesmal krachte es mit seinem Teamkollegen Carlos Sainz jr. Für beide war das Rennen zerstört.

Die Zukunft des Rennens
Offen bleibt, wie es mit dem GP von Großbritannien nach 2019 weitergeht. Die Verantwortlichen der Strecke gingen auf ein Angebot von F1-Besitzer Liberty Media nicht ein, die das Rennen für fünf Jahre selbst veranstalten wollten. Im Raum steht sogar ein Rennen auf einem Stadtkurs in London.

(kurier) Erstellt am
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