Muhammad Ali: Sein Leben in Bildern

© REUTERS/ANDREAS MEIER

1942-2016
06/04/2016

Boxlegende Muhammad Ali gestorben

Ali war am Donnerstag wegen Atembeschwerden in ein Krankenhaus in Phoenix im US-Bundesstaat Arizona eingeliefert worden.

"I am the greatest! I am the greatest! I'm the king of the world."

Er war der Größte der Boxgeschichte, nun hat Muhammad Ali seinen wichtigsten Kampf verloren. Die Boxlegende ist am Freitag im Alter von 74 Jahren gestorben. Das teilte seine Familie in einer Erklärung mit. "Nach einem 32-jährigen Kampf gegen die Parkinson-Krankheit ist Muhammad Ali im Alter von 74 gestorben", sagte sein Sprecher Bob Gunnell.

Ali war am Donnerstag wegen Atembeschwerden in ein Krankenhaus in Phoenix im US-Bundesstaat Arizona eingeliefert worden.

Alis Weltkarriere

Der als Cassius Clay geborene Ali, der sich aus religiösen Gründen einen muslimischen Namen gab, litt seit rund 30 Jahren an Parkinson. 2014 und 2015 hatte er wegen einer Lungenentzündung und wegen einer Harnwegsinfektion Aufenthalte im Krankenhaus.

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Mike Tyson (@MikeTyson

Alis Weltkarriere als Boxer begann mit seinem Olympiasieg 1960 in Rom. Jahrelang verteidigte er den Weltmeistertitel im Schwergewicht. Unterbrochen wurde seine Karriere 1967, als er inmitten des Vietnamkriegs den Wehrdienst verweigerte. Er wurde inhaftiert, seine Titel wurden aberkannt und er durfte dreieinhalb Jahre lang nicht mehr bei Kämpfen antreten. Legendär war sein K.O.-Sieg gegen George Foreman in Kinshasa 1974, bei dem Ali den Weltmeistertitel zurückeroberte.

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Muhammad Ali

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In seiner Karriere lieferte er unvergessliche Kämpfe wie den "Rumble in the Jungle" oder den "Thrilla in Manila". Trotz seiner Rücktrittsankündigung im Juni 1979 zog es Ali noch einmal in den Ring. Er hörte nicht auf die Warnungen von Ärzten und trat im Oktober 1980 gegen Larry Holmes an. Ali verlor nach Kampfabbruch. Seinen 61. und letzten Profi-Kampf (56 Siege) bestritt er ein gutes Jahr später. Wieder verlor Ali, Gegner am 11. Dezember 1981 in Nassau war damals Trevor Berbick.

Olympisches Feuer

Der am 17. Januar 1942 in Louisville als Sohn eines Plakatmalers geborene Ali war Zeit seines Lebens eine Ikone. Als er 1996 schon gezeichnet von seiner Krankheit das Olympische Feuer entzündete, sorgten die Bilder weltweit für Ergriffenheit. In der Öffentlichkeit zeigte sich Ali in den vergangenen Jahren immer seltener.

Ex-Boxer Sugar Ray Leonard schrieb auf Twitter: "Gebete und Segen für mein Idol, meinen Freund & ohne Frage, den Größten aller Zeiten."

https://twitter.com/SugarRayLeonard/status/738506663309676544
Sugar Ray Leonard (@SugarRayLeonard

George Foreman, gemeinsam mit Joe Frazier einer der größten Rivalen von Muhammad Ali im Schwergewicht, trauert um die Box-Ikone. "Ali, Frazier & Foreman - wir waren praktisch eins", twitterte der mehrmalige Schwergewichts-Champion Foreman. "Ein Teil von mir ist weggebrochen", schrieb er weiter.

"Der Größte"

"Muhammad Ali war The Greatest. Punkt.", würdigte US-Präsident Barack Obama Ali als einen Mann, "der die Welt aufgerüttelt hat". Und die Welt sei deshalb besser, hieß es in einer in Washington veröffentlichten schriftlichen Erklärung.

