Sport | Bundesliga
26.04.2017

Rapid - LASK: Wenn die Familie Pause hat

Harry Gartler ist für den Rapid-Rasen zuständig, auf dem René mit dem LASK siegen will.

Immer wenn es bei Rapid besonders schlecht läuft, wird Steffen Hofmann gefragt, ob ihn der Klub ins mediale Rennen schicken kann. Derzeit gibt es bekanntlich eine sportliche Krise und öffentliche Selbstzerfleischung; in der "Krone" antwortet Ex-Sportdirektor Müller auf die "Lügner"-Vorwürfe von Präsident Krammer: "Das ist stillos. Ich kann alles widerlegen." Logisch, dass der Kapitän auch vor dem Cup-Halbfinale gegen den LASK (20.30 Uhr/ORF eins live) Stellung nimmt.

Mit der Erfahrung eines 36-Jährigen sagt er: "Es gibt gerade so viele Nebenplätze, wo mit Anschuldigen gerangelt wird. Es ist aber niemand größer als der Klub. Und es wäre wichtig, dass wir uns alle wieder auf das Wesentliche konzentrieren."

Wie wesentlich das Heimspiel (16.000 Karten sind weg) gegen den Zweitliga-Meister ist, betont Hofmann: "Es ist ein Wahnsinn, dass ich in 15 Jahren erst in einem Cup-Finale war. Mit einem Titel könnten wir sogar diese Saison noch retten. Es hängt jetzt alles an den ein oder zwei Spielen."

Grüne Personalnot

Ob Hofmann erst als Joker kommt, entscheidet sich kurzfristig. Schaub und Traustason fehlen noch, Schrammel hat Knieschmerzen. Während die Linzer vollzählig und mit 1600 Fans anreisen. "Wenn Schrammel nicht kann, gibt es links kaum Ersatz. Dann werden wir wohl mit Dreierkette spielen", sagt Interimstrainer Djuricin.

Auf jeden Fall sollte die Defensive auf René Gartler achten. "René ist ein richtig guter Stürmer. Er ist in den letzten Jahren noch besser geworden", meint Hofmann über den Ex-Mitspieler. "Steffen kennt sich richtig gut aus. Da freut mich das Lob", sagt Gartler, der nach 17 Spielen ohne Niederlage mit 15 Siegen vor Selbstvertrauen strotzt: "Rapid ist der Favorit. Aber wenn wir unser Können abrufen, sind wir nur sehr schwer zu schlagen."

Heute gibt es ausnahmsweise kein Telefonat von René mit Harry Gartler. "Wir telefonieren täglich, aber an Spieltagen lass’ ich den Bub in Ruhe", erklärt der Vater, der für Rapid als Direktor des Stadionmanagements arbeitet.

Gartler senior hat seine Baustelle (Stichwort schlechter Rasen) in den Griff bekommen: "Mein Dank geht an Greenkeeper Daniel Heckl. Es wurde die Behandlung umgestellt, außerdem haben vier Wochen ohne Spiel bei guten Temperaturen geholfen."

170.000 € erspart

Das Problem im Herbst war das fehlende Wurzelwachstum. Der Austausch des Rasens war für den Februar beschlossen, der lange Winter verhinderte das. "Jetzt ist der Zustand top und kein Tausch mehr geplant." Rapid hat sich – ausnahmsweise in diesen Monaten – 170.000 Euro erspart. Seitenhiebe vom Junior gab es nicht: "Beim Rasen frage ich den Vater nur um Tipps für die Wiese bei mir zu Hause."

Beim Derby hat es Gartler senior "bei der Chance von Szanto aber doch kurz gerissen. Ich hab’ zuerst befürchtet, dass der Ball wegen eines Platzfehlers versprungen ist." Tatsächlich lag das aber an der Verschlusskappe eines Bengalen. Auch nicht besser, aber zumindest nicht in Gartlers Verantwortungsbereich: "Bitter, dass so ein Tor verhindert wird."

Büskens ausbezahlt

Für Djuricin ist das Derby "schon Vergangenheit. Wir werden unsere Fehler nicht wiederholen."

Etwas Optimismus gibt es im Verein noch: Der bis Saisonende laufende Vertrag mit Mike Büskens (laut Müller wollte Rapid zwischendurch eine "Fristlose") wurde durch eine Abschlagszahlung aufgelöst. Sonst hätte der Ex-Trainer noch eine (höhere) Titelprämie für den Cupsieg kassieren können.