Sport | Bundesliga
15.04.2017

Starke Rieder belohnen sich in Graz nicht

Mit einem späten Goldtor entschied Philipp Zulechner eine hitzige Partie zugunsten der Gastgeber.

Sturm Graz hat sich in der Fußball-Bundesliga auf den zweiten Platz vorgekämpft. Die Steirer gewannen am Karsamstag das Heimspiel gegen die SV Ried mit 1:0 (0:0). Der eingewechselte Philipp Zulechner traf erst in der 88. Minute mit seinem ersten Treffer für Sturm entscheidend. Beide Mannschaft beendeten die Partie nur zu zehnt. Ried bleibt weiter vier Zähler hinter Mattersburg Liga-Schlusslicht.

Bundesliga - 29. Runde
Wolfsberg - Salzburg 0:2 (0:1)
Sturm Graz - SV Ried 1:0 (0:0)
Rapid Wien - Altach 3:0 (2:0)
Admira - St. Pölten 2:0 (0:0)
Mattersburg - Austria Wien So., 15.00 Uhr

In einer hitzigen zweiten Spielhälfte spielte Sturm nach einer Roten Karte für Rieds Thomas Reifeltshammer (57.) lange in Überzahl, ehe auch Charalampos Lykogiannis mit Gelb-Rot (83.) vom Feld musste. Als vieles auf ein Remis hindeutete, schlug Zulechner noch zu. Der Stürmer erkämpfte sich den Ball an der Strafraumgrenze und traf im Fallen. Ried musste trotz starker Leistung in der ersten Spielhälfte zum zehnten Mal in Folge ohne Punkt nach Hause fahren.

Sturm beginnt druckvoll, Ried hält Stand

Sturm begann vor knapp 8.500 Zuschauern im Eiltempo, Deni Alar visierte schon nach neun Sekunden das Kreuzeck an. Nach einem Abschluss des 15-fachen Saisontorschützen lag der Ball in der 9. Minute auch im Netz, Alar stand zuvor aber knapp im Abseits. Zwei Szenen, die die erste Spielhälfte aber nicht wiedergaben. Die erneut ohne den angeschlagenen Kapitän Thomas Gebauer eingelaufenen Rieder waren die gefährlichere Elf.

Die von Trainer Lassaad Chabbi wieder mit offensiver Grundhaltung aufs Feld geschickten Oberösterreicher agierten in den Zweikämpfen präsenter und mit klareren Aktionen nach vorne. Vor allem die rechte Seiten mit Florian Hart und Patrick Möschl bereitete den Grazern Probleme. Möschl konnte zunächst zweimal in letzter Sekunde am Abschluss gehindert werden, dann entschärfte Sturm-Torhüter Christian Gratzei einen Flachschuss des Flügelspielers (19.).

Eine Aktion, in der sich Peter Zulj gegen drei Steirer durchsetzte, Gratzei den Querpass aber abfing, war sinnbildlich für den Charakter der Partie. Erst kurz vor dem Pausenpfiff wagte Simon Piesinger einen Antritt, verfehlte das Tor aus aussichtsreicher Position aber knapp (41.). Zur Pause war Ried in allen relevanten Statistiken voran.

Harte Gangart nach der Pause

Die zuvor äußerst fair verlaufene Partie wurde nach Seitenwechsel härter, was schließlich im Platzverweis für Reifeltshammer gipfelte. Der Innenverteidiger attackierte Marc Andre Schmerböck zu ungestüm mit dem Knie in Gesichtshöhe, Referee Harald Lechner zückte Rot.

Unterhaltsam blieb es, Zulj hämmerte den Ball nach einem Freistoß aus Ferndistanz an die Latte (59.). Auf der Gegenseite hatte Ried Glück, die Partie nicht zu neunt fortsetzen zu müssen. Hart setzte als letzter Mann zum Tackling gegen Baris Atik an, traf dabei aber nur den Sturm-Profi (67.).

Für die Elf von Franco Foda machte sich ihre numerische Überlegenheit immer deutlicher bemerkbar. Atik fand die Riesenchance auf Sturms Führung vor, scheiterte alleine vor Reuf Durakovic an Gebauers starkem Ersatzmann (76.). Hitzig ging es bis zum Schlusspfiff weiter, Lykogiannis sah nach einem Foul an Möschl Gelb-Rot.

Sturm belohnte sich schließlich für eine Leistungssteigerung in der zweiten Spielhälfte durch Zulechner. Die "Blackys" haben damit alle zwölf Zähler im Frühjahr zu Hause geholt. Einen Wermutstropfen gab es dennoch: Torschütze Zulechner verdrehte sich im Finish das Knie, laut Trainer Franco Foda "schaut es derzeit nicht so gut aus".

Sturm Graz 1:0 SV Ried

Graz, Merkur-Arena, SR Lechner

Tor: 1:0 Zulechner (88.)

Sturm: Gratzei - Koch, Spendlhofer, Schulz, Lykogiannis - Jeggo, Piesinger - Huspek (46. Horvath), Atik, Schmerböck (64. Zulechner) - Alar (86. Potzmann)

Ried: Durakovic - Hart, Reifeltshammer, Özdemir, Marcos - Ziegl, Zulj (90. Egho) - Möschl, Nutz (62. Prada), Elsneg (79. Chessa) - Ademi

Gelbe Karte: Lykogiannis (59.), Alar (85.) bzw. Ziegl (45.), Elsneg (79.), Möschl (85.)

Gelb-Rote Karte: Lykogiannis (83.)

Rote Karte: Reifeltshammer (57.)