Ali sei nicht nur ein großartiger Kämpfer im Ring gewesen, "sondern auch ein Mann, der für das gekämpft hat, was richtig war. Er hat für uns gekämpft", sagte Obama mit Blick auf Alis Einsatz für die Bürgerrechte.

Ali wird in seiner Heimatstadt Louisville im US-Bundesstaat Kentucky beerdigt. "Familie Ali dankt allen für ihre Gedanken, Gebete und ihre Unterstützung und bittet derzeit um die Achtung ihrer Privatsphäre", erklärte Pressesprecher Gunnell.

Sein Leben

17. Jänner 1942: Geburt von Cassius Marcellus Clay in Louisville (US-Staat Kentucky) als ältester von zwei Söhnen; Mutter Odessa Lee Grady, Putzfrau und Köchin, Vater Cassius Marcellus Clay, Schildermaler.

1954: Debüt als Amateur-Boxer in Louisville.

5. September 1960: Olympia-Sieg in Rom im Halbschwergewicht gegen Zbigniew Pietrzykowski (Polen) nach Punkten.

29. Oktober 1960: Profidebüt in Louisville für 2.000 Dollar Börse.

25. Februar 1964: Gewinn des WM-Titels in Miami Beach gegen Sonny Liston durch K. O. in der 8. Runde.

26. Februar 1964: Übertritt zum Islam, Namensänderung in Muhammad Ali.

4. August 1964: Heirat mit Fotomodel Sonji Roi.

10. Jänner 1966: Scheidung von Sonji Roi.

28. April 1967: Entzug der Boxlizenz und der WM-Titel (WBA, WBC) wegen Verweigerung des Dienstes im Vietnam-Krieg.

25. Juni 1967: Verurteilung wegen Wehrdienstverweigerung zu einer fünfjährigen Gefängnisstrafe und einer Geldstrafe von 10.000 Dollar. Gegen eine Kaution von 5.000 Dollar bleibt er auf freiem Fuß.

17. August 1968: Heirat mit Belinda Boyda.

11. September 1970: Aufhebung der Box-Sperre.

26. Oktober 1970: Comeback nach 42-monatiger Zwangspause mit K. O.-Sieg gegen Jerry Quarry.

8. März 1971: Erste Profi-Niederlage. Gegen Weltmeister Joe Frazier verliert er den "Kampf des Jahrhunderts".

28. Jänner 1974: Punktsieg gegen Joe Frazier in New York.

30. Oktober 1974: K. O.-Sieg in der 8. Runde gegen George Foreman im "Rumble in the Jungle". Zum zweiten Mal Weltmeister (WBA und WBC).

1975: Erste Buchpräsentation von "The Greatest - my own story".

1. Oktober 1975: "Thrilla in Manila": Ali gewinnt den dritten Kampf gegen Frazier durch technischen K. O. in der 14. Runde.

Jänner 1977: Scheidung von Belinda Boyd.

19. Juni 1977: Heirat mit Veronica Porsche.

15. Februar 1978: Verlust der WM-Titel nach Punkt-Niederlage gegen Leon Spinks.

15. September 1978: Zum dritten Mal Weltmeister (WBA) nach Punktsieg gegen Spinks.

27. Juni 1979: Rückgabe des WBA-Titels und Rücktritt vom Boxsport

2. Oktober 1980: Trotz ärztlicher Warnung Comeback und Niederlage in der 11. Runde gegen Weltmeister Larry Holmes. Mit acht Millionen Dollar kassierte er seine höchste Börse.

11. Dezember 1981: Mit einer Punkt-Niederlage nach 10 Runden gegen Trevor Berbick verabschiedet er sich vom Boxen.

1984: Parkinson-Syndrom diagnostiziert.

11. April 1986: Scheidung von Veronica Porsche.

19. November 1986: Heirat mit Lonnie Williams.

22. Juli 1996: Entzündet das Olympische Feuer in Atlanta.

September 1998: Ernennung zum UNO-Friedensbotschafter.

