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Sport
12/15/2021

Darts-Party trotz Corona: In London wird die Sport-Welt zur Scheibe

Der "Ally Pally" in London wird wieder zum Tollhaus – dem Virus zum Trotz feiern in London die besten Darts-Spieler der Welt. Drei Österreicher sind beim Millionenspektakel dabei.

von Günther Pavlovics

Das Gute-Laune-Turnier mit den Pfeile-Profis und dem verrückten Party-Volk ist zurück. Die Darts-WM der PDC, offiziell William Hill World Darts Championship, findet vom 15. Dezember 2021 bis 3. Jänner 2022 zum 29. Mal statt. Seit dem 17. Dezember 2007 ist die WM-Bühne das Alexandra Palace im Norden von London. Der „Ally Pally“ genannte Veranstaltungsort ist bekannt für seine einzigartige Atmosphäre mit ekstatischen Fans in ausgefallenen Kostümen.

Fans sind erlaubt

Die waren letztes Jahr größtenteils ausgesperrt, sollen heuer aber wieder für Stimmung sorgen. Trotz der Corona-Pandemie soll es wieder Publikum vor Ort geben: Bei jeder der insgesamt 28 Sessions sollen über 3.000 Fans mit dabei sein.

Die Zuschauer müssen geimpft, genesen oder getestet sein, außer beim Essen und Trinken müssen Masken getragen werden. Trotzdem gibt es zwei Corona-Absagen. Der Südafrikaner Charles Losper hatte Probleme mit der Einreise nach Großbritannien, der Spanier Rodriguez wurde positiv auf Corona getestet.

Drei Österreicher

Es sind 96 Teilnehmer aus 30 Ländern am Start, so viele unterschiedliche Nationen gab es noch nie. 34 kommen aus England, zehn aus den Niederlanden, fünf aus Wales und je vier aus Australien, Deutschland und Schottland. Drei Österreicher gehen an den Start, mit Michael Rasztovits scheiterte ein Vierter nur knapp im Finale eines Qualifikationsturniers.

Am Samstag spielt Rowby-John Rodriguez gegen Nick Kenny. Am Montag ist sein Bruder Rusty-Jake gegen Ben Robb dran. Österreichs Aushängeschild Mensur Suljovic (Nr. 26 der Welt) ist erst am 23. Dezember dran, gegen den Sieger der Partie zwischen dem Schotten Alan Soutar und dem Brasilianer Diogo Portela.

Junger Deutscher

Rowby und Rusty-Jake Rodriguez sind unter den 32 Besten der Pro Tour. Der 20-jährige Rusty gewann die zentraleuropäische Nachwuchstour. Diesen WM-Platz bekommt der Zweitplatzierte. Fabian Schmutzler wird mit Beginn des Turniers (mit 16 Jahren und 57 Tagen) der zweitjüngste Spieler bei der WM sein. Nur der Australier Mitchell Clegg war 2007 noch jünger. Beim ersten Teil der zwölfteiligen Tour durfte der Deutsche altersbedingt noch gar nicht spielen.

570.000 Euro für Sieg

Neben der Darts-Krone, die der Waliser Gerwyn Price verteidigen will, geht es bei der anstehenden Auflage um ein Preisgeld von 2,5 Millionen britischen Pfund. Der Weltmeister bekommt eine Siegprämie von 500.000 Pfund, das entspricht rund 570.000 Euro. Außerdem erhält er den Weltmeisterpokal, der nach Darts-Legende Sid Waddell benannt ist. Der Pokal ist 71 cm hoch und wiegt 25 Kilo.

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Teurer Neun-Darter

Mit neun Würfen von 501 auf 0, davon der letzte in ein Doppelfeld – das ist das Nonplusultra im Dartssport. Für den ersten Spieler, der zwei Neun-Darter im legendären Ally Pally wirft, zahlt Selco Builders Warehouse, offizieller Partner der PDC, 100.000 Pfund. Das Besondere dabei: Der Spieler selbst bekommt nur 50.000 Pfund. Die andere Hälfte wird zu je 25.000 Pfund an einen Fan und einen guten Zweck ausgezahlt.

Live im Free-TV

Sport 1 bringt von Mittwoch bis 3. Jänner rund 145 Livestunden Darts im Free-TV. Der deutsche Sender übertragt seit 2004 die WM. Im Vorjahr erreichten die Übertragungen durchschnittlich 500.000 Zuschauer. Auch das Streamingportal DAZN überträgt alle Spiele live.

Zur Darts-Show gehört ein ordentlicher Auftritt inklusive Einlaufmusik und Künstlernamen. Der Österreicher Mensur Suljovic wird aufgrund seiner höflichen und freundlichen Art „The Gentle“ genannt. Rowby-John Rodriguez ist „Little John“, sein 20-jähriger Bruder Rusty-Jake ist „Dartterminator Junior“. Bradley Brooks, ebenfalls Jahrgang 2000, ist „Bamm Bamm“, der starke Junge aus der Zeichentrickserie der Flinstones. Lewis Williams, im Jahr 2002 in Swansea geboren, ist „The Prince of Wales“.

Die meisten Künstlernamen leiten sich vom Namen her: Gerwyn Price ist „The Iceman“, weil sich Ice so schön auf Price reimt. Raymond van Barneveld ist „Barney“, Michael van Gerwen ist „Mighty Mike“. Gabriel Clemens ist der „German Giant“, Jan Dekker der „Double Dekker“. Ryan Murray ist „Muzz Lightyear“. Alan Norris ist „Chuck“.

Manche Künstlernamen beziehen sich auf die Herkunft. Gary Anderson ist der „Flying Scotsman“. Krzystof Ratajski ist „The Polish Eagle“. Diogo Portela ist einfach „Braziliant“. Jose de Sousa ist in Anlehnung an seinen portugiesischen Fußballtrainer-Landsmann Mourinho „The Special One“.

Mancher Spielstil wurde zum Künstlernamen: James Wade wirft wie „The Machine“, Jermaine Wattimena gar wie „The Machine Gun“. Simon Withlock zaubert wie „The Wizard“.

Peter Wright heißt „Snakebite“ nach seinem Lieblingsgetränk (Mischung aus Bier und Cider) – der Schlangenkopf auf seinem Kopf ist die Folge des Spitznamens. Rob Cross, Weltmeister von 2018, arbeitete als Elektriker – „The Voltage“. Und ganz böse ist der Spitzname von Adrian Lewis. Er heißt „Jackpot“, weil er in einem Casino in Las Vegas einen solchen knackte. Weil er 2005 noch keine 21 Jahre alt war, bekam er ihn aber nicht ausbezahlt.

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