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Sport
08/01/2021

Da geht noch was: Österreicher mit glänzenden Aussichten

Kletterer und Siebenkämpferinnen könnten das Medaillenkonto erhöhen

von Christoph Geiler

Gold, Silber, Bronze, Bronze, Bronze – schon nach der ersten Olympia-Woche steht fest: Österreichs Athleten sind seit 2004 nicht mehr mit so viel Edelmetall im Gepäck von Sommerspielen nach Hause gekommen. In Athen hatten die Österreicher seinerzeit sieben Medaillen gesammelt, in Tokio sind’s vor Beginn der letzten Wettkampfwoche schon fünf – und damit fünf Mal so viele wie bei den vergangenen beiden Spielen zusammen.

Was kann da noch kommen? Gibt’s eine Draufgabe? Und vor allem: Welche österreichischen Sportler haben das Zeug, den bisherigen fünf Medaillengewinnern nachzueifern?

Der Fokus ist aus österreichischer Sicht auf die Kletterwände und das Leichtathletik-Stadion gerichtet.

Klettern

Österreich klettert im Olympia-Medaillenspiegel nach oben – diese Schlagzeile kann durchaus einen großen Wahrheitsgehalt haben, denn Jessica Pilz und Jakob Schubert zählen zum Besten, was dieser junge und aufstrebende Sport, der in Tokio seine Olympia-Premiere erlebt, zu bieten hat.

Es hört sich immer recht lustig an, wenn Kletterer über eine mächtige Steilwand sprechen, als würde es sich um ein Klettergerüst handeln, wie sie auf Kinderspielplätzen zu finden sind. „Die Wand ist flacher als gedacht“, stellte Jakob Schubert nach seiner ersten Erkundungstour in Tokio fest, was jetzt natürlich keineswegs bedeutet, dass diese monströse, fast 20 Meter hohe Wand, auf der in dieser Woche die ersten Olympiasieger im Sportklettern ermittelt werden, kein Hindernis darstellt.

Was für Schubert „flach“, das ist für viele der insgesamt 40 Athleten, die bei der Olympia-Premiere der Sportkletterer mitwirken, noch immer eine Herausforderung im Extrembereich. Jakob Schubert, der dreifache Weltmeister und Seriensieger im Weltcup, hat’s nun einmal gerne schwieriger und weniger flach. Dem Kraftlackl aus Innsbruck kann so eine Wand gar nicht steil und überhängend genug sein, da kann der 30-Jährige dann all seine Klasse, Muskelstärke und Fingerfertigkeit ausspielen.

Beim ersten Auftritt der Kletterer bei Olympia wird der beste Allrounder gesucht. Die Kraxler müssen sich in den drei Disziplinen Lead, Bouldern und Speed beweisen – das sind eigentlich sehr konträre Kletterarten, aber Jakob Schubert beherrscht sie alle, wie seine Kombi-Goldmedaille 2018 bei der Heim-Weltmeisterschaft in Innsbruck bewies.

Auch Jessica Pilz ist seit 2018 Besitzerin einer WM-Medaille in der Kombination (Bronze), doch für die Niederösterreicherin stand die Vorbereitung auf Olympia in Japan unter keinem guten Stern. Eine Fingerverletzung ließ sechs Wochen lang kein Training zu, Jessica Pilz zählt sich deshalb selbst nicht zu den Favoritinnen. „Es wäre schon toll, wenn ich ins Finale der besten acht kommen würde.“

Siebenkampf

Die eine holte Bronze bei der Weltmeisterschaft 2019 in Doha, die andere führte 2020 die Weltbestenliste an – nachvollziehbar, dass die Leistungen und Auftritte der beiden Siebenkämpferinnen Verena Mayr und Ivona Dadic vielerorts olympische Medaillenhoffnungen geweckt haben.

Die Frage ist, ob die zwei Österreicherinnen alle Siebensachen beisammen haben und in der Form sind, um in den Kampf um die Podestplätze auch tatsächlich einzugreifen. Verena Mayr, die wahrscheinlich die meisten noch unter ihrem Mädchennamen Preiner kennen, hat seit dem Gewinn von WM-Bronze im Herbst 2019 in Doha nur mehr einen Siebenkampf bestritten. Und die 6.254 Punkte von Ratingen reichen im Jahresranking der Mehrkämpferinnen nur zu Platz 23. Ivona Dadic hat in diesem Jahr noch überhaupt keinen kompletten Siebenkampf in den Beinen.

Für den Sprung, Lauf und Wurf auf das Podest wird es im olympischen Siebenkampf wohl neue persönliche Bestmarken benötigen. Der österreichische Rekord, den aktuell Verena Mayr mit 6.591 Punkten hält, reicht im Jahresranking nur zum fünften Platz.

Bahnrad

Man stelle sich nur einmal folgendes Szenario vor: Andreas Graf und Andreas Müller nehmen bei ihrem Rennen unmittelbar nach dem Start Reißaus, suchen ihr Heil in der Flucht und waren danach von der Konkurrenz erst im Ziel wieder gesehen.

Anna Kiesenhofer hat’s vor einer Woche vorgezeigt, wie ein Radrennen einen völlig unerwarteten Verlauf nehmen kann. Auf der Bahn ist so eine Solofahrt natürlich ungleich schwieriger, aber Träumen wird ja wohl noch erlaubt sein ...

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