2000: Auszeichnung als Sportler des Jahrhunderts.

11. Jänner 2002: Stern auf dem "Walk of Fame" in Hollywood.

2005: Verleihung der Freiheitsmedaille des Präsidenten der USA.

15. November 2011: Muhammad Ali gibt in Philadelphia Joe Frazier das letzte Geleit. Der ehemalige Boxer war am 7. November im Alter von 67 Jahren gestorben.

14. September 2012 Auszeichnung mit der Freiheitsmedaille für sein soziales Engagement.

Ich werde das Kämpfen nicht vermissen, das Kämpfen wird mich vermissen

"Schwebe wie ein Schmetterling, stich wie eine Biene." (Ali im Jahr 1964 vor seinem Kampf gegen Sonny Liston)

"Ich bin der König der Welt! Ich habe die Welt erschüttert." (Ali nach seinem Sieg gegen Liston)

"Ich bin so schnell, als ich letzte Nacht das Licht in meinem Hotelzimmer ausgemacht habe, war ich im Bett, ehe es dunkel war."

"Es ist schwer, bescheiden zu sein, wenn man so großartig ist wie ich." (Ali über sich selbst)

"Ich werde ihn so übel schlagen, dass er einen Schuhanzieher braucht, um seine Mütze aufzusetzen." (Vor dem Kampf gegen Floyd Patterson 1965)

"Ich habe keinen Streit mit dem Vietcong. Kein Vietcong hat mich jemals Nigger genannt." (Ali zur Begründung, warum er nicht in der US-Armee dienen wollte)

"Cassius Clay ist ein Sklavenname. Ich habe ihn nicht gewählt, und ich will ihn nicht. Ich bin Muhammad Ali, der Name eines Freien, und ich verlange, dass ihn die Leute verwenden, wenn sie mit mir und über mich reden." (Ali nach dem Wechsel seines Namens)

"Ich habe George Foreman beim Schattenboxen gesehen, und der Schatten hat gewonnen." (Vor dem "Rumble in the Jungle" gegen Foreman 1974)

"Ist das alles, was du hast, George?" (Ali während des "Rumble in the Jungle" im Ring zu George Foreman, nachdem dieser schwere Treffer gegen Ali gelandet hatte)

"Joe Frazier ist so hässlich, wenn er weint, kehren seine Tränen um und laufen an seinem Hinterkopf herunter." (Ali über einen seiner größten Rivalen)

"Ich habe deine Frau gesehen. Du bist nicht so dumm, wie du aussiehst." (Ali zum philippinischen Präsident Ferdinand Marcos kurz vor dem Kampf gegen Joe Frazier in Manila 1975)

"Boxen heißt, dass ein Haufen Weißer zwei schwarzen Männern dabei zusehen, wie sie sich verprügeln."

"Es ist nur ein Job. Gras wächst, Vögel fliegen, Wellen spülen Sand weg - ich verprügele Leute."

"Ich werde das Kämpfen nicht vermissen, das Kämpfen wird mich vermissen." (Ali über seine Karriere als Boxer)

"Ein Mann, der die Welt mit 50 genauso sieht wie mit 20, hat 30 Jahre seines Lebens verschwendet." (Ali über das Leben)

"Was ich körperlich erlitten habe, war das, was ich im Leben erreicht habe, wert. Ein Mensch, der nicht mutig genug ist, Risiken einzugehen, wird niemals etwas im Leben erreichen." (Ali 1984 in Houston)

"Lebe jeden Tag, als wäre es dein letzter. Irgendwann wirst du Recht behalten." (Ali über seine Lebensphilosophie)

"Die Menschen begreifen nicht, was sie hatten, bis es weg ist. Wie Präsident Kennedy, es gab niemanden wie ihn. Wie die Beatles, es wird nie wieder etwas wie sie geben. Wie mein Elvis Presley. Ich war der Elvis des Boxens." (Muhammad Ali)

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