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Sport
05/14/2019

Duell mit den Fivers: Wer Krems zum Favoriten formte

Ibish Thaqi steht hinter den Erfolgen der Wachauer Handballer. Heute trifft er auf seinen Ex-Klub, die Fivers aus Wien.

von Philipp Albrechtsberger

Ein Derby ist nicht immer nur an den Ort gebunden. Zwischen Krems und Wien-Margareten liegen 85 Autobahnkilometer, und dennoch verbindet diese beiden Orte im österreichischen Handball etwas ganz Besonderes. Für viele war es DAS Derby im Osten, wenn der UHK aus der Wachau auf die Fivers traf.

Heute, Dienstag, gibt es in der Hollgasse in Margareten das nächste Kräftemessen der beiden Klubs (18.15 Uhr/live ORF Sport +) – womöglich ist es das letzte in dieser Saison. Denn die Kremser haben in der Halbfinalserie (best of three) vorgelegt, mit einem weiteren Sieg in Wien kann der Cupsieger den Finaleinzug in der Liga perfekt machen und weiterhin vom Double träumen.

Heimvorteil

Einfach wird es nicht, die Fivers gelten vor eigenem Publikum als besonders spielstarker und unangenehmer Gegner. Niemand weiß das besser als der Trainer der Kremser, Ibish Thaqi. Der heute 39-Jährige trug vor zehn Jahren das Trikot der Wiener und feierte in Margareten seinen bisher einzigen Meistertitel (2010). „Er wusste damals, dass es womöglich die einzige Chance in seiner Karriere auf einen Meistertitel ist“, erinnert sich sein ehemaliger Mitspieler bei den Fivers, Christoph Edelmüller. „Er hat deshalb dem Ziel persönlich alles untergeordnet und in manchen Situationen selbst zurückgesteckt.“

Genau mit dieser Einstellung lässt der ehemalige Spielmacher Thaqi nun auch den UHK Krems auftreten. Die Wachauer sicherten sich bereits Rang eins in der Haupt- und Bonusrunde, dazu mit dem Cuptitel die erste Trophäe seit 2010. Auf eine Meisterschaft wartet der Traditionsverein gar seit 1977. „Wir hätten es uns dieses Jahr verdient“, sagt daher auch Krems-Spieler Gunnar Prokop junior.

Der Enkel der gleichnamigen österreichischen Handball-Legende ist einer von vielen jungen Spielern im Kader, denen Thaqi das Vertrauen geschenkt hat, nachdem er 2017 die Cheftrainerposition in Krems angetreten hat. Sechs Spieler aus dem eigenen Nachwuchs gehören dem engeren Stammkader an. „Das musst du dich schon auch einmal trauen, mit so einem unerfahrenen Kader in eine Saison gehen“, sagt der 21-jährige Prokop.

Tempo

Unerschrocken und mutig treten sie dennoch auf, unter der Leitung von Ibish Thaqi zeigt Krems den schnellsten Handball der Liga. „Wenn wir die großen Spieler der Fivers wieder in Bewegung halten können, haben wir auch in Wien eine gute Chance“, sagt Torjäger Jakob Jochmann.

In Bewegung ist auch einiges im Hintergrund. Der UHK sucht mittlerweile die Expertise seiner verdienstvollen Ex-Spieler. Ex-Kreisläufer Werner Lint gibt den sportlichen Leiter, der vor der Saison zurückgetretene Toptorjäger Tobias Schopf ist in den Klub-Beirat aufgerückt.