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Sport
11/05/2020

Der Olympia-Traum des Surfers Jonas Bachan

Der 22-jährige Österreicher hat im Mai 2021 noch eine Mini-Chance auf Tokio. Sein Fernziel ist die perfekte Welle auf Tahiti.

von Peter Karlik

Die Rolle seines Lebens spielt Jonas Bachan perfekt – von der Sonne gebleichtes Haar, immer ein Lächeln im Gesicht und einen Scherz parat. Der 22-jährige Österreicher ist an der französischen Atlantikküste aufgewachsen, seit er laufen kann, ist er auch Surfer.

Das machte er so gut, dass er sich sogar Chancen auf eine Qualifikation für Olympische Spiele machen durfte, bzw. macht. Durch die Verschiebung auf 2021 gibt es eine kleine Chance für Bachan. Weil die Top-Nationen und ihre Stars bereits qualifiziert sind, gibt es vielleicht bei den ISA World Surfing Games im Mai 2021 in El Salvador noch die Möglichkeit für einen Außenseiter. Bachan will diese Mini-Chance nützen: „Ich bin nicht Favorit, aber mit ein wenig Training könnte was gehen“, sagt er selbstbewusst. Noch dazu, weil es in El Salvador große Wellen geben sollte. Solche, die dem groß gewachsenen Surfer liegen.

Mit einem blauen Auge davongekommen ist er bei einem Missgeschick im vergangenen Herbst. „Ich bin mit dem Skateboard die Stufen zur Metro hinuntergesprungen und hab mich schwer verletzt“, sagt Bachan. Die Folge: „Ich musste sechs Monate auf Krücken gehen.“

Surf-Sommer

Die Verletzung ist verheilt und die Sehnsucht nach dem Meer noch größer geworden. Im Sommer hat Bachan von der Pandemie gar profitiert. Weil das Surfcamp seines Vaters in Portugal geschlossen blieb, hatte er noch mehr Zeit zum Surfen. „Ich war sicher besser als je zuvor.“ Mit Ergebnissen bestätigen konnte Bachan sein Gefühl wegen den Absagen nicht.

Dafür hat er seine Ausbildung beinahe abgeschlossen. Im dritten und letzten Jahr besucht Bachan eine Schauspielschule in Paris. Die Pandemie sorgt auch in dieser Rolle für seltsame Folgen: „Wir sind sogar schon mit Masken auf der Bühne gestanden“, sagt er. In den vergangenen Wochen hatte er mehrere Castings für Film-Produktionen. Ein weiteres Talent könnte ihm bei der Schauspielerei helfen: „Drei Sprachen zu können ist sicher nicht so schlecht“, sagt er schmunzelnd.

Das Ziel 2024

Eine Olympia-Teilnahme würde sich in seinem Lebenslauf auch gut machen. Wenn nicht in Tokio, dann vielleicht bei den Sommerspielen in Paris 2024. Da beginnen die Augen des Surfers wieder zu leuchten. Es wird zwar nicht in seiner Heimat am Atlantik um den Olympiasieg gesurft, dafür aber auf Tahiti in Französisch-Polynesien. Teahupoo ist in der Szene wie Wembley im Fußball, die Wellen rollen in atemberaubender Schönheit über das Riff.

Vielleicht spielt Bachan dort die Rolle seines Lebens.

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