Sport | Bundesliga
04.04.2017

Zahlenspiele: Salzburg im Frühjahr meisterlich

Viertelbilanz: Der Meister hat sich 2017 abgesetzt und steht vor dem vierten Titel in Folge.

Rapid kann nicht mehr Meister werden. Das ist angesichts der Ergebnisse in diesem Kalenderjahr nicht überraschend, aber doch ernüchternd. Weil schon neun Runden vor Schluss feststeht, dass es im neuen Stadion keine Meisterfeier geben wird.

So früh waren die Hütteldorfer erst zwei Mal aus dem Rennen: 2001/’02, als Lothar Matthäus auf Platz acht abschloss, und in der Austria-Rekordsaison 2012/’13, als Peter Schöttel Mitte April nach dem Aus im Cup-Viertelfinale gehen musste. Der aktuelle Trainer Damir Canadi bekommt morgen in St. Pölten – ebenfalls in einem Cup-Viertelfinale – noch die Chance zur Wende.

Der Vollständigkeit halber: Auch für St. Pölten, Mattersburg und Ried ist der Meisterzug schon abgefahren.

Einsame Klasse

Wenn Understatement eine Sportart ist, dann ist Salzburg schon Meister. "Wir müssen jetzt einfach so weitermachen, dann schaut es gut aus", sagt Konrad Laimer vor den letzten neun Runden.

Dabei hat Salzburg gerade im dritten Viertel der Konkurrenz so eingeschenkt, dass es am Ende beim Meister keine Katerstimmung geben wird. Zehn Punkte beträgt der Vorsprung, der vierte Titel in Folge ist den Salzburgern in der aktuellen Form nicht mehr zu nehmen. Nur einmal in der Red-Bull-Ära, in der Saison 2013/14, stand Salzburg nach 27 Runden mit mehr Punkten und einer besseren Tordifferenz an der Tabellenspitze. 67 Zähler waren es damals unter Trainer Roger Schmidt. 59 Punkte sind es heute mit Oscar Garcia.

Ein Grund dafür: "Salzburg hat sich defensiv enorm gefestigt", sagt TV-Experte Didi Kühbauer. Nur zwei Gegentore kassierte Alexander Walke in den letzten neun Runden. Und wer hinten gut steht, kann vorne befreit fiedeln. Mit Jonatan Soriano ist zwar der Top-Torschütze der Salzburger gegangen, aber dafür eine adaptierte Spielanlage mit viel Tempo gekommen.

Der Hauptprofiteur ist Takumi Minamino. Der 22-jährige Japaner brachte es im Jahr 2017 auf fünf Tore – so viele wie alle Rapid-Spieler zusammen. In den letzten neun Runden erzielte Minamino sieben Tore, obwohl er in drei Partien gar nicht zum Einsatz gekommen ist – alle 53 Minuten machte es im Schnitt im gegnerischen Tor Gong und Minamino jubelte. In insgesamt 79 Spielen für die Bullen hat der Teamspieler zwölf Mal getroffen.

Mit Soriano ist zwar der erfolgreichste Goalgetter der Red-Bull-Ära gegangen, schwächer geworden sind die Salzburger aber nicht. Ohne den Spanier gab es in fünf Partien vier Siege und ein Remis, Torverhältnis 13:1.

Doppelter Trainereffekt

Wenn es einen Trainereffekt gibt, dann hat dieser bei Mattersburg und der Admira gewirkt. Unter Gerald Baumgartner und Damir Buric wurden je 13 Punkte in sieben Spielen geholt. Die Südstädter sind unter dem Kroaten sogar unbesiegt.

Zum Vergleich: Rapid holte unter Canadi in den 13 Liga-Spielen seit November elf Punkte. Immerhin: Eine Tabelle gibt es, in der Rapid an der Spitze liegt - und das ist die legendäre Rapid-Viertelstunde. Dass die Rapidler ausreichend kämpfen und laufen, beweist die Rangliste der jeweils letzten 15 Spielminuten. Blickt man nur auf das Finish, ist Rapid vor Salzburg und der Austria Tabellenführer.