Sport | Bundesliga
14.10.2017

Zittersieg gegen Letzten: Rapid schlägt St. Pölten

Die Hütteldorfer vergaben abermals zahlreiche Chancen, am Ende reichte es gegen St. Pölten trotzdem zum Heimsieg.

Rapid Wien bleibt weiter auf der Siegerstraße, aber auch die anhaltende Abschlussschwäche der Grün-Weißen bleibt bestehen: Gegen den SKN St. Pölten spielten sich die Hütteldorfer zahlreiche Chancen heraus, siegten am Ende aber dennoch nur mit 1:0. Den Siegtreffer erzielte Joelinton kurz vor Ende der 1. Hälfte (40.), im zweiten Durchgang verschoss Thomas Murg sogar noch einen Elfmeter (73.).


Fußball-Bundesliga - 11. Spieltag
LASK Linz Red Bull Salzburg 1:3 (1:1)
Wolfsberger AC SV Mattersburg 2:2 (1:0)
Rapid Wien SKN St. Pölten 1:0 (1:0)
SCR Altach Admira Wacker 2:2 (0:1)
Sturm Graz Austria Wien So., 16.30 Uhr

Rapid kann es auch vor vollem Haus: Erstmals wurde in einem (fast) vollen Allianz Stadion eine Partie gewonnen, St. Pölten mit 1:0 besiegt. 24.200 Fans sahen somit den dritten Dreier in Folge und im dritten Heimspiel gegen den SKN auch den dritten Sieg mit einem Tor Differenz. Der Tabellenletzte präsentierte sich stark verbessert, ist saisonübergreifend aber schon 15 Spiele sieglos.

Die Gäste hatten in der Länderspielpause ein gut strukturiertes 4-1-4-1 einstudiert und spielten mutig nach vorne. Trainer Oliver Lederer setzte auf elf Österreicher in der Startelf und fand keinen Platz im Matchkader für die (eigentlich als Verstärkungen geholten) Legionäre Diallo, Riski, Doumbouya sowie Pak. Dafür saß Rapid-Leihgabe Max Entrup, das Feindbild der „Ultras“, erstmals nach neun Monaten auf der Bank. Als Back-up für den anderen Hütteldorfer Leihstürmer Alex Sobczyk.

Dieser hatte anfangs sogar mehr Ballkontakte als sein Gegenüber Joelinton. Der wieder fitte Mittelstürmer hatte Steffen Hofmann (als überzähligen Legionär) auf die Tribüne verdrängt. In Minute 14 ließ sich der Brasilianer von einem kurzen Leibchen-Zupfer im Strafraum nicht beirren, zog ab und traf die Latte.

Nicht in Team-Form

Es sollte wieder 14 Minuten bis zur nächsten Chance dauern, sie war ebenso groß. Nach Schobesberger-Flanke kam Louis Schaub aus nur fünf Metern unbedrängt zum Kopfball. Anders als im Nationalteam war das Visier schlecht eingestellt – vorbei.

Ansonsten war die Hütteldorfer Offensive viel zu lässig. Die Konter des Schlusslichts vereitelte Mario Sonnleitner – und verschenkte die Bälle zumeist gleich wieder. Als die 24.200 Fans schön langsam unruhig wurden, gelang doch eine Tempo-Kombination. Nach Doppelpass von Schaub mit Thomas Murg legte der Teamspieler für Joelinton auf. Das neue Stürmer-Individualtraining zeigte Wirkung, der 21-Jährige traf – 1:0 (41.).

Damit bleibt es dabei: Rapid hat als einziges Team der Liga in jedem Spiel getroffen, während St. Pölten in der Bundesliga auswärts noch gar nicht zu Null spielen konnte. Die früher dafür Verantwortlichen, Jochen Fallmann und Frenk Schinkels, sahen im Stadion zu.

Ausgleich war nahe

In Hälfte zwei prüfte Manuel Martic Richard Strebinger mit Weitschüssen. Beim zweiten verwertete Daniel Schütz den Abpraller, aber erst nach dem Abseitspfiff (56.). Das war den Hausherren eine Warnung: Boli Bolingoli drehte auf, Philipp Schobesberger und Murg vergaben knapp. Die beste Chance hatte abermals Murg. Nach Foul an Schobesberger scheiterte der Steirer per Elfmeter allerdings am starken Christoph Riegler (74.).

Rapid setzte mit Dauerdruck fort, aber auch Sonnleitner fand im SKN-Keeper seinen Meister (78.). Und plötzlich hatte der SKN die große Ausgleichschance: Dominik Hofbauer köpfelte nach einem Eckball, aber Torhüter Strebinger hielt gegen den eben erst eingewechselten Ex-Rapidler stark (86.).

Rapid Wien 1:0 SKN St. Pölten

Wien, Allianz-Stadion, SR Harkam

Tor: 1:0 Joelinton (40.)Anmerkung: Riegler hielt in Minute 74 einen Elfmeter von Murg.

Rapid: Strebinger - Auer, Sonnleitner, Galvao, Bolingoli - Ljubicic, Schwab - Schaub (79. Kvilitaia), Murg (88. Pavelic), Schobesberger - Joelinton (65. Veton Berisha)

SKN: Riegler - Stec, Petrovic, Muhamedbegovic, Bajrami - Martic - Schütz (59. Ingolitsch), Ambichl, Rasner, Balic (84. Hofbauer) - Sobczyk (79. Davies)

Gelbe Karte: Martic (63.), Stec (73.)