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Sport
06/23/2020

Weißhaidingers Wurf aus 22 Metern Höhe: "Noch nie so zittrige Beine"

Der Leichtathlet schleuderte seinen Diskus von einer Werbe-Plattform auf sein Wurffeld in der Südstadt.

Sportlich hat Lukas Weißhaidinger in dieser Saison trotz Coronakrise mit 68,63 m in Schwechat-Rannersdorf bereits eine absolute Spitzenleistung erbracht, ihm gelang der zweitweiteste Wurf der Karriere. Am Dienstag schlüpfte er kurzfristig in die Rolle eines "Stuntmans", wurde mit einem Kran auf eine 22 Meter hohe Plattform gehoben und schleuderte den Diskus auf sein Wurffeld in der Südstadt.

"Ich habe nicht gedacht, dass ich einmal vor einem Wurf so zittrige Beine habe. Aber es hat richtig viel Spaß gemacht, eine coole Erfahrung", sagte der WM-Dritte von Doha 2019. Das Spektakel auf dem roten Stuhl einer Möbelfirma war auf fünf Millionen Euro versichert, sogar einen Wurfkreis malten Weißhaidinger und Trainer Gregor Högler auf die Sitzfläche. "Ich hatte massig Platz nach vorne, trotzdem hat man im Unterbewusstsein ein bisschen Angst, dass man vorne drüberfällt."

"Wir haben heute das Nichtübertreten geübt, die Weite war zweitrangig", stellte Högler schmunzelnd klar, als Rauchfangkehrer-Sohn ist der Maschinenbauer die Höhenlage eher gewohnt. Nach den vier Würfen auf ungefähr 55 bis 60 m zeigte sich Weißhaidinger sehr beeindruckt. "Das war eine einmalige Geschichte, deshalb habe ich es genossen und ein paar Drehungen mehr gemacht. Ich habe solide immer in die selbe Ecke auf unsere Wurfwiese geworfen. Den 'Tag des Loslassens' habe ich heute richtig erkannt und zum richtigen Zeitpunkt losgelassen", sagte der 28-Jährige mit Blick auf die nahe Straße.

Olympia bleibt "Hauptgeschäft"

Normalerweise hätten in einem Monat die Olympischen Spiele in Tokio begonnen, die wurden wegen der Corona-Pandemie auf 2021 verschoben. Olympia sei für einen Sportler aber jeden Tag, jede Sekunde im Kopf, erklärte Högler. "Unser Credo ist immer Arbeiten, Freude an der Bewegung und der Leistung."

Sein Athlet befand sich nach der Verschiebung der Spiele laut eigener Aussage ein paar Tage "in einer Schockstarre", erkannte aber rasch, dass es in der ärgsten Coronakrise wichtigeres als Medaillen gab. "Die Olympischen Spielen sind aber unser Hauptgeschäft. Ich werde nächstes Jahr genauso fokussiert herangehen." Es sei für ihn als technischer Werfer absolut kein Nachteil, dass die Spiele verschoben wurden, er könne nun noch einmal in der Technik etwas verbessern und noch stabiler werden.

Der offizielle Saisonstart erfolgt am Samstag im Rahmen des Austrian-Top-Meetings in St. Pölten, es folgen weitere in Eisenstadt, Graz und Andorf sowie die Staatsmeisterschaften in Wien. Die Auftritte in der Heimat will Weißhaidinger deshalb auch genießen, in der Vergangenheit konnte er sie ja lediglich zwischen den Diamond-League-Einsätzen "mitnehmen". Was internationale Einsätze betrifft, wolle man abwarten, Weißhaidinger hat nicht vor, heuer nochmals in ein Flugzeug zu steigen.

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