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Sport
07/19/2019

Dominic Thiem: "Auf die Zeit zu hoffen, wäre fatal"

Thiem ist neuerdings in einer Dokumentation zu sehen. Dem KURIER gab er bei der Präsentation ein ausführliches Interview.

von Harald Ottawa

In den ehrwürdigen Räumen der Wiener Albertina schaute sich Dominic Thiem am Mittwochabend Dominic Thiem an. Der Film "Thiem-Spirit" von Servus TV, der am 29. Juli auch im Fernsehen zu bestaunen ist, handelt von den jüngsten Monaten des Tennis-Asses und wurde erstmals vor Publikum präsentiert. Daneben ließ sich der 25-jährige Niederösterreicher im Prunk-Salon namens Spanisches Appartement auch einige Fragen gefallen.

KURIER: Dominic Thiem und Kultur. Passt das zusammen?

Dominic Thiem: Ich bin jetzt nicht der super Kultur-Fan. Aber ich besuche schon auch Ausstellungen, zwei bis drei Mal im Jahr.

Der Film über Sie ist ebenso ein Kunstwerk. Wie hat er Ihnen gefallen?

Unfassbar gut. Es sind hervorragende Bilder dabei. Mir hat alles gut gefallen – bis auf mein Gesicht (lacht).

Besagtes Gesicht sieht man oftmals im Zusammenhang mit Umwelt- und Tierschutz ...

Ja, das sind Themen, die mir sehr am Herzen liegen, auch, wenn ich das nicht mit Politik in Zusammenhang bringen will. Aber ich war erst am Dienstag im WWF-Reservat Marchegg. Die Tierliebe kommt von der Familie.

Sie sind ja Pate einer Ameisenbärin in Schönbrunn ...

Ja, ich habe sie aber seit einem Jahr nicht mehr besucht. Auch meinen Hund sehe sich selten. Aber Hugo ist bei meinen Eltern gut aufgehoben.

Also alles für den Hugo. Das war heuer auf den Tennisplätzen nicht so. Sieht man von einigen schwachen Ergebnissen ab, lief es bislang sehr gut. Macht das Lust auf die zweite Saisonhälfte?

Dieses Jahr ist die Turnierplanung bis jetzt echt gut, und wenn der Körper nicht andauernd am Limit ist, kann man es auch schaffen, dass einmal ein Jahr ohne Verkühlung vorübergeht. Ich bin fit wie noch nie. Und ich habe deshalb ab Indian Wells bis auf ein paar Ausrutscher relativ konstant auf hohem Level gespielt, und diese Konstanz möchte ich auch in der zweiten Saisonhälfte bringen.

Machen Sie etwas anders, seit sie von Günter Bresnik zu Nicolas Massu inklusive neuem Trainer-Team gewechselt sind?

Es ist das erste Jahr, in dem ich fast täglich Fitness mache. Intensiver, wenn Fitnesscoach Duglas Cordero dabei ist, aber auch sonst mache ich täglich etwas. In den vergangenen Jahren war das immer nur blockweise. Ich hoffe, dass das heuer besser klappt mit der zweiten Saisonhälfte. Aber voraussagen kann man es nie. Oft begann die zweite Hälfte sehr erfolgreich – und dann habe ich ab September eine Dreckssaison gespielt. Es kommt immer auch auf die Ergebnisse an.

Sie hatten zuletzt aber nur ein Match in Wimbledon in den jüngsten sechs Wochen ...

Das ist kein Problem, ich habe gut trainiert, zunächst mit meinem Vater, dann mit Massu. Ich habe in Ruhe an ein paar technischen Sachen arbeiten können. Dass ich beispielsweise die Rückhand besser im Aufsteigen nehmen will. Und dass ich überhaupt mehr in den Platz gehe. Außerdem konnte ich Sponsortermine erledigen, für die ich sonst keine Zeit finde.

Zur Werbung: Ihr Manager Herwig Straka will Ihr Profil schärfen. Gibt es etwas, das sind vertreten?

Es gibt zumindest etwas, für das ich nicht stehe. Und das sind Alkohol und Zigaretten.

Werbung in eigener Sache können Sie in den nächsten zwei Wochen in Hamburg und Kitzbühel machen ...

Ich freue mich auf beide Turniere. In Hamburg sind neben mir mit Alexander Zverev und Fabio Fognini noch zwei weitere Top-Ten-Spieler am Start. Das ist aufgrund der Konkurrenz nur für mich schlecht. Aber für das Publikum ist es toll. Außerdem ist es seit heuer wegen Veranstalter Peter-Michael Reichel ja irgendwie ein österreichisches Turnier. Und eines mit einer großen Tradition. In Kitzbühel habe ich großen Druck. Nicht wegen der Fans, den Druck mache ich mir selber, weil ich einfach gut spielen will vor den vielen Leuten. Und ich will endlich die Gams (den Siegerpreis, Anm.) holen.

TENNIS: GENERALI OPEN IN KITZBÜHEL: ÜERSICHT

Das Jahr endete immer mit dem Saisonaufbau auf Teneriffa, wo sie mit Günter Bresnik seit 2012 trainiert haben. Fliegen Sie auch heuer wieder hin?

Ich weiß es nicht, wohin es geht. Miami oder Australien sind möglich. Aber Teneriffa wird es definitiv nicht sein.

Zuletzt wurde gerätselt, ob Sie im September in Finnland im Daviscup-Team spielen...

Ja, wenn mich der Kapitän aufstellt (lacht). Nein, ich möchte dabei sein. Ich habe immer gerne gespielt.

Sie sind Nummer vier der Welt. Vor Ihnen sind nur die drei Größten. Novak Djokovic ist 32, Rafael Nadal ist 33, Roger Federer wird 38. Eigentlich wären Sie ein logischer Nachfolger.

Das wäre ein fataler Fehler, auf die Zeit zu hoffen. Erstens sind viele Junge dabei, die das Repertoire haben, ganz nach oben zu kommen. Und außerdem kann Nadal noch locker vier, fünf Jahre auf höchstem Level spielen, Federer vielleicht zwei. Djokovic wird wohl von den drei sowieso am längsten vorne dabei sein. Er ist aber nicht mehr so überlegen wie 2015.

Apropos Djokovic und Federer: Was sagen Sie zum Wimbledon-Finale? Und finden Sie die neue Regelung (Tiebreak im fünften Satz bei 12:12) gerecht?

Vom Niveau her hat mir das Halbfinale zwischen Nadal und Federer noch besser gefallen. Aber das Finale war extrem spannend und intensiv. Ja, das Tiebreak ist okay, weil ja beide Spieler die gleichen Chancen haben. Dieses Match hatte einfach keinen Verlierer verdient.

Zurück zu Ihrem Film: Bei der Premiere war auch Gregor Schlierenzauer dabei. Der Film verrät, dass Skispringen auch eine Leidenschaft als Kind für Sie war ....

Ja, ich bin früher permanent die Stiegen runtergesprungen.

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